Zum Inhalt springen
Inhalt

Protestwelle in Rumänien Hunderte Verletzte bei Demo

Legende: Video Proteste gegen Korruption und die Regierung eskalieren abspielen. Laufzeit 02:41 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 11.08.2018.
  • Zehntausende Menschen haben am Freitagabend in verschiedenen Städten Rumäniens gegen Korruption und die sozialliberale Regierung demonstriert.
  • Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei sollen über 400 Menschen verletzt worden sein.
  • Zur Protestaktion aufgerufen hatten rumänische Gastarbeiter, die ihren Urlaub in der Heimat verbringen und sich über soziale Netzwerke abgesprochen hatten.

Bei Auseinandersetzungen von Polizei und Demonstranten am Rande von massiven Protesten gegen Rumäniens Regierung sind in Bukarest mehrere hundert Menschen verletzt worden.

Präsident kritisiert Polizei wegen «brutalem Einsatz»

Die Agentur Agerpres berichtet am Samstagmorgen von 440 Verletzten – unter ihnen 24 Polizisten. Am Rande der Demonstration in der Hauptstadt habe es zahlreiche Zusammenstösse gegeben, hiess es weiter.

Vor dem Regierungssitz setzte die Polizei Tränengas gegen die Demonstranten ein. Mehrere Personen wurden festgenommen. Ein Dutzend Polizisten sei durch Stein- und Flaschenwürfe verletzt worden. Rumäniens Präsident Klaus Iohannis warf der Polizei einen «brutalen Einsatz» vor.

Zehntausende auf den Beinen

Zehntausende Menschen hatten am am Freitagabend in verschiedenen Städten Rumäniens gegen die sozialliberale Regierung demonstriert. Allein in Bukarest gingen nach Angaben der Nachrichtenagentur Mediafax mindestens 20'000 Menschen auf die Strasse. Landesweit sollen es bis zu 50'000 Demonstranten gewesen sein.

Die Protestierenden brachten ihren Unmut über die aus ihrer Sicht von der Regierung geförderte Korruption zum Ausdruck. Vor dem Regierungssitz setzte die Polizei Tränengas gegen die Demonstranten ein.

Österreichisches Fernsehteam angegriffen

Auch ein Team des ORF wurde während der Ausschreitungen von der Polizei attackiert. Ein Interview für die «ZIB 24» musste abgebrochen werden, weil die Polizei die Strasse stürmte, um gegen gewaltbereite Protestierende in unmittelbarer Nähe vorzugehen. Auch ein Kameramann des Fernsehteams wurde von der Polizei daraufhin mit Schlagstöcken verprügelt.

Zu den Demonstrationen aufgerufen hatten rumänische Gastarbeiter, die ihren Urlaub in der Heimat verbringen und sich über soziale Netzwerke abgesprochen hatten.

Die Proteste gegen die von den Sozialdemokraten geführte Regierung dauern seit Monaten an. Kritiker werfen ihr vor zu versuchen, beständig die Gesetze zur Bekämpfung der Korruption aufzuweichen und die Arbeit der Strafbehörden zu behindern.

Korrupte Politiker

Anfang Juli war die angesehene Sonderstaatsanwältin Laura Kövesi auf Betreiben der Regierung entlassen worden. Sie hatte zahlreiche Politiker der Korruption überführt und ins Gefängnis gebracht.

Der mächtige PSD-Chef Liviu Dragnea, als dessen Marionette Dancila gilt, kann derzeit nicht Ministerpräsident werden, weil er wegen Wahlmanipulationen vorbestraft ist. Er ist zudem in erster Instanz wegen Anstiftung zum Amtsmissbrauch verurteilt worden.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von L. Leuenberger (L.L.)
    Der Sumpf der Korruption und Bereicherung der Oligarchen oder der Regierenden in den Neuen EU-Ländern ist tief und stinkig. Die Demonstrat.in RU dauern seit Monaten und sind Ausdruck der Hoffnungslosigkeit und der Wut der Bevölkerung.Um Mitglieder der EU zu werden, wurden auf Befehl der EU-Kommissionen Abertausende funktionierende Betriebe geschlossen, bestehender Handel mit Russland untersagt.EU-Entwicklungsgelder veruntreut .Reale Erwerbslosigkeit in BG,RU, GR 40%,Auswanderung letzte Rettung.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Nicht nur in den neuen EU - Länder, auch im Hinterhof Russlands :-(
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Imber (Wasserfall)
    Behinderung politischer Gegnern bei der Teilnahme an Wahlen, Einschränkung der Medienvielfalt / Schliessung von unliebsamen Zeitungen, Aufweichung der Gewaltentrennung, Zurechtbiegen von Gesetzen zum eigenen Vorteil, Versuch, Bekämpfung von Korruption zu verhindern - in einigen osteuropäischen Ländern der EU läuft einiges bedenklich in die falsche Richtung. Bei uns ist auch nicht alles perfekt. Aber warum hackt die EU immer auf uns rum, statt in den eigenen Reihen mal konsequent aufzuräumen?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen