- 1200 Beamte seien in 28 Städten im Einsatz, erklärte das Innenministerium des Bundeslands Nordrhein-Westfalen.
- Zuvor hatten Behörden den Verein Hells Angels Motorcycle Club Leverkusen verboten.
- Der Präsident des Ablegers wurde festgenommen; gegen ihn liegt ein Haftbefehl vor.
Es handelt sich laut Ministerium um einen der grössten Einsätze zur Bekämpfung der Rockerkriminalität in der Geschichte Deutschlands. Demnach werden seit den frühen Morgenstunden mehr als 50 Objekte durchsucht. Auch Spezialeinsatzkräfte sind im Einsatz.
Federführend sind die Polizei Düsseldorf und die Spezialstaatsanwaltschaft der Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten (ZeOS) in Nordrhein-Westfalen. Es geht bei dem Ermittlungsverfahren unter anderem um den Verdacht der Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung sowie der räuberischen Erpressung.
In Langenfeld wurde laut den Ermittlern ein 46 Jahre alter Beschuldigter festgenommen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) handelt es sich um den Präsidenten der Hells Angels in Leverkusen. Gegen den 46-Jährigen liegt laut ZeOS ein Haftbefehl vor.
Mehrere Ableger wurden zuvor verboten
Die Durchsuchungen in Wohnungen und Geschäftsräumen von Vereinsmitgliedern und Unterstützern begannen um 4 Uhr und dauerten zunächst an. Neben der Suche nach Beweisen geht es der Polizei bei der gross angelegten Aktion auch um die Sicherung von Vermögenswerten. Bei einer früheren Razzia gegen die Rocker waren unter anderem Motorräder und Bargeld beschlagnahmt worden.
In Nordrhein-Westfalen waren in den vergangenen Jahren bereits andere Hells-Angels-Ableger, sogenannte Chapter, verboten worden. Wie die Zeitung «Neue Westfälische» vor wenigen Tagen berichtete, hatten die Hells Angels zuletzt 29 Chapter im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland. Mit 469 Mitgliedern sei der Klub zuletzt stark gewachsen – unter anderem durch Überläufer der verfeindeten Bandidos. Damit waren die Hells Angels personell bislang die grösste Rockergruppe in Nordrhein-Westfalen.