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Reaktionen zum Brücken-Unglück Genua-Tragödie hinterlässt «tiefe Wunde»

Grosse Anteilnahme, grosse Wut: Italiens Verkehrsminister fordert die Führungsriege des Betreibers zum Rücktritt auf.

Bei dem Einsturz des Polcevera-Viadukts am Dienstag sind nach offiziellen Angaben mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen. Der italienische Verkehrsminister Danilo Toninelli hat die Führung des Betreibers der eingestürzten Autobahnbrücke in Genua zum kollektiven Rücktritt aufgefordert.

Zugleich kündigte er an, dass dem Unternehmen die Lizenz zum Betrieb der Strasse entzogen werden solle und es mit Strafzahlungen von bis zu 150 Millionen Euro belegt werden könnte.

«Autostrade per l'Italia war nicht in der Lage, die Verpflichtungen aus dem Vertrag zur Verwaltung der Infrastruktur zu erfüllen», sagte Toninelli dem staatlichen Sender RAI 1. «Als erstes muss das Top-Management von Autostrade per l'Italia zurücktreten», so Toninelli in einem Facebook-Eintrag.

Legende: Video Verkehrsminister: «Ein modernes Land wie Italien darf das nicht zulassen» (ital. Originalton) abspielen. Laufzeit 01:11 Minuten.
Aus News-Clip vom 15.08.2018.

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hat nach dem Brückeneinsturz grössere Anstrengungen bei der Kontrolle der Infrastruktur versprochen. «Das, was in Genua passiert ist, ist nicht nur für die Stadt eine tiefe Wunde, sondern auch für Ligurien und ganz Italien», schrieb Conte auf Facebook.

Auch die Schweiz zeigt sich betroffen

Der Sprecher des Bundesrates, André Simonazzi, teilte auf Twitter Alain Bersets Anteilnahme: «Im Namen der Schweiz spreche ich den Familien und Freunden der Opfer mein tiefstes Beileid aus und wünsche den Verletzten eine schnelle Genesung», so der Bundespräsident.

Laut Aussagen der Stadtverwaltung von Genua sind unter den Opfern des Brückeneinsturzes keine schweizerischen Staatsangehörigen zu beklagen. Das teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mit.

Macron bietet Hilfe an

Kurz nach dem Unglück twitterte der Französische Präsident Emmanuel Macron, dass er an die Opfer, ihren Angehörigen und das gesamte italienische Volk denke. «Frankreich steht in dieser Tragödie auf der Seite Italiens und ist bereit, alle notwendige Unterstützung zu gewähren.»

Deutschland spricht sein Beileid aus

Auch Kanzlerin Angela Merkel drückte den Menschen in Genua und in Italien ihre Anteilnahme aus. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schrieb seinem Amtskollegen Sergio Mattarella‎: «Wir wünschen den Rettungs- und Bergungskräften in dieser schwierigen Situation, in der ‎das Ausmass des Unglücks noch nicht absehbar ist, die nötige Kraft für die Bewältigung ihrer ‎Aufgaben.‎ Unsere Gedanken sind bei den Opfern des Unglücks und ihren Angehörigen.»

«Wir sind bestürzt über die schockierenden Bilder aus Genua», twitterte Aussenminister Heiko Maas.

Legende: Video Genua am Tag danach abspielen. Laufzeit 01:59 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 15.08.2018.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Albert Planta (Plal)
    Seit 1994 mit kurzen Unterbrüchen regierte Berlusconi Italien. Dies ist eine schwere Hypothek für das Land und seine vernachlässigten Bürger.
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    1. Antwort von kurt trionfini (kt)
      ... da ist mit Herr Salvini natürlich der rechte Mann zur Stelle- Jedenfalls wenn es um das heruntermachen aller andern geht. Womit sich alles im gewohnten Kreise weiter dreht.
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  • Kommentar von Hans Peter Dietrich (Hans Peter)
    Der VM irrt, Italien ist kein modernes Land sondern ein marodes Land. Wie jetzt wieder gejammert wird, grosse Worte was jetzt alles passieren muss, das soetwas nie mehr passieren darf, dass die Hilfe an die Leidtragenden sofort unbürokratisch und und und geschehen wird. Ha ha ha fragen sie alle früheren Opfer und Betroffenen von ähnlichen Ereignissen. Nichts wird geschehen, die Opfer werden lange auf Hilfe und etwas Geld warten müssen. Bürokratie, Maffia, Politik werden alles vehindern!
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  • Kommentar von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
    Ich fände nun mal einen Artikel wünschenswert, der aus fachlicher Sicht die Bauweise und mögliche Schwachstellen, ebenso über die Geschichte dieses Bauwerks mit seinen zahlreichen Flickarbeiten bringen würde.
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    1. Antwort von SRF News
      Besten Dank für Ihren Hinweis, gerne verweisen wir auf folgenden Artikel: https://www.srf.ch/news/international/brueckeneinsturz-in-genua-der-schlechte-zustand-des-ponte-morandi-war-bekannt
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    2. Antwort von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
      Danke, ich dachte eher an Erläuterungen zur Konstruktion, und weshalb die Brücke seinerzeit als Meisterwerk der Ingenieruskunst galt (isometrische Pfeiler in Kombination mit Beton ummantelten Seilen ...) und Näheres zum architektonischen Realismus, zu dem jener Konstrukteur gehört haben soll.
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