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Feuer in Haifa «Schimmer der Hoffnung»: Israel dankt Palästinensern

Israel hatte die Palästinenser für viele der Grossbrände verantwortlich gemacht, die seit Tagen in der Region wüten. Doch nun kommt ein versöhnliches Signal: Netanjahu dankt Abbas für Hilfestellung der palästinensischen Feuerwehr. Dutzende von ihnen waren in Israel im Einsatz.

Legende: Video Feuer-Terror in Israel abspielen. Laufzeit 01:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.11.2016.
  • Seit fünf Tagen kämpft Israel mit Grossbränden, die nun aber mehrheitlich unter Kontrolle sind.
  • Hunderte Menschen mussten bedrohte Wohnviertel verlassen.
  • Die Regierung geht von Brandstiftung aus und spricht von «Terror». 35 mutmassliche Brandstifter wurden bisher festgenommen.
  • Die Palästinenser unterstützen Israel im Kampf gegen die Flammen und entsandten acht Feuerwehrfahrzeuge und 40 Einsatzkräfte.
  • Israels Premier dankt Palästinenserpräsident Abbas für Unterstützung.

Nach fünftägigen Grossbränden hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas für palästinensische Hilfe bei der Flammenbekämpfung gedankt. Die Brände sind in der zwischenzeit mehrheitlich unter Kontrolle.

Palästinensische Repräsentanten hatten zuvor Vorwürfe Israels zurückgewiesen, viele der Grossbrände in Israel und dem Westjordanland in den vergangenen Tagen seien gezielt von Palästinensern gelegt worden. Netanjahu selbst hatte von «Terror» gesprochen.

Dass aus dieser Tragödie ein Schimmer der Hoffnung erwächst, dass die Dinge anders sein können
Autor: Izchak HerzogOppositionsführer in Israel

Netanjahu habe Abbas am Abend angerufen, teilte sein Büro am Samstag mit. Während des Gesprächs habe er Dankbarkeit darüber ausgedrückt, dass die Palästinenser acht Feuerwehrwagen und 40 Einsatzkräfte nach Israel geschickt haben. «Netanjahu schätzt auch die Tatsache, dass Juden und Araber Opfer der Feuer in ihren Häusern aufgenommen haben», hiess es.

Auch Oppositionsführer Izchak Herzog dankte den Palästinensern und äusserte die Überzeugung, «dass aus dieser Tragödie ein Schimmer der Hoffnung erwächst, dass die Dinge anders sein können.»

Tatverdächtige festgenommen

Israels Sicherheitskräfte haben bisher 35 mutmassliche Brandstifter festgenommen, wie der israelische Rundfunk berichtet. Die meisten stammen demnach aus den Palästinensergebieten.

Netanjahu hatte noch am Freitag erklärt, es bestehe kein Zweifel daran, dass es sich in vielen Fällen um Brandstiftung handelte: «Terror und Brandstiftung haben ihren Preis, und wir werden ihn fordern.»

Nach Angaben israelischer Behörden wurde ein Teil der Brände aber bei besonders trockenem und windigem Wetter durch Nachlässigkeit entfacht.

Drohnen jagen Brandstifter

Drei Menschen erlitten bei einem Grossbrand in der Siedlerstadt Maale Adumim schwere Rauchverletzungen, wie israelische Medien berichteten. Insgesamt seien bei dem Brand in einem Wohnhaus zwölf Menschen verletzt worden.

Mehr als tausend Einwohner der Siedlung Chalamisch hätten ihre Häuser auf der Flucht vor den Flammen verlassen müssen, teilte eine Polizeisprecherin mit. 45 Häuser und mehrere Autos seien beschädigt worden. In der Palästinenserstadt Ramallah seien in der Nacht fünf Kinder aus einem brennenden Haus gerettet worden.

Am Freitag durften Zehntausende Einwohner der Hafenstadt Haifa, die von dem schwersten Brand betroffen war, in ihre Häuser zurückkehren.

Die israelische Luftwaffe setzte zehn Drohnen ein, um mutmassliche Brandstifter und neue Brandherde zu identifizieren, berichtete «Haaretz». Auch das windige und trockene Wetter in der Region begünstigt die Brände.

Jumbo-Löschflugzeug im Einsatz.
Legende: Auch das weltgrösste Löschflugzeug, ein umgebauter Boeing 747-Jet, kam in Israel zum Einsatz. Reuters

Weltgrösstes Löschflugzeug

Zahlreiche Länder unterstützen Israel im Kampf gegen die Flammen, darunter die Türkei, Italien, Kroatien, Griechenland, Zypern und Russland.

Am Freitag landete das weltgrösste Löschflugzeug aus den USA vom Typ Boeing 747 in Israel. Es kann bis zu 80 Tonnen Löschmittel fassen und auch in den Nachtstunden fliegen. Das Löschflugzeug war auch im Dezember 2010 in Israel im Einsatz. Damals waren bei einem verheerenden Brand im Karmel-Gebirge 44 Menschen getötet worden.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Erwin Jenni (ej)
    Das man diese Meldung hier so breit schlägt, obwohl schon lange bekannt ist, dass militante Palästinenser das Feuer legten ist mir schleierhaft. Und immer wieder wird bei SRF zensuriert. Wenn es den Verantwortlichen nicht in den Kram und in ihr Weltbild passt, wird gestrichen, obwohl es Fakten sind, die ich hier nenne. Schade, ich bin wirklich enttäuscht.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      "...obwohl schon lange bekannt ist, dass militante Palästinenser das Feuer legten..." da scheinen Sie mehr zu wissen als alle Anderen. Die Sicherheitskräfte sind erst am Untersuchen und Sie kennen die Resultate schon. In Demokratien ist zum Glück die Justiz für Verurteilungen zuständig und nicht Kommentarschreiber und Blogger
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    "um Brandstiftung handelte" Muslime in Deutschland, Frankreich, Österreich und in der Schweiz geben dazu ihre "Likes" im fünfstelligen Bereich. Vielleicht sollte der "Verfassungsschutz" hier mal ein sehr deutliches Zeichen setzen. Da hat man offenbar noch ein riesiges Optimierungspotential.
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  • Kommentar von Juha Stump (Juha Ilkka Stump)
    Logisch, dass auch die "Palästinenser" zum Teil geholfen haben, die Brände zu löschen, weil es schliesslich auch um ihre eigene Existenz ging. Es ist schon längst erwiesen, dass Dschihadisten dieses Feuer gelegt haben, aber um das zu veröffentlichen, fehlt den hiesigen Medien so wie üblich der Mut.
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    1. Antwort von Erwin Jenni (ej)
      @JS: Genau! Sie sind zu feige und verstecken sich hinter "laufenden Ermittlungen". Wenn es umgekehrt wäre, würde man schon lange um die ganze Welt das Bild des "bösen israelischen Besatzers" kolpotieren! Ich kann diese Einseitigkeit vorallem seitens SRF nicht mehr ertragen!
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