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Olympia: Laurel Hubbard, Gewichtheberin, Neuseeland, Transgender
Aus SRF 4 News aktuell vom 21.06.2021.
abspielen. Laufzeit 02:42 Minuten.
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Premiere für Olympia Erstmals Transgender-Athletin an Olympischen Spielen

Vorteil trotz strenger Vorgaben? Die Olympia-Teilnahme der Transgender-Gewichtheberin Laurel Hubbard weckt leise Kritik.

Laurel Hubbard ist eine 43-jährige Gewichtheberin aus Neuseeland, die als Mann geboren wurde und vor acht Jahren eine geschlechtsangleichende Operation vornehmen liess. Seither tritt sie bei Wettkämpfen als Frau an – und das durchaus erfolgreich.

Nun wurde sie vom neuseeländischen Verband für die Olympischen Spiele nominiert und wird damit als erste Transgender-Athletin um Medaillen kämpfen und möglicherweise Sportgeschichte schreiben.

Testosteron-Wert muss stimmen

Dies wurde möglich, nachdem das Internationale Olympische Komitee vor fünf Jahren eine klare Regel zum Testosteron-Wert für Frauen aufstellte, wie SRF-Sportredaktor Marco Nüssli erklärt.

So muss der Testosteron-Wert bei Transgender-Sportlerinnen zwölf Monate lang unter einem bestimmten Grenzwert liegen. Die Regel gilt selbst dann, wenn noch keine geschlechtsangleichende Operation erfolgte. Ist der Testosteron-Wert aber unter dieser Grenze, steht einer Teilnahme bei Frauen-Wettkämpfen nichts im Weg. Dies scheine bei Laurel Hubbard offenbar der Fall zu sein, so Nüssli.

Laurel Hubbard.
Legende: An der WM in Anaheim in Kalifornien im Dezember 2017 erreichte die Neuseeländerin Laurel Hubbard den zweiten Platz im Reissen und belegte insgesamt den zweiten Platz in der Gewichtsklasse von 90+ Kilogramm. 2019 gewann Hubbard bei den Pazifikspielen in Apia (Samoa) die Goldmedaille. Keystone/Archiv

Ganz ohne Kritik aus der Sportlerinnen-Gemeinde blieb die Nominierung von Laurel Hubbard an Olympia aber nicht, auch wenn sich kaum jemand gegen die Transgender-Gemeinde stellen möchte.

«Unfair»? – «schlechter Scherz»?

So sprach etwa eine belgische Konkurrentin von Hubbard aus der Super-Schwergewichtsklasse von einem «schlechten Scherz». Es sei «unfair gegenüber dem Sport und den Athletinnen».

Es wird also befürchtet, dass Laurel Hubbard aufgrund ihrer Vergangenheit als Mann Vorteile hat – trotz des überwachten Testosteron-Werts. Denn Knochen- und Muskelstruktur sind bei einem Mann naturgemäss anders als bei einer Frau, und Laurel Hubbard hat als Mann die ganze Pubertät durchgemacht.

Sie gehört auch in diesem Jahr zu den besten Athletinnen der Welt in ihrer Gewichtsklasse.
Autor: Marco NüssliSportredaktor, SRF

Die Chancen, dass Laurel Hubbard in Tokio als erste Transgender-Athletin eine Medaille holt, sind durchaus intakt, wie Sportredaktor Nüssli sagt: «Sie gehört auch in diesem Jahr zu den besten Athletinnen der Welt in ihrer Gewichtsklasse.»

SRF 4 News, 21.06.2021, 09:40 Uhr;

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73 Kommentare

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  • Kommentar von Vinzenz Böttcher  (AfroKaiser)
    Man könnte die Teilnahme auch einfach auf Personen mit zweifelsfrei bestimmbarem Geschlecht, ohne irgendwelche Hormonbehandlungen und ohne entsprechende Krankheiten begrenzen. Wenn man jeden Randfall berücksichten will, ist Fairness nicht herstellbar.
  • Kommentar von Irmgard Wiesner  (Irmgard Wiesner)
    In den USA gibt es Sportwettbewerbe auf High-School Ebene, wo den Siegern eine Einladung ins Team einer Elite-Universität winkt. Und da kommt es mehr und mehr vor, dass Transgender, die als Mann unter "ferner liefen" lagen, als Frau problemlos die Leichtathletikkämpfe so dominieren wie dass biologische Frauen gegen diese Gegner chancenlos sind, obwohl sie in Kämpfen ohne Transgender-Frauen ausgezeichnete Resultate haben. Das sind nicht gleiche Chancen für alle.
  • Kommentar von Fabian Engeler  (Fabian Engeler)
    Gerne empfehle ich allen hier Kommentierenden einmal im Internet nachzuschauen, wie oft Trans Athlet*innen im Profisport gewinnen. Trans Athlet*innen dürfen nämlich seit 2003 an Olympia teilnehmen, nur hatte bisher noch nie ein*e Trans Athlet*in die Qualifaktion geschafft.
    Es gibt zudem wie im Artikel erwähnt strenge Richtlinien (wie Testosteron-Level), die darüber entscheiden ob Trans-Athlet*innen starten dürfen. Lasst also die Panikmache, und lasst Laurel Hubbard einfach Gewichtheben.