Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

Proteste gegen Lukaschenko Belarus: Erneut Zehntausende an Sonntagsdemonstration

  • Trotz eines Grossaufgebots an Militär und Miliz demonstrieren in Belarus wieder Zehntausende gegen den Machthaber Alexander Lukaschenko.
  • Schon vor Beginn der traditionellen Sonntagsdemonstrationen soll es zahlreiche Festnahmen gegeben haben, wie mehrere auf der Messaging-App Telegram verbreitete Nachrichten zeigten.
  • Bereitschaftspolizei zog Demonstranten aus der Menge und zerrte sie zu Lieferwagen. Gemäss der Menschenrechtsorganisation Wesna gab es mindestens 53 Festnahmen. Die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete zehn Festnahmen.
Video
Verhaftungen bei Demonstration in Minsk
Aus News-Clip vom 27.09.2020.
abspielen

Die Metrostationen im Zentrum von Minsk waren wie an den vergangenen Sonntagen geschlossen, damit möglichst wenige Menschen zu den Protesten gelangen konnten. Am Palast der Republik bezogen Soldaten Stellung. In den Seitenstrassen standen Gefangenentransporter und Hundertschaften der Miliz bereit.

Präsidentenpalast abgeriegelt

Wie eine Festung war der Präsidentenpalast gesichert, weil die Behörden befürchten, dass die Protestmenge den Sitz von Lukaschenko stürmen könnte. Die friedlichen Proteste richteten sich diesmal konkret gegen die international kritisierte sechste Amtseinführung von Lukaschenko am vergangenen Mittwoch.

Der 66-Jährige hatte sich in einem weithin als Geheimoperation kritisierten Staatsakt zum sechsten Mal in Folge als Staatschef vereidigen lassen. Die Demokratiebewegung in Belarus, aber auch die EU erkennen ihn nicht mehr als Präsidenten an. Die Demonstranten sehen die 38-jährige Swetlana Tichanowskaja als die wahre Siegerin der Präsidentenwahl am 9. August.

Sicherheitskräfte haben schon im Vorfeld Verhaftungen vorgenommen und greifen heute wieder durch.
Legende: Sicherheitskräfte haben schon im Vorfeld Verhaftungen vorgenommen und greifen heute wieder durch. Keystone

Keine Verbindung ins Internet

«Sweta ist unsere Präsidentin», skandierten die Menschen in der Stadt. Viele riefen auch: «Lange lebe Belarus!» und «Eto nasch gorod!» («Das ist unsere Stadt»). Damit sich die Menschen nicht verabreden konnten zu den wechselnden Protestrouten, schalteten die Behörden wie an den vorherigen Sonntagen das mobile Internet ab.

Die Sonntagsdemonstration war - wie schon die Frauenkundgebung am Samstag – Tichanowskaja gewidmet – «als echte Amtseinführung durch das Volk». Die Oppositionsführerin, die auf Druck von Lukaschenkos Machtapparat ins benachbarte EU-Land Litauen geflüchtet war, begrüsste den Mut ihrer Landsleute, die nun schon den 50. Tag in Folge auf die Strasse gingen und trotz brutaler Festnahmen keine Angst zeigten.

Auch in anderen Städten kam es zu Demonstrationen. In der Stadt Gomel setzte die Polizei Tränengas und Blendgranaten ein, um eine Demonstration aufzulösen, wie die Agentur Tass meldete.

Demonstranten in Minsk
Legende: Demonstranten versammeln sich in Minsk am 27. September. Reuters

SRF 4 News, 27.09.2020, 13 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Ich habe es hier schon mehrmals geschrieben die EU und auch die Schweiz muss aufhören dauernd gegen Russland zu
    agieren Mit Putin auf Augenhöhe verhandeln und ihn
    als Gleichwertigen
    behandeln und er wird Lukaschenko
    ins Exil schicken
    Das Belarus Drama
    stört den Kreml längst. Nun noch den
    Krieg im Südkaukasus wo der
    Türke Erdogan die Fäden zieht Putin
    hat zu tun
  • Kommentar von Christoph Trümpy  (Chris.62)
    Nur sehr, sehr viele Demonstranten und maximale Medienpräsenz können den machtbesessenen, unberechenbaren Lukaschenko vertreiben !!!
    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Das ist eine Hoffnung....
  • Kommentar von Alexander Markert  (garantiert-trollfrei)
    Interfax meldete zuerst 100 Festnahmen und jetzt über 200, und 100'000 Teilnehmer in Minsk.