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Legende: Video Deutsche Bahn in der Krise abspielen. Laufzeit 02:01 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.12.2018.
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Problembündel Deutsche Bahn Holpriger Weg aus der Krise

Die Deutsche Bahn hat den massiven Kundenzuwachs unterschätzt. Züge fallen aus und die Infrastrukturmängel sind immens.

In Berlin haben sich diese Woche die Spitzen der Deutschen Bahn (DB) und des Bundesverkehrsministeriums zu einem Krisengespräch getroffen. Der Grund: Immer mehr Züge fallen aus oder sind unpünktlich, hinzu kommen grosse Infrastrukturmängel.

Der Unmut über die Deutsche Bahn ist gross und er lässt sich auch in den Zahlen ablesen. Gemäss einem internen Bericht sind nur 20 Prozent der Intercity-Express-Züge (ICE) vollständig funktionsfähig. Alle anderen haben Mängel: defekte Toiletten, geschlossene Bordbistros und fehlende Sitzplätze. Immer öfter fallen Züge aus.

Infrastrukturschäden werden nur dort behoben, wo sie sicherheitsgefährdend sind, weil das dafür notwendige Personal fehlt. Genauer gesagt sind es 5800 Fachkräfte.

Für Claus Weselsky, Chef der Lokführergewerkschaft (GDL), ist die Ursache klar: «Wir haben es damit zu tun, dass ein System, welches über Jahrzehnte auf Sparen getrimmt wurde, nunmehr kollabiert.»

Nur 73 Prozent der Züge pünktlich

Die fehlenden Fachkräfte und die marode Infrastruktur schlägt sich auch in der Pünktlichkeit nieder. Nur 73 Prozent der Züge sind pünktlich. Im Vergleich dazu sind es in der Schweiz 90,2 Prozent.

Die DB reagiert mit mehr und neuen Zügen auf den meistbefahrenen Strecken. Das sei aber nicht die Lösung, sagen Bahnexperten. Es brauche zuallererst mal ausreichend Personal sagt Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband «Pro Bahn»: «Wenn sie kein Personal zum Saubermachen haben oder um Toiletten zu reparieren, dann können sie so viele Programme machen wie sie wollen.»

Schnellstmöglich sucht die Bahn nun Fachkräfte und ab 2020 soll ein Taktfahrplan nach Schweizer Vorbild die Züge pünktlicher machen.

Einschätzung Adrian Arnold

Die Deutsche Bahn (DB) ist Opfer ihres Erfolgs geworden. Die Konzernführung hat den massiven Kundenzuwachs in den vergangenen Jahren unterschätzt. Deshalb fordert nun die deutsche Bundesregierung einen sofortigen Stellenausbau.

Doch das braucht Zeit. So dürfte sich auch im kommenden Jahr kaum etwas verbessern am ziemlich schlechten Zustand der Deutschen Bahn.

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Steiner (Peterlis)
    Der direkte Vergleich der Pünktlichkeit im Artikel ist so nicht korrekt. Die 73% in Deutschland beziehen sich auf die Zugsankünfte mit Verspätung unter 5:59 min, ohne Berücksichtigung von Ausfällen. Die 90.2% bei der SBB sind hingegen die Kundenpünktlichkeit mit einer Toleranz von 2:59 min. Dabei werden volle Züge entsprechend höher gewichtet und die Anschlüsse miteinbezogen. Die 5min-Zugspünktlichkeit bewegt sich eher im Bereich von 95 bis 97%.
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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Mit diesem Verhalten verletzt die DB bilaterale Verträge.Warum wird da nicht geklagt auf die Millionenverluste,hat man etwa Schiss vor dem grossen "Bruder",oder ist
    sich im klaren,dass immer der Grosse gegen den Kleinen gewinnt?Haben unsere Verkehrspolitiker kein Rückgrat?
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    1. Antwort von Simon Reber (kokolorix)
      Um eine Klage einzureichen, müsste es einen juristisch einwandfreiem Verstoss gegen einen der Verträge geben. Ich bezweifle, dass die Pünktlichkeit der EU Züge Gegenstand eines bilateralen Vertrages ist.
      Es ist wenig hilfreich ein Unternehmen welches in der Krise steckt auch noch juristisch zu beharken. Glauben sie, dass die DB ihre Züge pünktlicher fahren lässt weil ein Richter ihr das so vorschreibt?
      Hilfreich hingegen wäre die Einsicht, dass der ÖV ein Service-Public ist.
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  • Kommentar von Klaus Kreuter (KallePalle)
    Nützt es etwas wenn man jetzt auch noch draufschlägt? Fakt ist dass die DB in einem jämmerlichen Zustand ist. Marode Bahnhöfe, Geleise die dringender Reparatur bedürfen und und und. Fakti ist auch dass die Berliner Politik seit Jahren abgehalfterte Politiker als Chef`s zur DB wegschiebt. Das Ergebnis sieht man. Nun werkelt ein Verkehrsminister der McKinsey o.ä. braucht um Ratschläge zu bekommen. Was ist denn das? Vielleicht schätzen wir jetzt mal unseren Bahnchef für das was er tut.
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