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Proteste in Weissrussland Tausende Frauen protestieren in Belarus gegen Lukaschenko

  • Tausende Frauen demonstrieren in Belarus (Weissrussland) gegen den umstrittenen Präsidenten Alexander Lukaschenko.
  • Anführerin der Demokratiebewegung ist die Aktivistin Swetlana Tichanowskaja, die bei der Präsidentenwahl gegen Lukaschenko angetreten war. Die Opposition fordert seinen Rücktritt.
  • Für Sonntag ruft die Opposition zu Massenprotesten auf.
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Aus dem Archiv: Mit Schützenpanzern gegen Oppositionelle
Aus Tagesschau vom 30.08.2020.
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Die protestierenden Frauen sind durch die Hauptstadt Minsk gezogen und haben weiss-rot-weisse Fahnen von Belarus geschwenkt. Viele trugen Blumen bei sich. Sie forderten den Rücktritt des autoritären Präsidenten Alexander Lukaschenko.

Litauen wirft EU Untätigkeit bei Belarus vor

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Das EU-Mitglied Litauen wirft der Staatengemeinschaft im Zusammenhang mit Belarus Untätigkeit vor. Dadurch untergrabe die Europäische Union die Glaubwürdigkeit ihrer Aussenpolitik, sagte Aussenminister Linas Linkevicius in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der «Financial Times». Die EU müsse den Einfluss Russlands kontern und der belarussischen Opposition «konkrete Hilfe» zukommen lassen.

Laut der Menschenrechtsorganisation Viasna nahmen etwa 5000 Frauen am Marsch teil. Die Polizei beobachtete den Marsch, bislang wurden aber keine Festnahmen gemeldet. Seit der Präsidentenwahl am 9. August gibt es mittlerweile täglich neue Proteste.

Tausende Frauen protestieren
Legende: Tausende Frauen protestieren in der belarussischen Hauptstadt Minsk gegen die Wiederwahl von Präsident Lukaschenko und fordern seinen Rücktritt. Keystone

Für morgen Sonntagmittag hat die Opposition zum «Marsch der Einheit» auf dem Unabhängigkeitsplatz in der Hauptstadt Minsk aufgerufen. Das Motto lautet: «Einer für alle, alle für einen». Auch in anderen Städten sind ähnliche Aktionen geplant.

Anführerin der Demokratiebewegung ist die Aktivistin Swetlana Tichanowskaja. Die 37-Jährige war bei der Präsidentenwahl gegen Lukaschenko angetreten. Doch der umstrittene Präsident beansprucht den Sieg mit 80 Prozent der Stimmen für sich, nach 26 Jahren an der Macht.

Frau an Urne
Legende: Swetlana Tichanowskaja, die Kandidatin der belarussischen Opposition, wirft ihren Stimmzettel während der Präsidentschaftswahlen ein. Keystone

Tichanowskaja beschuldigt Lukaschenko, die Wahl gestohlen zu haben. Sie bittet die UNO, das harte Vorgehen gegen die Demonstranten zu verurteilen. Zudem solle die UNO eine Beobachtungsmission nach Belarus entsenden und eine Sondersitzung des Menschenrechtsrates einberufen.

Nach der Wahl musste Tichanowskaja unter Druck der Behörden aus Belarus ausreisen. Sie befindet sich jetzt im EU-Land Litauen. In dessen Hauptstadt Vilnius will sie sich mit dem prominenten belarussischen Oppositionellen Pawel Latuschko treffen.

Auch Studierende demonstrieren

In der belarussischen Hauptstadt Minsk protestierten Samstagvormittag auch viele Universitätsstudenten. Sie demonstrierten gegen die Inhaftierung von Mitschülern während der Protestwelle.

Es gab erneut Festnahmen, die Polizisten gingen laut Beobachtern dabei rabiat vor. Laut der Menschenrechtsorganisation Viasna wurden rund 20 Studenten festgenommen.

Rund die Hälfte der Festgenommenen müsse mit einer Strafe rechnen, teilte das Innenministerium mit. Zu Beginn der Proteste hatten die Sicherheitskräfte fast 7000 Menschen festgenommen. Danach hielten sie sich weitgehend zurück.

SRF 4 News, 05.09.2020, 16:00 Uhr;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Janusz Kaltenbacher  (anti_sozialist)
    Es gibt in Belarus keine flächendeckenden Streiks in Fabriken und Staatsbetrieben. Selbst in Fabriken mit einigen tausend Angestellten sind es nur wenige hundert Angestellte welche streiken. Und seit der Wahl ist nun schon ein Monat vorbei. So macht man keine Revolution.
  • Kommentar von Marcel Suter  (1905)
    Wurden die Abstände eingehalten wie in Berlin?
  • Kommentar von Eva Wädensweiler  (E. W.)
    Wenn ich nicht irre, wollte S. T. nie Präsidentin werden, sondern ist "nur" an Stelle ihres Mannes, welcher als Oppositioneller im Gefängnis einsitzt angetreten. Eine Scheinwahl gegen L. Ob das legitim ist sei dahin gestellt.
    Und leider hält sie nicht viel von der neuen Partei "Miteinander" von der Oppositionellen M. K. welche einen gemässigteren & realistischeren Weg für Demokratie wählt & sich keine Einmischung aus der EU wünscht.
    S. T. dürfte daher die Wunschkandidatin der EU sein.