Zum Inhalt springen
Inhalt

Präsidentenwahl in Brasilien Rechtspopulist Bolsonaro siegt klar

Legende: Video Präsidentenwahl in Brasilien abspielen. Laufzeit 01:28 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 08.10.2018.
  • Der rechtsgerichtete Jair Bolsonaro hat die erste Runde der Präsidentschaftswahl gewonnen.
  • Bolsonaro kommt auf rund 46 Prozent. Sein linker Widersacher Haddad auf 29 Prozent.
  • Die beiden Kandidaten treten am 28. Oktober in einer Stichwahl gegeneinander an.

Umfragen hatten den Rechtspopulisten Bolsonaro zuletzt bei rund 36 Prozent gesehen. Bei der Wahl erhielt er nun deutlich mehr Stimmen und kam sogar nahe an die absolute Mehrheit. Der Ex-Offizier ist wiederholt mit rassistischen und sexistischen Äusserungen aufgefallen.

Bolsonaro sagte in einer nach dem Wahlgang ausgestrahlten Video-Aufzeichnung, dass er den Sieg schon in der ersten Runde davongetragen hätte, wenn es keine Probleme mit den elektronischen Wahlmaschinen gegeben hätte. Weiter ging er nicht darauf ein. Haddad warnte, dass die Demokratie in Brasilien in Gefahr sei und rief zur Einigkeit vor der Stichwahl auf.

Legende: Video Jubelscharen vor Bolsonaros Haus abspielen. Laufzeit 00:25 Minuten.
Aus News-Clip vom 08.10.2018.

«Unser Präsident!»

Bolsonaro machte in der Vergangenheit mit frauenverachtenden und gewaltverherrlichenden Aussagen auf sich aufmerksam. Der Korruption in Lateinamerikas grösster Volkswirtschaft hat er den Kampf angesagt. Bei seinem Auftritt nach der ersten Wahlrunde versprach er eine Absenkung der Lohnsteuer. Staatsbetriebe würden unter seiner Präsidentschaft privatisiert oder «ausgelöscht». Fabrikbesitzer will er von staatlichem Druck befreien und sein Kabinett auf maximal 15 Minister begrenzen. Unterstützer jubelten ihm am Sonntag vor seinem Haus in Rio de Janeiro zu und riefen «Unser Präsident!».

Gegenüber der Militärdiktatur in Brasilien von 1964 bis 1985 zeigte der Ex-Fallschirmjäger und Armee-Hauptmann wiederholt Sympathie. Die Umfragewerte des 63-jährigen legten nach einer lebensgefährlichen Messerattacke auf ihn bei einer Wahlkampfveranstaltung vor einem Monat deutlich zu.

Haddad mit erhobener Faust.
Legende: Haddad durfte erst spät auf die Unterstützung Lulas zählen. Keystone

Jubel auch bei Haddads Wahlkampfzentrale

Haddad macht dagegen das schlechte Image seiner linken Arbeiterpartei zu schaffen, die nach über einem Jahrzehnt an der Macht in zahlreiche Korruptionsskandale verwickelt ist. Der ehemalige Bürgermeister von Sao Paulo trat anstelle des früheren Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva an, der nach einer Verurteilung wegen der Annahme von Schmiergeldern in Haft ist
und nicht antreten durfte. Nach den ersten Hochrechnungen brach in Haddads Wahlkampfzentrale in Sao Paulo Jubel aus, als klar wurde, dass es eine Stichwahl geben wird.

Legende: Video Karen Naundorf zum Favoriten Bolsonaro abspielen. Laufzeit 00:33 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.10.2018.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

42 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von W Streuli (Wernu)
    Was bedeudet der Wahlsieg von ®J.Bolsonaro für den Amazonaswald?Wobei egal ob links oder rechts,gerodet wird dort eh auf Teufel komm raus
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Simon Weber (Weberson)
      Ja dem hätte eine Wahl Marina Silva's ein jähes Ende bereiten können. Aber bevor sich dieses Land dem Umweltschutz widmen kann, hat es leider diverse grundliegendere Probleme zu lösen. Ob Bolsonaro der Richtige ist um das Land einen Schritt weiter zu bringen und nicht nur noch mehr Geld in die Säcke der Reichen verschiebt, wage ich zu bezweifeln..
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christoph Ringger (cringger)
    Je ein Sohn sitzt im Bundessenat, resp. in der Abgeordnetenkammer. Die Ära Bolsonaro ist eingeläutet.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beni Fuchs (Beni Fuchs)
    Trump, Kim, Putin, Erdogan, Duterte, Prayut, Orban, Salvini...etc... Nun noch Bolsanaro.... Welcome to the Club! Beunruhigend, die Tendenzen...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Michael Räumelt (Monte Verita)
      .. Sie haben offensichtlich die diktatorische "EU vergessen Herr Fuchs,nebst Ihren Populisten C. Junker mit seinen Slogan "wenn es ernst wird muss man lügen".
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Beni Fuchs (Beni Fuchs)
      Ich hab noch einige Diktatoren und diktatorische Regierungen vergessen, Herr Räumelt ;-) ... es hätten gar nicht alle Platz in den 500 Zeichen, die hier zur Verfügung stehn... (bin auch kein Freund der EU, aber wohl aus anderen Gründen als Sie... ;-)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Toni Koller (Tonik)
      @Räumelt: Wer Juncker und die Europäische Union mit Duterte, Putin, Erdogan u.dgl. gleichsetzt, offenbart einige Einfalt. Statt solch haltloser Polemik wäre eine minimale Differenziertheit am Platz. Sonst wird man den unterschiedlichen Gegebenheiten auf der Welt nicht gerecht.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Michael Räumelt (Monte Verita)
      Koller@ haltlose Polemik ? Wer wie die "EU" ein Unrechtssystem (Türkei usw.) mit Milliarden unterstützt ist Erfüllungsgehilfe in diesen Club. Die EU eine Diktatur unter dem Deckmantel einer Demokratie ...Immer dann wenn ein Rechtsgebiet durch eine EU-Verordnung geregelt wird, hat der EU-Mitgliedstaat keine Befugnis mehr in diesem Rechtsgebiet, um irgend etwas zu regeln.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    5. Antwort von Toni Koller (Tonik)
      @Räumelt: Na und? Die EU-Länder haben sich freiwillig dem "Verein" EU angeschlossen und halten halt jetzt seine Spielregeln ein. Das ist ja auch innerhalb der Schweiz so: Immer wenn ein Rechtsgebiet durch die Eidgenossenschaft geregelt wird, haben die Kantone keine Befugnis mehr in diesem Rechtsgebiet, um irgend etwas zu regeln. Das gilt hier seit 1848, und seither hat sich die Welt etwas gewandelt - so dass sich vernünftigerweise auch unterschiedliche Länder ein paar gemeinsame Regeln geben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen