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International Russland bringt Syrien-Resolution nicht durch

Alle Handlungen, die sich gegen die Souveränität Syriens richten, sollten verboten werden. So lautete die offizielle Forderung Russlands an den UNO-Sicherheitsrat. Eigentlich wollte Moskau die Angriffe der Türkei auf Kurdenstellungen in Syrien unterbinden lassen.

Eine junge Frau in Uniform und mit Gewehr begleitet eine Frau, die einen Kinderwagen schiebt und von zwei Buben begleitet wird.
Legende: Eine Kämpferin der Kurdenmiliz YPG beschützt Zivilisten im syrischen Kobane. Keystone

Der Resolutionsentwurf von Russland zum Schutz der Souveränität Syriens ist im UNO-Sicherheitsrat durchgefallen. Das Papier erhielt bei einer auf Drängen Russlands einberufenen Sondersitzung zur Eskalation an der syrisch-türkischen Grenze hinter verschlossenen Türen nicht genügend Unterstützung.

Unter anderem die Vetomächte Frankreich und USA lehnten den Entwurf ab, der dazu auffordert «die Souveränität Syriens voll zu respektieren» und jegliche Beschiessungen und Grenzübertretungen, sowie Pläne für Bodentruppen sofort aufzugeben. Mit dem Entwurf wollte Russland vornehmlich die türkischen Angriffe auf kurdische Einheiten in Syrien unterbinden lassen.

«Anstelle die Welt mit dieser Resolution abzulenken, wäre es wirklich gut, wenn Russland die Resolution, der wir alle bereits zugestimmt haben, umsetzen würde», sagte US-Botschafterin Samantha Power unter Bezug auf ein vor einigen Monaten verabschiedetes Papier, das einen Plan zum Ende der Krise unterstützt.

Hollande warnt Russland und Türkei

Frankreichs Staatspräsident François Hollande warnte vor einer Eskalation des Konflikts zwischen Moskau und Ankara. «Es besteht die Gefahr eines Krieges zwischen der Türkei und Russland», sagte der Staatschef in einem Interview des Hörfunksenders France Inter. Die Verhandlungen müssten wieder aufgenommen und die Bombardierungen gestoppt werden.

Die russische Luftwaffe unterstützt die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad seit dem vergangenen Jahr mit Luftangriffen, so dass diese inzwischen in der Offensive sind. Die Türkei hat deswegen die Regierung in Moskau scharf kritisiert. Präsident Recep Tayyip Erdogan fordert wie sein französischer Kollege Hollande schon länger, dass Assad entmachtet wird.

Obama ruft zur Mässigung auf

US-Präsident Barack Obama hat die Kurdenmiliz YPG zur Zurückhaltung im Norden Syriens aufgerufen. Er erklärte nach Angaben des Weissen Hauses, YPG-Einheiten sollten nicht versuchen, weitere Territorien im Norden Syriens zu erobern. Zudem forderte er die Türkei auf, ebenfalls zurückhaltend zu sein und Angriffe in der Region zu unterlassen.

11 Kommentare

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  • Kommentar von Natalie Wöhler (woehler)
    Falls in nächster Zeit der Krieg in Syrien mit türkischen/saudiarabischen Bodentruppen eskaliert, möge man sich bitte auch in den europäischen Medien an diesen russischen Resolutionsentwurf erinnern, der nach US-Aussagen "die Welt ... ablenkt" - wovon???
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Langsam wird klar, dass es mit B. al-Assad weniger Krieg, weniger Tote und weniger Flüchtlinge geben würde. Leben und Kultur im arabischen Raum scheint sich doch wesentlich von deren Europas zu unterscheiden. Mit B. al-Assad, den Russen und den Kurden könnte man den grössten Teil des Krieges in der Levante vielleich sogar beenden. Die politischen "Winkelzüge" der Türkei, vom Iran und KSA müssten endlich unter Kontrolle gebracht werden.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Republic of Lakotah)
    Die Kurden werden von der EU / USA wieder einmal fallen gelassen und Obama hat was dagegen, dass die Kurden in Syrien gegen die Islamisten der Terrororganisation Jabhat al - Nusra weiter vorrücken, Politiker sind an Zynismus und Menschen-verachtung einfach nicht zu überbieten.
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