Geheimdienst-Infos zu Trump Russland dementiert Spionage-Vorwürfe

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Hat Russland ein Druckmittel gegen Donald Trump in der Hand?

1:31 min, aus Tagesschau am Mittag vom 11.1.2017

Das Wichtigste in Kürze

  • Die russische Regierung soll laut US-Medienberichten Informationen über den künftigen Präsidenten Donald Trump in der Hand haben.
  • Es soll dabei um Sexvorwürfe und Geschäftsbeziehungen gehen.
  • Der Kreml weist die Vorwürfe zurück.
  • Auch Informationen über Hillary Clinton seien gesammelt worden.
  • Trump reagiert auf Twitter und spricht von einer «politischen Hexenjagd».

Russland soll Informationen gesammelt haben, die den künftigen US-Präsidenten Donald Trump belasten könnten, wie mehrere Medien in den USA berichten. Laut dem zweiseitigen Dokument, das Trump letzte Woche präsentiert worden ist, handelt es sich um Informationen über sein Privatleben und seine Finanzen.

Aber nicht nur das: Trump sei vom russischen Geheimdienst FSB auch in Fallen gelockt worden, um ihn erpressbar zu machen. Dabei gehe es laut der «New York Times» um Sexvorwürfe im Zusammenhang mit Moskauer Prostituierten im Jahr 2013.

«Das ist eindeutig ein Versuch, die bilateralen Beziehungen zu stören», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow zu den Vorwürfen. «Das ist vollkommen ausgedacht, es ist eine Ente.» Russland sammle weder Material über Trump noch über die demokratische Gegenkandidatin Hillary Clinton.

Vorwürfe nicht erhärtet

«Bisher hat Trump alle Verlockungen zurückgewiesen», heisst es in dem Bericht. Es heisst aber auch: Der russische Geheimdienst FSB sei zu der Auffassung gelangt, Trump sei ausreichend kompromittiert worden, um eine Erpressung zu ermöglichen.

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Erste Pressekonferenz

Der designierte US-Präsident Donald Trump will heute in New York (17 Uhr mitteleuropäische Zeit) eine Pressekonferenz geben. Es wäre die erste seit Juli 2016. Noch nie hat ein gewählter US-Präsident so lange nach der Wahl den Medien nicht Rede und Antwort gestanden.

Die «New York Times» und der britische «Guardian» berichteten, dass im Auftrag von parteiinternen Rivalen bei den Republikanern und später des Clinton-Lagers von einem ehemaligen britischen Geheimdienstler kompromittierende Informationen über Trump aus Russland zusammengetragen worden seien.

Trump weist Vorwürfe von sich

Die angeblichen russischen Informationen über den gewählten US-Präsidenten seien von einem früheren Agenten des britischen Geheimdienstes MI-6 an die US-Behörden übermittelt worden, hiess es bei CNN. Die frühere Arbeit dieses Agenten werde von US-Geheimdienstmitarbeitern als vertrauenswürdig eingestuft.

Die US-Bundespolizei FBI untersuche nun, ob die von dem Ex-Agenten gelieferten Informationen über Trump zuverlässig und korrekt seien. FBI-Direktor James Comey nahm zu dem Thema am Dienstag vor einem Senatsausschuss keine Stellung. Er könne nicht zu laufenden Ermittlungen sprechen. Nach Medieninformationen sollen in Russland auch Informationen über Hillary Clinton gesammelt worden sein.

Trump selbst nannte die Berichte «Fake News».

Einschätzung von USA-Korrespondent Thomas von Grünigen

Eine hochbrisante – aber auch noch sehr undurchsichtige Geschichte. Die belastenden Informationen stammen offenbar nicht aus unabhängigen Quellen, sondern von Leuten, die Trump feindlich gegenüberstehen und ein Interesse haben, ihn zu diskreditieren. Entsprechend ist zum jetzigen Zeitpunkt eine gewisse Skepsis angebracht. Doch der Verdacht, Trump könnte durch die Russen kompromittiert worden sein, hängt nun wie ein Damoklesschwert über seiner bald beginnenden Präsidentschaft, es sei denn, er und die Geheimdienste können die Vorwürfe glaubhaft entkräften.