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China verbietet Kindern das Gamen unter der Woche
Aus 10 vor 10 vom 31.08.2021.
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Regeln gegen Spielsucht China lässt Minderjährige nur noch drei Stunden pro Woche gamen

China beschränkt die Gamingzeit für Minderjährige. Das trifft auch Technologieunternehmen.

Drei Stunden. So lange dürfen chinesische Kinder und Jugendliche wöchentlich noch zocken – am Freitag, Samstag und Sonntag jeweils eine Stunde zwischen 20 und 21 Uhr. Auch an Feiertagen ist das Onlinespielen limitiert erlaubt. Seit dem 1. September gelten die Regeln.

Mit den Massnahmen will die Regierung Chinas gegen das Problem der Spielsucht vorgehen. Ein Problem, das mancherorts auf der Welt besteht. «Ob dieser Eingriff der Regierung gerechtfertigt ist, muss man sich fragen. Das fragen sich auch viele Menschen hier in China», sagt China-Korrespondent Martin Aldrovandi.

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Aus dem Archiv: Kids lernen verantwortungsvoll gamen
Aus SRF News vom 12.10.2020.
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Viele Eltern würden die Restriktionen unterstützen, weiss Aldrovandi. So müssten nicht mehr sie das Zocken verbieten. Kritisiert werde jedoch die Tatsache, dass nur Online-Spiele, aber nicht die sozialen Medien eingeschränkt werden. Die Rede sei von Willkür und erneuter Kontrolle.

Die Spielbeschränkungen sind Teil eines anhaltenden Vorgehens gegen Technologieunternehmen, beispielsweise gegen den Spielegiganten Tencent, dessen Spiel «Honor of Kings» weltweit bekannt ist. Die Aktie von Tencent hat seit dieser Ankündigung bereits an Wert verloren.

«Geistiges Opium»

Vor einigen Wochen kritisierte eine staatliche Zeitung die Spieleindustrie und bezeichnete sie als «geistiges Opium». Erklären kann man sich die Beschränkungen laut Aldrovandi damit, dass die Unternehmen der chinesischen Regierung zu mächtig geworden sind.

«Man hat diese Konzerne lange machen lassen. Nun will man öffentlichkeitswirksam zeigen, dass die Partei, die Regierung und am Ende Xi Jinping das Sagen haben», so der China-Korrespondent.

Legende: Seit 2019 war das Onlinegamen in China unter der Woche für unter 18-Jährige auf eineinhalb Stunden täglich beschränkt. Reuters

Um die neuen Regeln überprüfen zu können, wollen die chinesischen Aufsichtsbehörden die Überwachung verstärken sowie Inspektionen von Online-Spielen erhöhen. Dies werde wohl am Betreiber oder der Betreiberin selbst liegen. Ideen seien das Einloggen mit der eigenen Identität oder Gesichtskontrolle, so Aldrovandi. «Wenn diese Kontrolle nicht oder zu wenig stattfindet, dann kann der Staat diese Firmen bestrafen.»

Wenn diese Kontrolle nicht oder zu wenig stattfindet, dann kann der Staat diese Firmen bestrafen.
Autor: Martin Aldrovandi SRF-China-Korrespondent

Auch die Online-Bildung wurde ins Visier genommen. Mit Folgen. Letzten Monat haben die chinesischen Behörden Unternehmen, die Nachhilfe in wichtigen Schulfächern anbieten, die Erzielung von Gewinnen verboten. Damit haben sie den Marktwert von Online-Bildungsunternehmen wie TAL Education und Gaotu Techedu in Milliardenhöhe vernichtet.

10vor10, 31.08.2021, 21:50 Uhr;

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    China wird wieder mal zum Vorbild, aber vom Westen nicht begriffen
    1. Antwort von David López Garcia  (David López)
      Soll die Schweiz deswegen auch Millionäre ein paar Tage verschwinden lassen?
  • Kommentar von Lucas Scheidegger  (Luc_87)
    Nur noch 3h gamen dafür 12h arbeiten lassen? :(
    1. Antwort von Daniel Hauser  (danielhauser)
      In China wird von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr und von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr gearbeitet. Es sind auch Pausen nicht wie in der Schweiz drin enthalten. Um 17.00 Uhr fährt der Firmenbus.
  • Kommentar von Domi Becker  (die etwas andere Sichtweise)
    Die intelligentere Strategie der chin. Machthaber wäre wohl, den Spielfirmen vorzuschreiben, dass sie süchtigmachende Games ausschliesslich im westlichen Ausland zugänglich zu machen: Devisen als Einnahmen und den Westen schwächen durch Gamesucht.
    Ups, hoffentlich lesen die Kommunisten in Peking nicht meinen Beiträg. Hätte ich auf Schweizerdeutsch schreiben und somit verschlüsseln sollen ;)