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Chile: Ausschreitungen trotz Ausgangssperre
Aus Nachrichten vom 20.10.2019.
abspielen. Laufzeit 01:02 Minuten.
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Präsident Piñera lenkt ein Drei Tote bei gewaltsamen Protesten in Chile

  • Bei den Protesten sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Sie starben nach Behördenangaben in einem brennenden Supermarkt in der Hauptstadt Santiago de Chile.
  • Chiles Staatschef Sebastián Piñera hat eine Preiserhöhung der U-Bahn in der Hauptstadt Santiago rückgängig gemacht.
  • Damit reagiert er auf die tagelangen Proteste im südamerikanischen Land.

«Ich habe die Stimme meiner Mitbürger gehört», sagte Präsident Sebastián Piñera am Samstagabend bei einer Ansprache – und er werde ihr mit Demut folgen. Deshalb werde er die geplante Preiserhöhung der U-Bahn-Tickets rückgängig machen.

Die Proteste hatten sich vor knapp einer Woche entzündet, als die Fahrpreise der U-Bahn von 800 auf 830 Pesos angehoben wurden, was umgerechnet einer Erhöhung von vier Rappen entspricht.

Eine Demonstrantin mit einem Karton-Schild
Legende: «Es geht nicht um die 30 Pesos, es geht um den Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt», so eine Demonstrantin. Keystone

Nach erneuten Ausschreitungen in der Hauptstadt wurde am Samstag eine Ausgangssperre in der chilenischen Hauptstadt verhängt. Die Ausgangssperre, die erste in Chile seit Wiederherstellung der Demokratie 1990, galt während der Nacht in Santiago de Chile und Umgebung.

Zu Beginn der Sperrzeit versammelten sich gemäss Nachrichtenagenturen Tausende auf den Plätzen der Stadt. Es kam zu Plünderungen und Bränden.

Video
Proteste in Santiago de Chile (unkomm.)
Aus News-Clip vom 20.10.2019.
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Schäden in Millionenhöhe

Bei einem Brand in einem geplünderten Supermarkt kamen drei Personen ums Leben. Zwei Menschen waren sofort tot, ein drittes Opfer erlag im Spital seinen schweren Verletzungen.

In der Hauptstadt wurden am Samstag erneut U-Bahn-Züge und Busse in Brand gesetzt. Die Protestwelle weitete sich am Samstag auf die Städte Valparaíso, Concepción und Viña del Mar aus. Neben der Fahrpreiserhöhung in Santiago hat auch eine landesweite Erhöhung der Stromtarife den Unmut der Bevölkerung angeheizt.

Am Freitag sind nach Angaben Piñeras 78 U-Bahn-Stationen zerstört oder beschädigt worden. Ein Vertreter der U-Bahn-Verwaltung schätzte die Schäden auf 200 Millionen Dollar. Der gesamte U-Bahn-Verkehr auf dem etwa 140 Kilometer langen Streckennetz wurde eingestellt. Es sei nicht zu erwarten, dass der Dienst am Montag wieder aufgenommen werden könne, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens.

Insgesamt wurden nach Polizeiangaben am Freitag 308 Menschen festgenommen und 156 Polizisten verletzt. In Santiago wurde der Unterricht an Schulen für Montag ausgesetzt. Fussballspiele und Konzerte wurden in der Hauptstadt am Wochenende vertagt, Kaufhäuser blieben grösstenteils geschlossen.

Karte Chiles
Legende: Chile erstreckt sich an der südamerikanischen Pazifikküste über 4200 Kilometer. SRF
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3 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Müller, Santiago de Chile  (urm)
    Piñera - ein hoffnungslos - überforderter Präsident. Die Rücknahme der Preiserhöhung wird Null und Nichts bewirken. Der Volkszorn ist damit nicht mehr zu besänftigen. Zu lange wurde das Volk zu Gunsten der obersten Kaste für 'dumm' verkauft und betrogen wo es nur möglich war. Jetzt ist es endlich aufgewacht.
    Die grösste Fehlentscheidung von Piñera war, ausgerechnet jetzt das Militär auf die Strassen zu schicken; Der Putsch von '73 ist noch sehr präsent beim arbeitenden Volk
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    1. Antwort von Urs Müller, Santiago de Chile  (urm)
      Ein weiterer Schuss, der für Piñera nach hinten los gegangen ist: Er ist eine Mini-Kopie von Trump. Ein narzistischer, milliardenschwerer Geschäftsmann, aber kein Politiker. Innenpolitisch nicht erfolgreich und krankhaft darauf versessen, aussenpolitisch zu glänzen. Am nächsten Wochenende soll ein Gipfeltreffen mit u.a. Trump und Xi Jingpin in Santiago stattfinden. Die aktuellen Vorzeichen für Piñera stehen allerdings momentan auch da sehr schlecht um wenigstens damit zu glänzen. Tja ...
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    2. Antwort von Remy Chevalier  (CheRemy)
      @Müller: Sie blenden aber auch einiges aus. In Chile gibt es keine Rechte Linke so wie wir es hier in der Schweiz verstehen. Chiles Politiker sind mehrheitlich Korrupt. Seit den 90‘er wurde Chile von Mitte Links regiert (über 20Jahre). Es wurde auch in dieser Zeit nicht besser.
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