- Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihren Austritt aus dem Ölkartell Opec sowie der Opec+ angekündigt.
- Der Schritt werde am 1. Mai erfolgen, berichteten staatliche Medien am Dienstag.
- Die Vereinigten Arabischen Emirate zählen zu den wichtigsten Ölproduzenten weltweit.
Die Vereinigten Arabischen Emirate verlassen per 1. Mai die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und das erweiterte Bündnis Opec+. Das berichten staatliche Medien.
Die Entscheidung spiegle die langfristige strategische und wirtschaftliche Ausrichtung des Landes, teilte die staatliche Nachrichtenagentur WAM mit. Die Emirate verweisen auf Veränderungen in ihrem Energieprofil, auf Investitionen in die heimische Energieproduktion und auf das Ziel, ihre Förderpolitik unabhängiger zu gestalten.
Die Vereinigten Arabischen Emiraten gehören zu den grössten Ölproduzenten innerhalb der Opec. Vor dem Krieg im Nahen Osten förderten sie rund 3,4 Millionen Barrel – je 159 Liter – pro Tag, was mehr als 16 Prozent der Opec-Produktion entspricht. Bis 2027 streben sie eine Förderung von 5 Millionen Barrel pro Tag an.
Kritik an Nachbarstaaten
Der Schritt folgt auf wachsende Spannungen in der Golfregion. Im Zusammenhang mit dem Krieg gegen den Iran kritisierten die Emirate andere arabische Staaten. Sie warfen ihnen vor, sie während iranischer Angriffe nicht ausreichend geschützt zu haben.
Anwar Gargasch, diplomatischer Berater des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, sprach am «Gulf Influencers Forum» von einer schwachen politischen und militärischen Koordination im Golf-Kooperationsrat. Die Position der Staaten liege «auf einem historischen Tiefpunkt», sagte er.
Der emiratische Energieminister Suhail Mohamed al-Masrui sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Entscheidung sei nach einer internen Prüfung getroffen worden. Sie sei mit keinem anderen Staat abgestimmt worden. Es handle sich um eine politische Entscheidung auf Basis der aktuellen und künftigen Förderpolitik.
Die Entscheidung gilt als schwerer Schlag für die Exportländer und deren De-facto-Anführer Saudi-Arabien. Der überraschende Verlust des langjährigen Mitglieds droht die Opec zu schwächen. Trotz interner Meinungsverschiedenheiten über Förderquoten und geopolitische Fragen war die Allianz bisher um ein geschlossenes Auftreten bemüht.
US-Präsident Donald Trump begrüsste den Schritt. Er hatte der Opec wiederholt vorgeworfen, die Ölpreise künstlich hochzuhalten.