Zum Inhalt springen
Inhalt

Regierungskrise in Madrid Eine Schlappe als Chance

Legende: Audio Schnelle Neuwahlen könnten Sanchez helfen. abspielen. Laufzeit 01:12 Minuten.
01:12 min, aus HeuteMorgen vom 28.07.2018.

Die Hausmacht des Sozialisten Pedro Sanchez war immer schwach. Für das Misstrauensvotum, das den Konservativen Mariano Rajoy im Juni zu Fall brachte, brauchte Sanchez ein sehr gemischtes Lager von Verbündeten.

Unmissverständliche Botschaft

Und er braucht es noch. Gestern erinnerten diese ihn daran, dass ihre Unterstützung einen Preis hat. Praktisch alle liessen ihn im Wetter stehen.

Etatplan im Parlament gescheitert

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

In Spanien ist die Minderheitsregierung von Ministerpräsident Pedro Sanchez in ihre erste Krise geschlittert. Seine Sozialisten verloren am Freitag im Parlament eine Abstimmung über die sanftere Reduzierung des Haushaltsdefizits in der viertgrössten Volkswirtschaft der Euro-Zone. Mehrere Parteien, die Sanchez' Minderheitsregierung bisher unterstützten, verweigerten ihre Gefolgschaft.

Grundsätzlich ging es um eine sanfte Aufweichung der Defizitregeln und dazu haben Linke und Rechte mit unterschiedlichen Gründen «Nein» gesagt. Die Sachfrage war aber vermutlich zweitrangig. Das «Nein» war eine unmissverständliche Botschaft an Sanchez: Mach den Weg frei für Wahlen.

Nachgeben klüger

Sanchez lehnt das zwar ab, muss sich unter diesen Umständen aber überlegen, ob Nachgeben nicht klüger sei. Das hiesse Wahlen im November. Früh also, um seinen Gegnern und untreuen Alliierten die Zeit zu nehmen, sich neu zu organisieren und Tritt zu fassen. Sie alle machen einen desorientierten und zerstrittenen Eindruck.

Von dieser offensichtlichen Schwäche der Konkurrenten könnten die Sozialisten profitieren. Einige von ihnen hoffen sicher, dass ihre einst schon praktisch totgesagte Partei als stärkste Kraft im Parlament auferstehen könnte. Unmöglich ist das nicht, aber der Weg dahin wird hart umkämpft sein.

Martin Durrer

Martin Durrer

Auslandredaktor, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Martin Durrer arbeitet seit 1989 bei Radio SRF. Er war unter anderem als Leiter der Auslandredaktion tätig und berichtete aus Lateinamerika mit Sitz in Buenos Aires.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Spanien war der Musterschueler des Schutzes der EU-Aussengrenzen. Trotz kurzer Distanz zu Afrika und zwei Enklaven auf afrikanischem Boden. Unter dem Sozialisten knickt aber Spanien vor den Schleppern und deren Gehilfen und Kunden ein. Schon nur deshalb ist er fuer ein Misstrauensvotum nicht nur faellig, sondern ueberfaellig....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Christian Kaiser (Chriska)
      Musterschüler im Bezug von EU Geldern und dann Hände in den Schoss legen. Die Aussengrenzen (wo? zu Portugal, Andorra, Gibraltar oder Frankreich?) Über die Meerenge, Ceuta oder Melilla kamen immer Tausende.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen