- Ein eintägiger Generalstreik hat das Leben in Portugal deutlich beeinträchtigt.
- Besonders im Verkehr ist es landesweit zu massiven Störungen gekommen, wie die Zeitung «Correio da Manhã» und andere Medien berichten.
- Der Streik richtet sich gegen die geplante Arbeitsmarktreform der konservativen Regierung.
Es handelt sich um den zweiten Generalstreik gegen die geplante Reform nach einem ersten Protestausstand im November. Die Minderheitsregierung von Ministerpräsident Luís Montenegro plant eine Reform des Arbeitsrechts, die mehr als hundert Änderungen vorsieht. Ziel seien eine Steigerung der Produktivität und der Wettbewerbsfähigkeit.
Während die Regierung von mehr Arbeitsplätzen und höheren Löhnen spricht, widersprechen die Gewerkschaften: Es käme im Gegenteil zu Lohnsenkungen, Kündigungen und mehr befristeten Arbeitsverträgen, so der portugiesische Gewerkschaftsdachverband CGTP.
Eingestellte U-Bahn, gestrichene Flüge und Abfall auf den Strassen
In Lissabon stand die U-Bahn bereits seit dem späten Dienstagabend komplett still, im Bus- und Bahnverkehr galten in der Hauptstadt und auch in anderen Regionen des beliebten Urlaubslandes teils nur Notdienste. An Bushaltestellen und Taxiständen bildeten sich zum Teil sehr lange Schlangen.
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Bild 1 von 4. In Lissabon fahren kaum mehr Busse. Zwei Frauen klopfen gegen die Türe eines abfahrenden Busses, um doch noch mitzukommen (3.6.2026). Bildquelle: Keystone / AP Photo / Armando Franca.
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Bild 2 von 4. Mehrere Flüge wurden wegen des Streiks gestrichen, in Lissabon traf es mehr als die Hälfte der Flüge. Bildquelle: Keystone / AP Photo /Armando Franca.
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Bild 3 von 4. Währen des 24-Stunden-Streiks stehen Züge in Lissabon still. Bildquelle: Keystone / AP Photo / Armando Franca.
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Bild 4 von 4. Vor den noch fahrenden Bussen bilden sich lange Schlangen. Bildquelle: Keystone / AP Photo / Armando Franca.
Auch der Luftverkehr wurde erheblich gestört: Am Flughafen Lissabon wurde laut dem Betreiber ANA wegen des Ausstandes mehr als die Hälfte aller Flüge gestrichen. An anderen Flughäfen des Landes betrage die Ausfallquote unterdessen im Schnitt gut 40 Prozent, hiess es. Neben dem Verkehr sind auch Schulen, Universitäten, Spitäler, die Müllentsorgung und weitere öffentliche Einrichtungen betroffen.
Der Gewerkschaftsdachverband CGTP sprach von einer «massiven Beteiligung». «Wir werden die Regierung in die Knie zwingen», versprach CGTP-Chef Tiago Oliveira. Auch die staatliche Nachrichtenagentur Lusa stellte ihre Arbeit ein. Arbeitsministerin Maria do Rosário Ramalho bewertete unterdessen die Beteiligung am Generalstreik als «niedrig». Das gelte insbesondere für den privaten Sektor, betonte sie. Dieser würde von der umstrittenen Reform besonders betroffen sein.