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Die grosse Show von Wladimir Putin
Aus Rendez-vous vom 19.12.2019.
abspielen. Laufzeit 04:48 Minuten.
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Putins Jahresmedienkonferenz Der «Zar» hält Hof und die Welt hört zu

Russische Verwicklungen in ein Attentat in Berlin oder Trumps Impeachment: Kreml-Chef Putin greift heisse Eisen auf.

Alle Jahre wieder lädt der russische Präsident Wladimir Putin zu einer Medienkonferenz in Moskau. Wie immer wird sie live im Fernsehen übertragen. Journalisten aus aller Welt und allen Teilen des Landes finden sich ein, stellen Fragen zu brisanten und weniger brisanten Themen.

Der Kreml-Chef antwortet ausführlich und geduldig, durchaus auch auf kritischere Fragen, wie SRF-Korrespondent David Nauer berichtet. Aus der Reserve locken lässt er sich aber nicht: «Putin erzählt, was ihm passt. Kritische Nachfragen sind nicht möglich, die Journalistinnen und Journalisten können ihn nicht ‹stellen›.»

Man hat gemerkt: Die Aussenpolitik ist das, was Putin wirklich interessiert. Bei solchen Themen wird er richtig feurig.
Autor: David NauerSRF-Korrespondent in Moskau

Der russische Präsident hält die Zügel also jederzeit in der Hand. Interessant sei der Anlass aber allemal, sagt Nauer. «Denn er gibt Einblick in Putins Stimmungslage und seine Sicht auf die Welt.» Die Fragerunde sei denn auch mehr als ein alljährliches Ritual. Eine Medienkonferenz im westlichen Sinn sei sie aber nicht: «Es ist eher so, dass der Zar Hof hält.»

Putin an der MK
Legende: Nach vier Stunden stand Putin erstmals auf, setzte sich unter lauten Rufen der Journalisten aber wieder hin, um weitere Fragen zu beantworten. So ging es mehrere Male. Reuters

Vom Ukraine-Konflikt über mutmassliche Einmischungen in den US-Präsidentschaftswahlkampf bis zum Krieg in Syrien – der Kreml macht seit Jahren Schlagzeilen, die die Welt bewegen. Und auch diesmal fehlte der Gesprächsstoff nicht. Auf besonderes Medieninteresse stiessen Themen, die aktueller nicht sein könnten, und Putin äusserte sich durchaus pointiert:

Insgesamt habe Putin einen entspannten, selbstsicheren und gut gelaunten Eindruck gemacht, bilanziert Korrespondent Nauer. «Schliesslich ist das Jahr auch gut gelaufen für ihn.» Russland habe militärische Erfolge in Syrien gefeiert, es gab eine Annäherung an China, selbst in Europa seien die Stimmen lauter geworden, die einforderten, wieder näher an Russland heranzurücken.

Putin interessiert sich mehr für Geopolitik als für Familienbudgets.
Autor: David NauerSRF-Korrespondent in Moskau

«Man hat gemerkt: Die Aussenpolitik ist das, was Putin wirklich interessiert. Bei solchen Themen wird er richtig feurig», so Nauer. Neben weltpolitischen Verwicklungen gab die innenpolitische Lage zu reden. Dort spulte Putin seine Agenda mit der Routine von bald zwanzig Jahren an der Macht ab, berichtet Nauer.

Geopolitik statt Haushaltsbudget

Von Profanem wie verbilligten Flugtickets für die sibirischen Mitbürger über Ärztelöhne bis hin zur niedrigen Geburtenrate – der Kreml-Chef äusserte sich zu einem bunten Potpourri an Dossiers, die hierzulande kaum Beachtung finden.

Dabei ist es gerade die Wirtschaftslage im Land, insbesondere im fernen Osten und in Sibirien, die Putins Ambitionen drosselt: «Seit fünf Jahren fallen die Gehälter der Russinnen und Russen. Und der Präsident hat nicht wirklich neue Ideen», sagt Nauer. So richtig schienen ihn derlei Probleme aber nicht umzutreiben. «Putin interessiert sich mehr für Geopolitik als für Familienbudgets.»

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Putin hält Jahresmedienkonferenz ab
Aus Tagesschau vom 19.12.2019.
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52 Kommentare

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  • Kommentar von M. Berger  (Mila)
    Die Eu ist am Zerfallen. Grossbritannien tritt aus, keine Lösungen bez. Einwanderungen. Bis heute weiss man europaweit nicht, wieviele Gefährder sich wo aufhalten. Russland wird sanktioniert, weil blosse Vermutungen - entstanden durch Vorurteile - für Beweise gehalten werden. Statt mit unserem europäischen Nachbarn Russland mehr zusammenzuarbeiten, beleidigt man ihn und begegnet ihm mit Arroganz. Vielleicht kommt die Zeit. in der wir aufeinander angewiesen sind, so es dann nicht zu spät ist.
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    1. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Berger: Ich bin mindestens so misstrauisch gegenüber Trump&Co, Kim, dem chinesischen Dikatator, Bolsonaro u.s.w. Also kein West-Ost-Feindbild. Aber deswegen traue ich Putin eben nicht. Die Annexion der Krim bleibt menschenrechtswidrig.Und es erscheint mir von Ihnen eine fragwürdige Perspektive zu sein, dass sie (vielleicht sogar mit Vergnügen) sagen, die EU sei am Zerfallen.Mir würde viel wichtiger erscheinen, dass wir die Zusammenarbeit trotz Problemen innerhalb von Europa fördern würden.
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  • Kommentar von J Vollenweider  (J.Vo.)
    Ein stabiles und verlässliches Russland ist auch für Europa gut.Es wird die Zeit kommen wo die Sanktionen gegen Russland fallen werden und Europa sich wieder mehr auf seine eigenen Interessen fokussiert.
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Grossmächte haben ihre eigene Interessen. Siehe Krim, Donbas und Syrien.
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    2. Antwort von J Vollenweider  (J.Vo.)
      Die Sanktionen gegen Russland schaden der Wirtschaft in Europa.Deshalb müssen die Staaten in Europa ein Interesse daran haben,dass die Sanktionen aufgehoben werden.
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  • Kommentar von Udo Gerschler  (UG)
    Es ringt mir ein müdes Lächeln ab wie man auf Putin zeigt ihn als Diktator darstellt ohne das Land und seine Menschen zu kennen.Schauen sie doch lieber auf die Planwirtschaft der EU und das Leid was diese über die Bürger Europas bringen.Planwirtschaft hat noch nie funktioniert und das Putin den Versuch unternimmt zu einer freien Marktwirtschaft zu kommen ist doch für die Planwirtschaftler der EU das größte Ärgernis und nicht Putin.
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