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Steckt Israel hinter Nuklearanschlag in Iran?
Aus HeuteMorgen vom 12.04.2021.
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Sabotage in Iran? EU über Vorfälle in iranischer Atomanlage besorgt

  • Die EU hat sich besorgt über den mutmasslichen Angriff auf die Atomanlage Natans im Zentraliran gezeigt. Die Verhandlungen bezüglich des internationalen Atomabkommens dürften nicht gefährdet werden, hiess es aus Brüssel.
  • Iranische Hardliner haben Präsident Hassan Rohani bereits aufgefordert, die für diese Woche geplanten Verhandlungen abzubrechen.
  • Irans Aussenminister hat den Cyberangriff auf die Atomanlage als Terrorakt bezeichnet und offiziell Israel dafür verantwortlich gemacht.
  • Israel ging auf die Vorwürfe nicht direkt ein. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte jedoch, er werde es Iran nie erlauben, Atomwaffen zu erlangen, die gegen Israel eingesetzt werden könnten.

Die Berichte über eine mögliche Sabotage im Iran beunruhigen die EU. Ein Sprecher des EU-Aussenbeauftragten Josep Borrell sagte in Brüssel, jeder Versuch, die derzeitigen Bemühungen um eine Wiederbelebung des internationalen Atomabkommens mit Iran zu stören, sei in vollem Umfang zurückzuweisen. Es müsse nun gründlich geklärt werden, was passiert sei und wer dahinter stecke.

Sabotage der Verhandlungen zu Atomabkommen?

In der iranischen Atomanlage Natans war es nach Angaben der iranischen Atomorganisation AEOI in der Nacht zum Sonntag zu einem Zwischenfall gekommen. Irans Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif sprach danach von einem Terrorakt und machte Israel dafür verantwortlich. Israel wolle sich damit rächen für den Fortschritt, den Iran bei der Aufhebung der westlichen Sanktionen mache.

In den Gesprächen wird derzeit versucht, eine Wiedereinbindung der USA in das Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe zu ermöglichen. Die USA müssten dafür unter dem früheren Präsidenten Donald Trump wiedereingeführte Sanktionen gegen den Iran aufheben, der Iran müsste im Gegenzug sein Nuklearprogramm wieder einschränken.

Israel nennt Iran «grösste Bedrohung» in Nahost

Israel hat sich bislang nicht konkret zu den Vorwürfen geäussert. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Iran jedoch als grösste Bedrohung in der Nahost-Region beschrieben.

Ich werde es Iran nie erlauben, Atomwaffen zu erlangen, um sein Ziel des Völkermords und der Auslöschung Israels zu erreichen.
Autor: Benjamin NetanjahuIsraels Ministerpräsident

«Der Iran unterstützt Terroristen auf der ganzen Welt», sagte Netanjahu vor Journalisten. Teheran habe auch «nie das Streben nach Atomwaffen» und nach Raketen zum Transport von Atomsprengköpfen aufgegeben. «Ich werde es Iran nie erlauben, Atomwaffen zu erlangen, um sein Ziel des Völkermords und der Auslöschung Israels zu erreichen», sagte Netanjahu.

In einem israelischen Rundfunkbericht hatte es geheissen, der israelische Geheimdienst Mossad stecke hinter dem Vorfall. Israel gilt seit der islamischen Revolution vor 42 Jahren als Irans Erzfeind Nummer eins.

Bericht: Atomprogramm um Monate zurückgeworfen

Am Samstag hatte der Iran mitgeteilt, neue Zentrifugen zur Urananreicherung in Natans in Betrieb genommen zu haben. Der Angriff auf die Atomanlage Natans im Zentraliran wird nach Informationen der «New York Times» die Urananreicherung dort um mindestens neun Monate zurückwerfen. Das berichtete das Blatt unter Berufung auf US-Geheimdienstmitarbeiter.

Demnach sprachen diese von einer israelischen Geheimdienstoperation. Der Angriff soll eine heftige Explosion ausgelöst haben, als deren Folge das gesamte Stromnetz einer Untergrundanlage, wo die Zentrifugen für die Urananreicherung hergestellt werden, zerstört worden sei. Es werde mindestens neun Monate dauern, die Schäden zu beheben.

Der Angriff hat nach Einschätzung des Blattes die Verhandlungsposition des Irans bei den Atomgesprächen in Wien erheblich geschwächt. Der Grund: Der Iran soll neue Zentrifugen zur Urananreicherung als Druckmittel eingesetzt haben.

Tagesschau, 12.04.2021, 12:30 Uhr;

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Tschannen  (HpT)
    13.04.2021
    "Cyber-Angriff"? An dieser Meldung muss was faul sein! Die werden doch nicht so dilettantisch vorgehen und diese Zentrifugen über eine IP-Adresse ansteuern! Jeder, der auch nur über einen Kollegen etwas von Räuber und Poli gehört hat, baut doch so etwas mit zu 100.000% autarken Systemen ohne irgendwelche Verbindungen nach draussen!
    1. Antwort von Norbert Zeiner  (ZeN)
      Woher wissen Sie von einem System, dass zu 100.000% autark ist, dass es mit Sicherheit keinerlei indirekte Zugriffsmöglichkeit gibt. Möchte gar nicht wissen, welche Hintertüren in Android und Windows System eingebaut sind.
    2. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      Jaja, solche Anlagen sind idR. schon autark. Wohl auch hier.
      (Und zudem oftmals noch x-metertief (bombensicher) unter dem Boden "vergraben".)

      Der (Cyber-) Angreifer gelangte ja auch wohl kaum über eine Steckdose in die Anlage hinein... :-)

      Nachrichtendienste sind idR. ziemlich einfallsreich.
      Auch wenn es darum geht, in eben solche Anlagen "hineinzukommen."
      Natürlich hat es auch im Iran Mossad-Agenten.

      (Genauso, wie es auch in der DDR (selbstverständlich) CIA-Leute hatte.)
    3. Antwort von Jörg Kaufmann  (jka)
      Soweit ich informiert bin, beim letzten Angriff wurden Entwicklungssysteme infiziert, auf welchen Firmware für Maschinen entwickelt wurde. Die Firmware war dann das Ziel, die Maschinen selbst brauchten nicht im Netzwerk zu sein.
      So etwa.
  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    "Der Angriff auf die Atomanlage Natans im Zentraliran wird nach Informationen der «New York Times» die Urananreicherung dort um mindestens neun Monate zurückwerfen." --Leider ist dies unwesentlich. Der Gottesstaat hat Zeit. Wenn nicht die Gemeinschaft der Rechtsstaaten das Unterfangen zur Atombombenherstellung des Iran unterbindet, wird Chameni & Co früher oder später wirklich die grösste Bedrohung für den Orient, wenn nicht für die Kugel, werden.
  • Kommentar von Hanspeter Flueckiger  (Hpf)
    Die EU ist wieder einmal besorgt. Finde, es wäre Zeit, im "eigenen Laden" zu schauen, damit dass Mindeste klappt, statt sich immer als Oberlehrer aufzuspielen.