Papst tauft Vater eines «Sewol»-Opfers

Am vierten Tag seines Besuchs in Südkorea hat Papst Franziskus einen Vater getauft, der beim Unglück der Fähre «Sewol» seinen Sohn verloren hatte. Zudem streckte der Papst China die Hand aus.

Der Papst auf Südkorea-Reise

Während seines Besuchs in Südkorea hat Papst Franziskus den Vater eines Jungen getauft, der beim Unglück der Fähre «Sewol» ums Leben kam. Der 56-jährige Lee Ho-Jin liess sich in der vatikanischen Botschaft in der Hauptstadt Seoul taufen, wie Vatikan-Sprecher Federico Lombardi mitteilte.

Papst gibt Privataudienz aus traurigem Anlass

0:52 min, aus Tagesschau am Mittag vom 17.8.2014

Lee hatte bei einer Privataudienz des Papstes für Überlebende und Angehörige von Opfern des «Sewol»-Unglücks am Freitag darum gebeten, vom Oberhaupt der katholischen Kirche persönlich getauft zu werden. Er hatte bei der Tragödie im April seinen jüngsten Sohn verloren. Insgesamt starben bei dem Schiffsunglück mehr als 300 Menschen, darunter 250 Schüler einer Schule in Ansan.

Papst möchte Dialog mit China

Am vorletzten Tag seines Besuchs in Südkorea traf der Papst zudem Bischöfe aus 22 asiatischen Ländern. Dabei sprach er sich für einen «vielfältigen und kreativen» Katholizismus in Asien aus, wo die katholische Kirche trotz steigender Mitgliederzahlen noch nicht weit verbreitet ist.

Zudem streckte Papst Franziskus erneut die China die Hand aus. Er hoffe, «dass jene Länder eures Kontinents, mit denen der Heilige Stuhl noch keine vollständigen Beziehungen unterhält, nicht zögern, einen Dialog zum Wohl aller voranzutreiben», sagte der 77-Jährige.