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International Polizei findet belastendes Material in Geheimraum des Wilderers

Der Jäger und mutmassliche Wilderer, der in Österreich vier Menschen und sich selbst getötet haben soll, könnte noch mehr Verbrechen begangen haben. In einem Geheimraum im Keller seines Bauernhauses fanden Beamte Hinweise auf weitere Straftaten.

Der Wilderer posiert mit Waffe und erlegtem Tier für ein Foto
Legende: Hier posiert der Wilderer mit Waffe und erlegter Beute. Keystone

Eine verkohlte Leiche: Das fand die österreichische Polizei bei der Durchsuchung des Bauernhauses des mutmasslichen Wilderers. Es spreche einiges dafür, dass es sich dabei um den Gesuchten handelt, erklärte ein Polizeisprecher. Der 55-Jährige hatte sich dort nach der Tötung von vier Personen verschanzt.

Da die Leiche bis zur Unkenntlichkeit verkohlt sei, könne nur eine DNA-Analyse endgültige Gewissheit bringen. Bis dahin dürfte es noch einige Tage dauern.

Wie der Sprecher weiter mitteilte, fanden die Beamten in einem Geheimraum im Keller des Hofes zudem Hinweise auf weitere Straftaten. Um was es sich dabei handelte, wollte der Polizeisprecher nicht kommentieren.

Der 55-Jährige soll mehrere Jahre gewildert haben. Der konkrete Vorwurf: Er soll aus einem fahrenden Wagen immer wieder Hirsche erschossen und ihnen dann den Kopf abgetrennt haben. Die Körper der Tiere liess er liegen.

Offenbar ermittelte die Polizei aber nicht nur wegen Wilderei, sondern auch wegen versuchten Mordes an einem Jäger.

Legende: Video Die Behörden fahren mit grossem Geschütz auf abspielen. Laufzeit 0:27 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.09.2013.

Am Anfang des Blutbades stand der Versuch der Polizei, den mutmasslichen Wilderer zu stellen.

Mit einer Polizeisperre sollte der Wilderer in der Nacht zum Dienstag in einem Wald bei Annaberg gestellt werden.

Der Versuch der Polizei, den Mann danach zu fassen, aber lief gewaltig schief.

Der Verdächtigte durchbrach mit seinem Wagen eine Strassensperre und eröffnete sofort das Feuer. Er traf einen Beamten der Sondereinheit Cobra, der später im Krankenhaus starb.

Er flüchtete und erschoss zwei weitere Polizisten und einen Sanitäter. Später brachte der mutmassliche Wilderer einen vierten Polizisten um. Er hatte ihn als Geisel in seinen Bauernhof in Annaberg mitgenommen.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von kari huber, surin
    Schon wieder einer, der uns laut auslacht! Die Gesellschaft wollte ihn einsperren. Dafür hat er 4 Menschen umgebracht. Wäre es nicht an der Zeit, in solche Fällen gnerell "shoot to kill" zu erlauben? Ein Mord ist schon tragisch genug. Aber warum muss auch wenn völlig klar ist, wer mordet und dass er mordet, noch auf Regelungen Rücksicht genommen werden, die einzig dazu da sind, Unschuldige zu schützen? Da ist die Gesellschaft wohl nicht human sondern blöd.
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    1. Antwort von ein Hinseher, Kleinbösingen
      Was passiert, wenn die Polizei zu viel Kompetenz zum töten hat, sieht man immer wieder in den USA, wo gerade diese Woche wieder ein 24 Jahre junger Mann "aus Versehen" erschossen wurde, obwohl er sichtbar unbewaffnet war. Wir wollen keine Rambos in Uniform!
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Dieser Typ war offensichtlich ein Vollpsychopath - Tiere totschiessen und nur ihre Köpfe mitnehmen?! Das ist nicht Wildererei, das ist Ausdruckung einer krankhaften Störung! Das einzig Positive an dieser trauriger Angelegenheit ist, dass dieser Mörder den Anstand hatte, sich umzubringen und dem österreichischen Steuerzahler viel Geld sparte.
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    R.Fauser, kommt hinzu, Wilderer nehmen allgemein, ebenso wie Jäger, keine Rücksicht auf bestehende Verbände der Wiederkäuer und Wildschweine, zerschiessen die Sozialstruktur u.machen sich damit schuldig an besonders durch Wildsäue angerichteten Schäden und ihrer extremen Vermehrung.. Ausserdem wird auch in der Schonzeit gewildert. Kitze oder sonstige Jungtiere sind dann noch auf ihre Mütter angewiesen und verenden ohne sie elendiglich. Wieso überlegt sich ein Naturschützer wie Du sowas nicht?
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Dazu kommt auch noch, dass sowohl die Wilderer als auch die "offiziellen" Jäger, von denen viele charakterlich nicht besser sind als die Wilderer und die nicht wegen des Erhalts der Natur, sondern aus reiner Lust am Töten und Abschlachten dabei sind, die Wälder und Felder mit ihrem Gewehrblei vergiften - auch mit "moderner" Ausrüstung. Leider habe ich mit meiner Voraussage, dass früher oder später mit einem "Jäger" eine Tragödie mit mehreren Toten passieren wird, Recht bekommen.
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    2. Antwort von Juha Stump, Zürich
      2. Teil: Diese Tragödie sollte wieder einmal zu Diskussionen führen, wozu es überhaupt die Jagd gibt. Nicht vergessen: So gut wie alle Wilderer haben auch eine Jagdausbildung bekommen. Niemand bestreitet, dass seriös ausgebildete Wildhüter notwendig sind, aber die Hobbyjägerei sollte verboten werden. Da die Jäger in Politik und Wirtschaft jedoch eine gute Lobby haben, tut sich da nichts. Ich habe noch Zeiten miterlebt, als rot gekleidete "Gentlemen" hoch zu Ross Füchse jagten.
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    3. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      J.Stump,Jägerkreise verbreiten darüber gröbsten Unsinn,aber der Kt GE ist seit 1974 jagd-+hegeabschussfrei+die Vielfalt in Fauna+Flora seither grösser denn je.Gezielte strukturelle Aufwertungen+Vernetzungen tragen zum Aufschwung der Biodiversität bei.Selbst die Abschüsse der Wildsaujagdflüchtlinge aus FR+Vd werden wohl inzwischen auch eingestellt worden sein,da die Zerschiessung der Sozialstruktur wie hier zu Vermehrung+Vandalismus führte.S/Bafu,Bestände aller Arten sind selbstreguliert stabil.
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