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Legende: Video Obama lobt Sanders und Clinton abspielen. Laufzeit 01:22 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.06.2016.
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International «Sanders hat Clinton zu einer besseren Kandidatin gemacht»

Bernie Sanders ist eine der grossen Überraschungen des US-Vorwahlkampfes 2016. Bei den Demokraten bot er der hohen Favoritin Hillary Clinton die Stirn, brachte sie an den Rand einer Niederlage. Sanders geniesst das Rampenlicht bis zum Schluss. Seine Kontrahentin kann auf Barack Obama zählen.

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders will trotz aussichtslosen Rückstandes gegen seine Kontrahentin Hillary Clinton nicht aufgeben.

Auch zur letzten Vorwahl tritt Sanders an

Er wolle sich «in naher Zukunft» mit Clinton treffen, um die weitere Zusammenarbeit zu besprechen, sagte der 74 Jahre alte Sanders nach einem einstündigen Treffen mit US-Präsident Barack Obama im Weissen Haus in Washington. Er werde zur letzten Vorwahl antreten, die am nächsten Dienstag im Hauptstadtbezirk Washington D.C. stattfindet, und seine Ideen auf den Parteitag Ende Juli in Philadelphia tragen, kündigte Sanders an.

Es ist für mich unglaublich, dass die Republikaner einen Kandidaten haben, der Fanatismus und Beleidigungen ins Zentrum seiner Kandidatur stellt
Autor: Bernie SandersPräsidentschaftsbewerber der US-Demokraten
Obama im Gespräch mit Sanders
Legende: Auch beim Zusammentreffen mit Präsident Obama weicht Sanders nicht von seiner kämpferischen Linie ab. Keystone

Präsident Barack Obama stellte sich unmittelbar nach dem Treffen mit Sanders hinter Clinton. In einer Videobotschaft, die Obamas ehemalige Aussenministerin auf ihrer Webseite verbreitete, tat Obama seine Unterstützung für die 69-Jährige kund. «Ich weiss, wie hart dieser Job sein kann», sagte Obama. «Ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass jemals irgendjemand so für diesen Posten geeignet war wie Hillary.»

Auch Sanders stellte seine künftigen Schritte in den Dienst der Partei. Sein Hauptziel und das der Demokratischen Partei sei es, den republikanischen Bewerber Donald Trump als künftigen US-Präsidenten zu verhindern. «Es ist für mich unglaublich, dass die Republikaner einen Kandidaten haben, der Fanatismus und Beleidigungen ins Zentrum seiner Kandidatur stellt», sagte Sanders.

«Unheimlich viel Energie gebracht»

Der Senator aus Vermont hatte beim letzten grossen Vorwahl-Dienstag vor wenigen Tagen nicht mehr gegen Clinton aufholen können; die ehemalige Aussenministerin vergrösserte ihren Vorsprung sogar. Sie führt gegenwärtig mit 2203 gebundenen Delegierten und liegt damit 375 Delegierte vor Sanders.

Damit ist sie derzeit auf die Stimmen von 180 sogenannten Superdelegierten angewiesen, Parteifunktionäre und Mandatsträger, die nicht an ein Wahlergebnis gebunden sind. Von diesen insgesamt mehr als 700 stimmberechtigten Personen hatten sich im Vorfeld weit mehr als 500 für Clinton ausgesprochen, so dass Clinton insgesamt auf mehr als 2700 Delegierte kommt.

Obama hatte in der Aufzeichnung für die Talkshow «The Tonight Show» im NBC-Fernsehen die Verdienste von Sanders im Wahlkampf gewürdigt. «Bernie Sanders brachte unheimlich viel Energie und neue Ideen», sagte Obama. Sanders habe die Partei herausgefordert und sie getrieben. «Ich glaube, er hat Hillary zu einer besseren Kandidatin gemacht.»

«Heiss» auf Wahlkampf mit Clinton

Er sei jetzt «heiss darauf», mit Clinton Wahlkampf zu machen, betonte Obama. Aus dem Mitarbeiterstab der früheren First Lady hiess es, der erste Auftritt der beiden sei für kommende Woche in Wisconsin angesetzt.

In einem Reuters-Interview sagte Clinton, sie freue sich über Obamas Unterstützung.

Millionen junger Leute begeistert

Die Aufrufe an Sanders, seine Kandidatur aufzugeben und die Kräfte der Demokratischen Partei für den Kampf gegen Trump zu einen, waren zuletzt lauter geworden.

Jedoch hatte es auch Verständnis für Sanders gegeben, der in den vergangenen Monaten Millionen vor allem junger Leute neu für Politik begeistert hatte. Vizepräsident Joe Biden sagte, Sanders habe es verdient, den Prozess des Ausstiegs in «seinem eigenen Tempo» zu gehen.

Die ersten 100 Tage

Clinton hat angekündigt, im Falle ihrer Wahl schnell ein Paket mit Wirtschaftsreformen vorzulegen. Dies werde innert 100 Tagen geschehen, sagte sie. Sie werde der Wall Street Grenzen aufzeigen und die Mittelschicht steuerlich entlasten. Clinton hatte zuvor erklärt, sie werde Stellen schaffen durch Investitionen in Infrastruktur und Verkehrswesen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Sebastian Frey  (Sebastian Frey)
    Obama sei "heiss darauf" mit/für Clinton Wahlkampf zumachen? Gleichzeitig gestand Obama vor kurzem ein, dass Libyen sein grösster Fehler war. (Libyen, wo Clinton grosse Mitverantwortung trug!) Dazu; wenn man die sehr gute Hintergrundrecherche von Abby Martin (teleSUR) über Clinton sich betrachtet, frag ich mich; - wie kommt die beinah überschwängliche Berichterstattung zur Kandidatur Clintons hier zu Lande zu stande? Wieso hat Clinton soviel Kredit bei den Medien auch in Europa?
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  • Kommentar von Jacob Goldman  (Goldmann Jacob)
    Trump wird Präsident und Bernie Sanders sein Vize. So wird es sein.
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  • Kommentar von Adrian Hostettler  (Erheller)
    B.Sanders: „...und nun lasst mich Euch etwas sagen, das Euch kein anderer Präsidentschaftskandidat sagen wird: Es spielt KEINE Rolle, wer Präsident werden wird - Diese Person wird nicht in der Lage sein, die enormen Probleme der arbeitenden Bevölkerung zu lösen. Sie werden keinen Erfolg haben weil, die MACHT der Konzerne, die MACHT der Wall Street, die MACHT des Dollars, der die Kampagnen finanziert, ist so mächtig, dass kein Präsident dem alleine etwas entgegensetzen kann. Das ist die WAHRHEIT!
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    1. Antwort von Bruno Vogt  (b.vogt)
      Sehr treffender Kommentar, danke Herr Hostettler es gibt Mut zu sehen das mehr und mehr Menschen merken das die ganzen Wahlen eine riesen Scharade für die Bevölkerung ist und sich nichts ändern wird. Krieg und Zerstörung der Natur für den kurzfristigen Erfolg einiger Mächtiger...das wird es auch in den nächsten 4 Jahren wieder hinauslaufen.
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    2. Antwort von Peter Singer  (P.S.)
      Hostetter & Vogt, das sind etwas merkwürdige Kommentare. Natürlich kann ein Präsident nicht alleine alles entscheiden. Aber das heisst nicht dass die Wahl ein Betrug ist. Im Gegenteil. Es wäre extrem gefährlich, wenn der Präsident unbeschränkte Macht hätte. Deshalb hat man durch ein System von Chechs and Balances die Macht des Präsidenten beschränkt.
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