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«Ohrfeige für Präsident Trump» US-Behörden warnen vor Folgen des Klimawandels

  • Der Bericht der US-Bundesbehörden mahnt erhebliche Anstrengungen zur Verhinderung des Klimawandels und seiner Folgen an.
  • Die globale Erderwärmung führe zu zunehmenden Schäden an Infrastruktur und Eigentum in den USA, prognostizieren die Wissenschaftler.
Legende: Video Aus dem Archiv: Klimawandel - was ändert ein halbes Grad? abspielen. Laufzeit 08:33 Minuten.
Aus 10vor10 vom 08.10.2018.

Ein neuer Bericht von 13 US-Bundesbehörden sowie Klimaforschern warnt eindringlich vor schweren Schäden durch die globale Erderwärmung für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft in den USA.

In dem rund 1600 Seiten umfassenden Report, der am Freitag veröffentlicht wurde, mahnen die Wissenschaftler, ohne erhebliche Anstrengungen werde der Klimawandel zunehmende Schäden an Infrastruktur und Eigentum in den USA anrichten und das Wirtschaftswachstum des Landes in den nächsten Jahrzehnten hemmen.

Bericht der US-Behörden

Der soeben vorgelegte Report, der sich in 15 Abschnitte plus Daten-Anhänge gliedert, ist auch im Internet abrufbar, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Nach Berechnungen der Experten sind seit 2015 durch verheerende Wirbelstürme und andere Unwetter-Ereignisse in den Vereinigten Staaten Schäden von rund 400 Milliarden Dollar entstanden.

Risiken für Gesundheit

Die Experten warnen unter anderem davor, dass steigende Temperaturen, extreme Hitze, Dürren, Brände und Unwetter zunehmend die Landwirtschaft beeinträchtigten. Auch Fischerei oder Tourismus seien besonders verletzlich für die Auswirkungen des Klimawandels. Der Handel werde ebenfalls beeinträchtigt.

Tornado-Funnel über Häusern
Legende: Vor der Zunahme von Tornados (wie hier in Iowa) als Folge des Klimawandels warnen 13 US-Behörden. Keystone

Auch Gesundheit und Wohlergehen der amerikanischen Bürger seien durch die Erderwärmung bedroht - etwa durch extreme Wetterbedingungen, Veränderungen der Luftqualität oder die Verbreitung neuer Krankheiten.

Ungenügende Massnahmen

Der Bericht analysiert auch die Auswirkungen für weitere gesellschaftliche Bereiche. Die gesellschaftlichen Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel hätten in den vergangenen fünf Jahren zwar zugenommen, aber nicht in ausreichendem Masse, um schwere Schäden für Wirtschaft, Umwelt und Gesundheit der Menschen in den kommenden Jahrzehnten abzuwenden.

Würden keine ausreichenden Massnahmen getroffen, drohten den USA bis zum Ende des Jahrhunderts eine zehnprozentige Einbusse ihres Bruttoinlandsproduktes, so der Report.

Die USA hatten erst in den vergangenen Wochen und Monaten mit verheerenden Hurrikans und Waldbränden zu kämpfen. Wissenschaftler machen den Klimawandel dafür verantwortlich und warnen vor einer Zunahme schwerer Naturkatastrophen.

US-Präsident Donald Trump widerspricht hier regelmässig. Er hatte lange über die Experten-Warnungen vor dem Klimawandel gespottet. Vor Wochen sagte Trump zwar in einem Interview, er bestreite den Klimawandel nicht. Er zweifle aber daran, dass menschliches Handeln dafür verantwortlich sei.

«Was ist mit der globalen Erderwärmung passiert?»

Erst am Mittwoch schrieb Trump auf Twitter angesichts besonders kalter Temperaturen am US-Feiertag Thanksgiving: «Was bitte ist mit der globalen Erderwärmung passiert?» Verschiedene US-Medien hingegen bezeichnen den jetzt vorgelegten Klimareport der verschiedenen nationalen Bundesbehörden als eine Art «Ohrfeige für Präsident Trump».

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38 Kommentare

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  • Kommentar von N. Schmid (Schmid)
    Jeden Tag wird weltweit für über 10 Milliarden Franken Kohlenstoff aus dem Boden geholt, verbrannt und als CO2 in die Atmosphäre gepumpt. Man könnte die 10 Milliarden Franken pro Tag stattdessen in Wärmepumpen, elektrische Fahrzeuge und erneuerbare Kraftwerke investieren und den CO2-Ausstoss entsprechend drastisch reduzieren. Leider gibt es weltweit kaum Anreize, welche eine Elektrifizierung der Weltwirtschaft und ein Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigen würde - im Gegenteil.
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  • Kommentar von Sabine Maspoli (Sabine Maspoli)
    Ist Klimawandel=Klimaerwärmung? Was ich bei dieser Rechnung nicht ganz versteh, ist, warum wird immer nur die CO2 Auswirkung angerechnet und nie die Wärme, die es beim Verbrennen vom Erdöl, Erdgas, Holz und der Kohle gibt? Wir verbrennen doch extrem viel von diesen vier, das gibt doch ziemlich viel (Ab)Wärme. Kann man die einfach vernachlässigen oder müsste man die dazu zählen?
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    1. Antwort von N. Schmid (Schmid)
      Die kann man vernachlässigen, weil die Sonnenenergie welche dauernd auf die Erde trifft, um viele Grössenordnungen höher ist, als die Abwärme sämtlicher Kraftwerke. Aus diesem Grund hat auch nur eine kleine Erhöhung der Treibhausgase einen viel grösseren Einfluss auf die Aufheizung unserer Atmosphäre.
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  • Kommentar von Bendicht Häberli (bendicht.haeberli)
    Wie mehrere Leute hier im Forum schreiben sollte jeder an seiner eigenen Ökobilanz arbeiten. Absolut richtig.Jedoch wird diese Massnahme erst langfristig etwas bringen. Nach ABC-Analyse (wirkungsvollste Massnahmen) wäre innerhalb der nächsten 5 Jahre folgendes anzugehen: Weltweiter Transportwahnsinn (in der Luft, am Boden und im Wasser) stoppen, alle Kohlekraftwerke abstellen, Bevölkerungsexplosion stoppen.Jeder darf nur an 1em Wochentag autofahren - weltweit. Alles andere ist nur bla, bla, bla!
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