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Stichwahl Sozialist Seguro gewinnt Präsidentenwahl in Portugal

  • Der gemässigte Sozialist António José Seguro hat die Präsidentschaftswahl in Portugal klar für sich entschieden.
  • Nach Auszählung von über 99 Prozent der Stimmen kam der 63-Jährige in der Stichwahl auf 66.8 Prozent, wie die Wahlbehörde mitteilte.
  • Sein Herausforderer, der Rechtspopulist André Ventura, lag bei knapp 33.2 Prozent.

Während Ventura seine Niederlage eingestand, versprach Seguro, er wolle den knapp 10.5 Millionen Einwohnern Portugals in seinem künftigen Amt dienen. Seguro übernimmt die Nachfolge des konservativen Amtsinhabers Marcelo Rebelo de Sousa (77), der nach zwei je fünfjährigen Amtszeiten nicht erneut antreten durfte. Die Amtsübergabe ist für den 9. März vorgesehen.

Seguro hebt die Hand. Daneben seine Ehefrau.
Legende: Seguro nach der Wahl mit seiner Frau. Keystone/EPA/JOSE COELHO

Der konservative Regierungschef Luís Montenegro gratulierte Seguro zum Wahlsieg und zeigte sich zuversichtlich, dass er mit dem nächsten Präsidenten gut zusammenarbeiten werde.

Auch aus dem Ausland kamen Glückwünsche – etwa von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und von der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Gegner weit abgeschlagen

Der Gegenspieler Seguros, der Rechtspopulist André Ventura, landete weit abgeschlagen bei 33.18 Prozent. Schon vor der ersten Wahlrunde hatten 60 Prozent der Befragten gesagt, dass sie auf keinen Fall für den polarisierenden Politiker mit seiner gegen Immigranten gerichteten Agenda stimmen würden.

Ventura hatte eine Verschiebung der Wahl wegen einer ganzen Reihe von Stürmen gefordert, die seit vergangener Woche über das Land hinweggefegt waren.

Dass der 43-Jährige bis zu einem knappen Drittel der Wähler auf sich vereinigen könnte, galt als weiteres Zeichen für den rasanten Aufstieg der Rechtspopulisten. Nur sechs Jahre nach ihrer Gründung war Venturas Partei Chega (Es reicht) im Mai vorigen Jahres bereits zur zweitstärksten Kraft im Parlament in Lissabon avanciert. Sie stellt sich als Anwalt der einfachen Leute dar, die es gegen die als korrupt kritisierten Eliten zu verteidigen gelte.

Das Amt des Präsidenten in Portugal ist zwar überwiegend repräsentativ. Das Staatsoberhaupt verfügt jedoch über wichtige Befugnisse: Es kann unter bestimmten Umständen das Parlament auflösen, Neuwahlen ausrufen und Gesetze per Veto blockieren.

Tagesschau, 08.02.2026, 22:25 Uhr ; 

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