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Proteste in Brasilien Zehntausende demonstrieren gegen Präsidentschaftskandidaten

Legende: Video Demonstration in Rio de Janeiro gegen Jair Bolsonaro abspielen. Laufzeit 00:32 Minuten.
Aus News-Clip vom 30.09.2018.
  • In mehreren Städten in Brasilien haben Zehntausende Menschen gegen den rechtsgerichteten Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro demonstriert, unter anderem in Rio de Janeiro und São Paulo.
  • Auch in New York, Dublin, Paris, Budapest und Beirut gab es Demonstrationen.
  • Vor einigen Wochen war Bolsonaro bei einem Messerangriff schwer verletzt worden.
  • Am Wochenende nahm er seinen Wahlkampf wieder auf, nachdem er das Spital verlassen hatte.

«Entweder wir schliessen uns jetzt zusammen und kämpfen oder wir werden später zusammen trauern», sagte Ludimilla Teixeira, die den Protestzug in Rio de Janeiro mitorganisiert hatte. «Wir dürfen nicht erlauben, dass Faschismus in Brasilien voranschreitet.» Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich mindestens eine halbe Million Menschen an den Protestzügen. Die Polizei nannte keine Zahlen.

Bolsonaro bewundert die Militärdiktatur

Gegner kritisieren den Rechtspopulisten Bolsonaro wegen rassistischer, frauenfeindlicher und homophober Äusserungen. So warnte er auch schon davor, Frauen als Arbeitskräfte anzustellen, weil sie schwanger werden könnten. Auch die Verdienstlücke zwischen Männern und Frauen versuchte er schon zu verteidigen.

Bolsonaro
Legende: Gegner kritisieren Jair Bolsonaro als rassistisch, homophob und frauenfeindlich. Reuters

Bolsonaro gilt als Favorit für die erste Runde der Präsidentenwahl am 7. Oktober. Der frühere Armeeoffizier, der offen seine Bewunderung für die 1985 beendete Militärdiktatur geäussert hat, hat als Abgeordneter mit seiner unverblümten Rhetorik und einer harten Haltung zur Verbrechensbekämpfung viele Anhänger gewonnen.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Simon Weber (Weberson)
    Bolsonaro als Präsident wäre nach all seinen absolut dämlichen, völlig unüberlegten Kommentaren ein Schlag ins Gesicht für eine Mehrheit der Bevölkerung (die es zum Teil wohl nicht einmal merkt). Was Brasilien jedoch vielmehr als ein "guter" Präsident braucht -egal ob links oder rechts-, ist eine gesellschaftliche Veränderung und ein grosser Motivationsschub. Und da müssen alle mitmachen. Je Reicher je mehr Verantwortung, aber niemand soll sich seiner entziehen.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Sie sind aber wirklich gewaltig auf dem Holzweg. Die Brasilianer bedürfen keiner Wahl-Instruktionen, sie sind souverän genug und legitimiert sich für den Kandidaten zu entscheiden, den sie wollen.
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  • Kommentar von Arthur Meili (Arthur Meili)
    Lesen Sie "Praesident in Brasilien: Wut, Hass und Sehnsucht - faz 29.9.18"
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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Ich finde diese Proteste gut, damit aufgezeigt wird, dass Kandidaten des oben genannten Zuschnitts für politische Spitzenpositionen nicht geeignet sind und kaum fürs Wohl breiter Bevölkerungsschichten sorgen würden. Eigene Macht zu Gunsten weniger. Es braucht besonnene Kräfte, keine populistischen „Brüelileute“. Es braucht Leute, die den sozialen Ausgleich anstreben - auch still arbeitend und sich vertrauenswürdig dem Volk zuwendend.
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