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Rückblick auf den Bosnienkrieg So grausam ging Karadzic vor

Sarajevo, Srebrenica, gefangene UNO-Blauhelme – ein Überblick über die Verbrechen des ehemaligen Serbenführers Radovan Karadzic.

Legende: Video Aus dem Archiv: Srebrenica jährt sich zum 20. Mal abspielen. Laufzeit 01:44 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.07.2015.

Der Beginn des Bosnienkrieges: Die ersten Kriegswochen Anfang 1992 gehörten zu den brutalsten: Die bosnischen Serben unter der Führung von Radovan Karadzic eroberten innert Kürze 70 Prozent des Staatsgebietes und kesselten die bosnische Hauptstadt Sarajevo ein. Es kam zu verheerenden ethnischen Säuberungen gegen die muslimische Bevölkerung.

Karadzic und seinem Feldherrn – General Ratko Mladic – wird vorgeworfen, für 75'000 zivile Opfer, über 400 Massaker und 370 Gefangenlager verantwortlich zu sein. Insgesamt wurden im Bosnienkrieg zwischen 1992 und 1995 fast 100'000 Menschen getötet, Hunderttausende wurden vertrieben.

Der Fall der Schutzzone in Srebrenica: 1993 errichtete die UNO in Srebrenica eine Schutzzone, um die Vertriebenen zu schützen. Zwei Jahre später – am 11. Juli 1995 – fiel die Schutzzone: Bosnisch-serbischen Truppen unter der Führung von Ratko Mladic nahmen die Stadt beinahe kampflos ein. Die bosnjakischen Verteidiger ergaben sich, die UNO-Blauhelmsoldaten leisteten kaum Widerstand. Bereits in der ersten Nacht kam es zu Übergriffen, Vergewaltigungen und Morden – ein gängiges Mittel der Truppen zur ethnischen Säuberung.

Das Massaker von Srebrenica: Nach dem Fall der Stadt wurden die Männer von ihren Familien getrennt und auf Feldern oder in Lagerhallen einzeln mit Maschinengewehren erschossen. Die Leichen wurden mit Erde bedeckt und später mehrere Male aus- und wieder eingegraben, um die Suche nach den Toten zu erschweren. Mehr als 8000 Bosniaken – hauptsächlich muslimische Männer und Jungen zwischen 13 und 78 Jahren – verloren ihr Leben. Das Massaker von Srebrenica gilt als das grösste Verbrechen in Europa seit dem 2. Weltkrieg.

Die Belagerung Sarajevos: Über fast vier Jahre hinweg belagerte die Armee die bosnische Hauptstadt. Ein beliebtes Mittel der bosnisch-serbischen Besatzer waren Heckenschützen: Diese positionierten sich vorwiegend in hohen Gebäuden und schossen wahllos auf Fahrzeuge und Personen. Das jüngste Opfer der Heckenschütze war ein zweijähriger Junge, das älteste eine 73-jährige Frau.

Insgesamt wurden in Sarajevo gemäss Schätzungen über 10'000 Menschen getötet. Erstaunlich dabei: Karadzic soll die Beschiessung der bosnischen Hauptstadt nicht nur angeordnet, sondern auch selbst als Heckenschütze agiert haben.

Die Geiselnahme von UNO-Blauhelmen: Um die weitere Beschiessung Sarajevos zu verhindern, erteilte die UN0 der NATO 1995 die Erlaubnis, Luftangriffe zu fliegen und gegnerische Munitions- und Waffenlager zu zerstören. Die Streitkräfte der bosnischen Serben nahmen als Reaktion darauf 360 UNO-Blauhelme als Geiseln. Die Friedenssoldaten wurden an mögliche Ziele der Nato-Flugzeuge angekettet und so als menschliche Schutzschilde missbraucht.

Karadzic taucht unter: 1995 wurde der Bosnienkrig beendet. Karadzic wurde noch im selben Jahr vom Internationalen Strafgerichtshof angeklagt. Bis zu seiner Verhaftung vergingen allerdings noch 13 Jahre. Karadzic konnte sich 13 Jahre lang unter falscher Identität in Belgrad versteckt halten.

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