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Indonesische Regierung schickt Truppen nach West Papua
Aus Rendez-vous vom 21.08.2019.
abspielen. Laufzeit 07:02 Minuten.
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Proteste in West Papua Die Rufe nach Unabhängigkeit werden wieder lauter

1969 annektierte Indonesien einen Teil der Insel Neuiguinea. Heute fordern wieder Tausende auf der Strasse mehr Autonomie.

Auch heute, am dritten Tag in Folge, protestierten Tausende von Menschen in West Papua, sagt die indonesische Menschenrechtsanwältin Veronica Koman: «Noch nie habe ich so viele Papuas demonstrieren sehen. Ich erwarte mehr und grössere Demonstrationen in den kommenden Tagen. Die Wut der Papuas sitzt einfach zu tief.»

Polizisten beschimpften sie als «Schweine» und «Affen»

Begonnen haben die jüngsten Auseinandersetzungen am vergangenen Wochenende, als indonesische Sicherheitskräfte ein Studentenwohnheim in der Stadt Surabaya auf der Insel Java stürmten. Sie beschuldigten Papua-Studenten, die indonesische Flagge beschädigt zu haben. Darauf beschossen sie mehr als vierzig dieser Studenten mit Tränengas, beschimpften sie als «Schweine» und «Affen» und verhafteten sie.

Demonstranten in West Papua und ein brennendes Haus
Legende: Gewaltsame Proteste in Fakfak: Die indonesische Regierung sandte mehr als 1000 Sicherheitskräfte in das bereits stark militarisierte West Papua. Keystone

Später wurden die Studenten zwar wieder freigelassen. Aber Videos vom Vorfall wurden rasch übers Internet verbreitet und führten zu Demonstrationen in West Papua. Der indonesische Präsident Joko Widodo rief die Menschen in West Papua auf, jenen zu vergeben, die sie beleidigt hatten. Doch gleichzeitig schickte er mehrere Hundert Polizisten und Soldaten ins bereits schwer militarisierte West Papua.

Noch heute behandelt Indonesien die Papuas wie Steinzeitmenschen.
Autor: Veronica KomanMenschenrechtsanwältin

Der Vorfall im Studentenwohnheim sei lediglich der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe, sagt Menschenrechtsanwältin Koman. «Die West Papuas haben genug. Sie leiden unter Rassismus, seit West Papua von Indonesien besetzt und danach in einer Scheinwahl annektiert wurde. Noch heute behandelt Indonesien die Papuas wie Steinzeitmenschen.»

Die geteilte Insel

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Die geteilte Insel

Der Ostteil der Insel Neuguinea stand früher unter australischer Verwaltung und wurde 1975 zum unabhängigen Staat Papua-Neuguinea. Der Westteil war eine niederländische Kolonie und wurde Anfang der 60er-Jahre von der indonesischen Armee besetzt. Wenig später wurde Papua in einem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum in Indonesien integriert.

Die Proteste dieser Tage zeigten, dass die Unabhängigkeitsbewegung noch heute grossen Zuspruch in der Bevölkerung finde, sagt Koman. «Die Papuas sagen, ok, ihr nennt uns Affen, dann wollen wir nicht mehr Teil sein eurer menschlichen Welt. Lasst uns frei, gebt uns endlich faire Wahlen und die Unabhängigkeit.»

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Alexander Ognjenovic  (Alex)
    Wie bitte? Ich dachte unabhängig werden darf nur wer sich von Serbien abspalten möchte! Zumindest der Werte-Westen hat das mal so entschieden!
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Kosovo würde noch heute zu Serbien gehören, wenn das Regime Milosevic nicht versucht hätte, den Kosovo ethnisch zu säubern .
    2. Antwort von Alexander Ognjenovic  (Alex)
      Was Sie schreiben wurde schon längst auch von der UNO als Lüge erkannt!
  • Kommentar von Simon Weber  (Weberson)
    Indonesien hat in der Region schon viele schlimme Taten verübt. Man lese nur mal darüber was in Osttimor passiert ist. Und mit diesem Land hat die Schweiz natürlich ein Freihandelsabkommen...
    1. Antwort von Alexander Ognjenovic  (Alex)
      Die Schweiz hat auch Freihandeslabkommen mit Albanien und Kroatien obwohl diese Länder Millionen Leichen im Keller haben! So viel zur Moral!
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Menschengruppen, wie schlummernde "Vulkane", welche von Zeit zu Zeit, die angestaute Wut, Frustration ob der vielen unfähigen, korrupten, gewalttätigen, skrupellosen, ausbeuterischen Regierungen, los werden müssen, explodieren... ! Diese Ausbrüche, nehmen weiter zu, weil auch die unzumutbaren Lebensverhältnisse vieler Menschen weltweit zunehmen!