Zum Inhalt springen

Parteitag in Hannover Meuthen und Gauland führen künftig die AfD

Legende: Video AfD wählt neue Führung – Proteste auf der Strasse abspielen. Laufzeit 02:33 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.12.2017.
  • Die AfD hat nach zähem Ringen einen neuen Vorstand bestimmt und Alexander Gauland zurück an die Spitze gewählt.
  • Der Fraktionschef im Bundestag trat beim Parteitag an, nachdem die Wahl anderer Kandidaten zum Co-Vorsitzenden von Jörg Meuthen gescheitert war.
  • Meuthen war zuvor mit 72 Prozent wiedergewählt worden.
  • Der zweitägige Kongress in Hannover begann mit fast einstündiger Verspätung, da Demonstranten die Zufahrtswege zum Tagungsort in Hannover blockierten.

Die AfD stellt sich auf ihrem Parteitag personell neu auf und entscheidet damit auch über ihre Ausrichtung. Jörg Meuthen, der seit dem Austritt seiner einstigen Co-Vorsitzenden Frauke Petry als alleiniger Bundesvorsitzender amtiert, wurde in seinem Amt bestätigt.

Der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bundestag, Alexander Gauland, wurde zum Co-Vorsitzenden gewählt. Er war alleiniger Kandidat. Zuvor hatte die schleswig-holsteinische Landeschefin Doris von Sayn-Wittgenstein ihre Kandidatur zurückgezogen. Sie war in zwei Wahlgängen gegen den Berliner Landesvorsitzenden Georg Pazderski angetreten. Beide erhielten aber keine ausreichende Mehrheit.

Ausgang der Wahl sei unerwartet

Gauland hat die Wahl an die Spitze der Partei nach eigenen Worten nicht angestrebt. «Ich habe mich in die Pflicht nehmen lassen», sagte er. Er wäre gerne stellvertretender Vorsitzender geworden.

Gauland und Meuthen kündigten an, die Partei zusammenhalten zu wollen. Meuthen sagte, der Ausgang der Wahl sei so nicht erwartet worden; es sei aber ein «gutes und ehrliches Ergebnis». Die AfD sei nicht gespalten. Es sei völlig normal, dass es unterschiedliche Flügel gebe.

Einstündige Verspätung wegen Demonstrationen

«Auf was für ein Jahr 2017 blicken wir zurück», sagte Parteichef Meuthen zur Eröffnung in Hannover. Im kommenden Jahr werde die AfD auch in die beiden verbliebenen Landtage in Bayern und Hessen einziehen. Ab 2019 werde die AfD im Europaparlament, wo sie zurzeit einen Abgeordneten stellt, «mit Mannschaftsstärke vertreten sein».

Der Parteitag begann mit einer einstündigen Verspätung. Als Grund nannte Meuthen Störungen durch Demonstranten. Am Samstagmorgen blockierten Demonstranten die Zufahrtswege. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, um Blockaden zu räumen. Insgesamt demonstrierten laut Polizei am Vormittag mehrere Hundert Menschen. Vereinzelt habe es Versuche gegeben, die Polizeiabsperrungen zu durchbrechen.

Mehrere tausend Menschen sind am Nachmittag zu einer Protestkundgebung gegen den AfD-Bundesparteitag aufgebrochen. Rund 6000 Demonstranten zogen nach Polizeiangaben vom Kongresszentrum in Richtung Stadtzentrum. Dort versammelten sich bereits weitere Demonstranten. Die Kundgebung steht unter dem Motto «Unser Hannover – bunt und solidarisch! – Protest gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus».

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

40 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Stefan Müller (StefanMüller)
    Wenn Linksextreme mit Gewalt reagieren ist dies keine Lösung gegenüber demokratisch gewählten Personen einer Partei. Wenn Linksextreme andere mit blauäugig oder andere diffamieren, provozieren ist dies auch keine Lösung. Auch Linksextreme sollten Anstand und Respekt gegenüber Andersdenkenden haben. Ich bin mir ganz sicher die AFD gibt genügend Anlass, dass man sie auch nur inhaltlich kritisiert. Bringt auch für kommende Wahlen mehr. Damit sich die AFD nicht als Opfer hinstellen kann.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von A. Zuckermann (azu)
      Ich habe den AfD-Parteitag grossenteils auf dem TV-Sender Phönix mitverfolgt und ja, da gibt es Abgeordnete aus dem gemässigten, moderaten, sehr konservativen Flügel, wo kein Problem besteht. Die teilen nicht meine Sicht aber das ist auch ok. Politik eben. Nur… es gibt eben auch den Flügel rechtsaussen, und da muss zu Vorsicht gewarnt werden. Augen auf!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Stefan Müller (StefanMüller)
      Oh da gebe ich Ihnen Recht A. Zuckermann. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter als Sie. Ich denke in der AFD gibt es Leute welche Rechtsextrem sind. Und ich begrüsse dagegen jede Demonstration und Kritik. Aber eben ohne Gewalt. Linksextreme Gewalt ist eben auch keine Meinung. A.Zuckermann. Sie geben mir bestimmt recht die AFD kann man sehr wohl rein Sachlich entgegnen. Und die restlichen Parteien können die Stimmbürger mit besserer Politik überzeugen.Linksextreme Gewalt ist keine Lösung
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Niklaus Bächler (sensus communis)
    Gerne versucht man den Begriff «Meinungsfreiheit» arg zu dehnen,solange dies der Legitimation hetzerischer Parolen dient.Und,die blosse Argumentation,wonach 6 Mio. D-Bürger diese AfD gewählt hätten,darf nicht darüber hinweg täuschen,dass die AfD nichts anderes ist,als eine Hetzerpartei,welche mittelfristig die innere Sicherheit Deutschlands gefährdet.Meinungsfreiheit hat Grenzen & es muss möglich sei,dies scharf zu kritisieren,statt devot zu beklatschen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Stefan Müller (StefanMüller)
      Wer beklatscht es denn? Sie haben recht Meinungsfreiheit hat seine Grenzen. Und sich gegen Rechtsextreme zu wehren. Auch vor dem Gesetz. So wie es andere Leute gibt welche sich gegen Linksextreme wehren wenn sie zb. als blauäugig diffamiert werden. Sowohl in Deutschland wie auch in der Schweiz gibt es einen Rechtsstaat wo man sich eben dagegen wehren kann. Und Linke dürfen nicht entscheiden was Andersdenkende dürfen und was nicht. Dafür gibt es eben die Gerichte.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Wenn Sie mit "hetzerischen Parolen" meinen, dass die AfD, die sich als patriotisch versteht, als Oppositionspartei die Finger in offene Wunden legt, haben Sie recht. Eine Oppositionspartei darf das allerdings.Und der aggressive Umgang der politischen Gegner mit der AfD ist auch nicht gerade von schlechten Eltern.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Jürg Sand (Jürg Sand)
      Die "innere Sicherheit", N.Bächler, wird nicht durch die Forderung nach Direkter Demokratie (nach unserem Vorbild), der Forderung nach Wiederherstellung des Rechtsstaats mittels einer rechtsstaatlichen und durch sämtliche EU-Regeln und der Genfer Flüchlingskonvention gestützten Asylpolitik, auch nicht durch die Forderung nach einer geregelten Migrationspolitik gefährdet. Diese innere Sicherheit wurde verspielt spätestens im Herbst 2015 von sämtlichen Parteien ausser der AfD.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von kurt trionfini (kt)
    Ich halte nichts von der AfD. Ich halte nichts von Gewalt zur Behinderung der AfD.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen