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Selenski: «Alles ist möglich»
Aus Tagesschau vom 22.04.2019.
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Präsidentenwahl in der Ukraine Trump gratuliert TV-Star Selenski zum Sieg

  • Der politische Quereinsteiger Wolodymyr Selenski hat die Stichwahl um das Präsidentenamt gemäss vorläufigen Ergebnissen klar gewonnen.
  • Nach der Auszählung von gut der Hälfte aller Stimmen kommt 41-Jährige am frühen Montagmorgen auf rund 73 Prozent der Stimmen.
  • Amtsinhaber Petro Poroschenko liegt dagegen bei knapp 25 Prozent der Stimmen. Er hat seine Niederlage eingeräumt und dem Herausforderer zum Sieg gratuliert.
  • Auch mehrere Staats- und Regierungschefs, darunter Donald Trump und Emmanuel Macron, haben den Entertainer beglückwünscht.

Mit Selenski kommt in dem Land zwischen der EU und Russland erstmals ein Staatsoberhaupt ohne jedwede Regierungserfahrung ins Amt. Zudem hat noch nie ein Präsident der unabhängigen Ukraine ein solch starkes Ergebnis erzielt. Selenski, der jüngste Präsident der ukrainischen Geschichte, strebt einen EU-Beitritt an. Über einen umstrittenen Nato-Beitritt der Ukraine soll eine Volksabstimmung entscheiden.

Selenski kündigte zudem an, den Friedensplan für den umkämpften Osten wiederzubeleben. Seit 2014 kämpfen in den Gebieten Donezk und Luhansk Regierungssoldaten gegen prorussische Separatisten. Rund 13 000 Menschen sind dabei nach UN-Angaben getötet worden.

Polit-Neuling Wolodymyr Selenski.
Legende: Selenski will den Konflikt im Osten der Ukraine beenden. Reuters

Der in seiner Heimat gefeierte Showstar Selenski spielt seit Jahren einen Präsidenten der Comedy-Serie «Sluha Narodu» – zu Deutsch: Diener des Volkes. Wie in der Serie, in der ein Geschichtslehrer überraschend Staatschef wird, will er nun als «einfacher Mensch», wie er sagt, das von Korruption geprägte System in seiner Heimat zerstören.

Trump gratuliert

US-Präsident Donald Trump habe den 41-Jährigen angerufen und auch das ukrainische Volk zur friedlichen und demokratischen Wahl beglückwünscht, teilte sein Sonderbeauftragter Kurt Volker bei Twitter mit. «Wir werden die Ukraine weiter unterstützen bei ihren Anstrengungen, die territoriale Unversehrtheit herzustellen und Russlands Aggression abzuwehren», schrieb der US-Vertreter.

Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gratulierte Selenski am Telefon, wie der Wahlsieger auf seiner Facebook-Seite mitteilte. Macron hatte den Komiker wie auch Poroschenko kurz vor der Abstimmung in Paris empfangen. Bei Twitter gab es zudem Glückwünsche von der EU und der Nato.

Poroschenkos Wahlkampf ging nicht auf

Der amtierende Staatschef Petro Poroschenko hatte einen nationalkonservativen Wahlkampf geführt. Er warnte davor, dass der russische Präsident Wladimir Putin sich das Land unterwerfen wolle. Selenski wies dabei Vorwürfe zurück, eine russische Marionette zu sein.

Petro Poroschenko
Legende: Amtsinhaber Petro Poroschenko räumte seine Niederlage ein. Keystone

Der Oligarch Poroschenko war nach den pro-europäischen Protesten auf dem Maidan – dem Unabhängigkeitsplatz – in Kiew vor fünf Jahren der grosse Hoffnungsträger der EU und der USA. Er hatte bereits vor der sich abzeichnenden Wahlschlappe gesagt, jedes Wahlergebnis zu akzeptieren. «Ich verlasse mich auf die Weisheit des ukrainischen Volkes», meinte er am Wahltag. Die Ukraine steckt seit mehreren Jahren in einer Wirtschaftskrise. Viele Menschen hoffen besonders auf mehr Wohlstand – vor allem auf steigende Löhne und Renten sowie sinkende Lebenshaltungskosten.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Mueller  (Elbrus)
    Eine vernichtende Niederlage für Poroschenko die USA, NATO und die EU. Poroschenko wurde im Osten der Ukraine mit über 80% abgewählt - politisch vernichtet könnte man auch sagen. Zelensky muss jetzt schnellstmöglich alle Reisebeschränkungen nach Russland aufheben sonst ist er in 6 Monaten dran. Obwohl ein ganz grosser Kandidat fehlt ,hat der Osten der Ukraine komplett einmütig den "Chaoten" in Kiew eine Lektion erteilt.
    Zelensky hat keine Partei -wir richten uns auf Neuwahlen in 8 Monaten ein.
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  • Kommentar von Harald Buchmann  (Harald_Buchmann)
    Ein Komiker ohne politische Erfahrung... Das erinnert doch sehr an Donald Trump. Solange er sich aber nicht wie Poroschenko mit rechtsextremen Banderas-Fans verbündet, halte ich die Wahl für sehr positiv. Sie zeigt auch den geschwächten Einfluss der USA auf die Ukraine.
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  • Kommentar von Stanic Drago  (Putinversteher)
    Diese Résultat macht Hoffnung für gesamte Ukraine. Poroschenko hat 5 Jahrelang Hass auf Russland und Russen gefordert. Seine Katastrophe zeigt, dass ukrainische Volk nicht an solche Hassparole fällt und jede nächste Presidänt soll wissen, dass mit Hass sähen gewinnt man kein Wahl. Selensky muss jetzt versuchen alle Fehler von Poroschenko zu verbessern. Erste wird sein Verhandlungen über Gaslieferungen erfolgreich abzuschliessen. Vielleicht schafft er es, dass diese Winter Ukrainer nicht frieren.
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