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Referendum zum Namensstreit Wird aus Mazedonien nun Nord-Mazedonien?

Legende: Video Soll Mazedonien in Nord-Mazedonien umbenannt werden? abspielen. Laufzeit 03:51 Minuten.
Aus 10vor10 vom 28.09.2018.

Griechenland und Mazedonien streiten seit 1991 um den Namen Mazedonien. Athen fürchtet, der Name Mazedonien könnte mit Ansprüchen auf die gleichnamige nord-griechische Provinz verbunden sein.

Nun soll dieser Streit gelöst werden – mit einem Referendum an der Urne. Es wäre ein historischer Moment, meint Daniel Kaddik, Projektleiter der Friedrich-Naumann-Stiftung in Südosteuropa. «Die Zustimmung hätte eine weitreichende Bedeutung, geht es doch bei der Abstimmung um weit mehr als nur den Namen.»

Denn auf dem Wahlzettel steht auch, ob man den Nato- und EU-Beitritt unter dem Namen Nord-Mazedonien akzeptiert. Gleichzeitig sei es aber auch eine Vertrauensfrage gegenüber der neuen mazedonischen Regierung, so Kaddik.

Sollte das Referendum angenommen werden, braucht es im Parlament noch eine Zweidrittel-Mehrheit, da es sich um eine Verfassungsänderung handelt. «Ich gehe davon aus, dass keine Partei so unvorsichtig sein wird, gegen das Votum zu stimmen», schätzt Daniel Kaddik ein. Sollte das Parlament seinen Segen geben, wäre der Streit um den Namen beigelegt.

Mazedonien: Um diese Gebiete geht es

Bei einer Ablehnung des Referendums hingegen, könnten unruhige Zeiten auf das Land zukommen. «Dann wäre der jetzige Kompromiss vom Tisch und die euro-atlantische Ausrichtung des Landes in Frage gestellt», so Kaddik.

Doch ein Nein gilt als unwahrscheinlich. «Viele Mazedonier sehen in einer Nato-, und EU-Mitgliedschaft neben dem Schutz auch die Chance auf einen wirtschaftlichen Aufschwung.»

Daniel Kaddik

Daniel Kaddik

Projektleiter der Friedrich-Naumann-Stiftung in Südosteuropa

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Seit 2012 ist Daniel Kaddik für die parteinahe Stiftung der deutschen FDP als Projektleiter in Südosteuropa tätig. In seinen Einzugsbereich fallen dabei die Länder Bulgarien, Rumänien, Republik Moldau und Mazedonien.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von James Klausner (Harder11)
    Wie sich Mazedonien nennen will, geht die Griechen gar nichts an. Griechenland ist genau so eine Neuschöpfung wie die benachbarten Balkanstaaten, bloss um Jahrzehnte älter. Dass sich die Neugriechen auf die klassische Antike oder Byzanz berufen, halte ich für äusserst wählerische Rosinenpickerei in den Geschichtsbüchern, die kaum einen Fakten- oder Gentest besteht. Legenden über ein reines griechisches Staatsvolk fördert letztlich nur Gewalt und Bruderhass.
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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Es ist kein Referendum sonder Erpressung. Makedonier werden erpresst da sie Namen nehmen müssen sonst werden sie nicht in EU aufgenommen werden. Gleichzeitig hat man mit Wahl für EU auch Zwang in NATO zu gehen. Elite kann nacher sagen, dass Weg in NATO war Wahl makedonisches Volkes. Diese Referendum ist austricksung von Demokratie. Albanische Bewölkerung wird Ja stimmen und makedonische wird unenschlossen. Traurige Tag fèr Demokratie.
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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Kann sich denn einer der Kommentierenden vorstellen, dass det Name unseres Landes einfach abgeändert wird.
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    1. Antwort von Stanic Drago (Putinversteher)
      Sehr gute Beobachtung. Und wenn in Referendum stehen würde, dass jede von uns bekommt 100 000 Sfr und unsere Land wird Helvetistan heissen in EU beitretten und NATO Mitglied wäre Abstimmung sicher eng ablaufen. Das wäre auch demokratische entscheidung?
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    2. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Solange man die Möglichkeit hat frei abzustimmen, wäre der Entscheid demokratisch. Steuersenkungen sind ja auch finanzielle Anreize oder die 2 Milliarden für die AHV, wenn man für die SV17 annimmt.Die Wähler kriegen im Übrigen keine 100'000, was in der Schweiz gesamt so 530 Milliarden wären und sie können die Änderungen auch ablehnen.
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