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International Obama verurteilt «feigen Angriff» in Baton Rouge

Nach dem Mord an fünf Polizisten in Dallas sterben in Baton Rouge, Louisiana, weitere drei Ordnungshüter im Dienst – vermutlich ein Hinterhalt. Der Schütze wird in einem Feuergefecht mit der Polizei erschossen.

Legende: Video «Weitere Details sind bekannt» abspielen. Laufzeit 0:25 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 18.07.2016.

Zehn Tage nach der Ermordung von fünf Polizisten in Dallas sind in der US-Stadt Baton Rouge im Bundesstaat Louisiana drei Polizeibeamte erschossen und mindestens drei weitere verletzt worden. Einer von ihnen schwebte am Sonntagabend noch in Lebensgefahr. Der Täter kam bei einem Feuergefecht mit der Polizei ums Leben. Der genaue Tatablauf blieb zunächst unklar, aber möglicherweise wurden die Polizisten in einen Hinterhalt gelockt.

Obama spricht vor dem Emblem des Weissen Hauses.
Legende: «Das ist schon zu oft geschehen», erklärt Präsident Obama am Sonntagabend. Reuters

US-Präsident Barack Obama rief die Amerikaner erneut zur Einigkeit auf. «Das ist schon zu oft geschehen», sagte er im Weissen Haus. Das Motiv der Tat sei zwar noch nicht klar, «aber wir als Nation müssen klar und deutlich sagen, dass nichts Gewalt gegen die Polizei rechtfertigt». Schon zuvor hatte er die Schüsse auf Polizisten als «feigen» Anschlag verurteilt.

Doch nur ein Schütze

Entgegen ersten Vermutungen geht die Polizei von einem einzigen Täter aus. Nach US-Medienberichten stammte der Schütze aus Kansas City, Missouri, und wurde am Tag seiner Tat 29. Jahre alt. Wie es weiter hiess, war der Afroamerikaner früherer Marine-Infanterist. 2010 sei er ehrenhaft aus dem Militär entlassen worden.

Nach Angaben des Senders CNN soll er Interesse an obskuren staatlichen Verschwörungstheorien gezeigt haben. Darauf deuteten Internet-Aktivitäten des Mannes hin. Die Polizei bestätigte diese Angaben jedoch zunächst nicht.

Im Irak gedient

Laut der Militär-Personalakte des von US-Medien übereinstimmend genannten Mannes hatte der Unteroffizier fünf Jahre als Spezialist für Datennetzwerke gedient – davon gut ein halbes Jahr im Irak.

Nach Angaben der örtlichen Polizei war am Morgen Ortszeit in einer örtlichen Polizeizentrale ein Anruf eingegangen, nach dem ein schwarz gekleideter maskierter Mann eine Strasse entlang gehe. Zwei Minuten später seien Schüsse gefallen, die Polizisten kurz danach zu Boden gegangen. Weitere acht Minuten später sei der Schütze selber erschossen worden.

Baton Rouge immer wieder in den Schlagzeilen

Die Lage in Baton Rouge ist seit Tagen besonders angespannt: Dort war am 5. Juli der Schwarze Alton Sterling von Polizisten erschossen worden, während er am Boden lag. Dieser Vorfall und weitere tödliche Schüsse von Polizisten auf einen zweiten Schwarzen in Minnesota hatte in den USA eine Welle des Protestes gegen Polizeigewalt ausgelöst.

In der Nacht zum 8. Juli kam es dann in Dallas zur Eskalation. Am Rande einer Demonstration erschoss ein einzelner Heckenschütze gezielt fünf Polizisten. Wenige Tage zuvor war in Michigan ein Polizist im Gerichtssaal von einem Angeklagten erschossen worden. Die Taten in Texas und wohl auch in Baton Rouge werden mit der Rache von Afroamerikanern in Verbindung gebracht.

Sorge wegen Republikaner-Parteitag in Cleveland

Der Vorfall löst auch Besorgnis aus, weil am Montag in Cleveland, Ohio, der Parteitag der Republikaner beginnt. Dazu werden über 50'000 Menschen erwartet. Am Rande des Parteitages wird es zahlreiche Demonstrationen geben. Daher findet die «Convention» bereits unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen statt.

Der Chef der Polizeigewerkschaft von Cleveland hat vom Gouverneur von Ohio verlangt, den Notstand für den Bundesstaat auszurufen. Damit wäre es verboten, Waffen offen zu tragen.

29 Kommentare

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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    "Nach Angaben des Senders CNN soll er Interesse an obskuren staatlichen Verschwörungstheorien gezeigt haben." Solche tauchen mitunter auch hier in den Kommentarspalten auf.
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      @Schüpbach. haben Sie es selbst gehört, damit Sie beurteilen können, dass solche Verschwörungstheorien hier in den Kommentaren auftauchen?
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    2. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      Sie dürfen es selbst entschlüsseln, ein Beispiel: NWO.
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  • Kommentar von Jürg Sand (Jürg Sand)
    Hat er in acht Jahren prima hingekriegt, der Friedensnobelpreisträger. Ich will damit aber nicht ihm eine besondere Schuld anlasten, sondern nur dem grossen Maul und den Vorschusslorbeeren meinen Hohn bieten. Was wir bei der Sache lernen können ist die, dass bereits wenige Prozent Unterproletariat genügen, einen Staat in arge Bedrängnis zu bringen. Deshalb sollte man es so gut als möglich vermeiden, solche Probleme gar noch zu importieren, gleichgültig ob aus Profitdenken oder "Barmherzigkeit".
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    1. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      Diese Schweizer Demagogen wieder... Die sind ja "hier" hoch im Trend.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Ich hoffe, dass es Obama klar wird, dass er die "Farbigen" gegen die "Weissen" aufgehetzt und damit diese Lawine ausgelöst hat. Es wird nur mit drastischen Massnahmen gegen die "Farbigen" gelingen die Lawine aufzuhalten. Die Parallelgesellschaften müssen geräumt und die Menschen herausgeholt und "integriert" werden! Bis jetzt hatten die "Farbigen" in den "Getos" alle Freiheiten die sie wollten. Es herrschte dort intern Anarchie. Alle normalen Farbigen sind so gleichberechtigt wie Obama selber.
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    1. Antwort von Steve Rasmussen (rast)
      Sehr richtig. Polizisten trauen sich nicht mehr in die Communities, das ist der Ferguson-Effekt. Was Obama hier abzieht ist absolut widerlich. Die Propaganda, die die Medien grundsätzlich von sich geben, ist erstaunlich. Ich hoffe, es gibt einen Kurswechsel, bevor die Dinge noch hässlicher werden als sie schon sind.
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    2. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      Wenn man dem asozialen und aggressiven Trump zujubelt, sollte man den Ball ev. eher flach halten...
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    3. Antwort von Laurent Christen (kritisch bleiben)
      Seien Sie froh, meine Mitmenschen, dass sie das Glück hatten, nicht in einem US-Ghetto aufzuwachsen! Das ist nämlich nicht lustig. Und bitte haben Sie Mitgefühl mit den Menschen, die dieses Glück nicht hatten.
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