- Tausende haben in der norditalienischen Stadt Turin gegen die Schliessung eines linken Kulturzentrums protestiert.
- Am Rande der Kundgebung ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen.
- Mehrere Personen wurden verletzt, mehrere festgenommen.
Vermummte warfen Steine und Feuerwerkskörper, errichteten Barrikaden, zündeten Polizeifahrzeuge und Abfallkübel an, wie italienische Medien berichten. Die Ordnungskräfte reagierten mit Tränengas und Wasserwerfern.
Mindestens elf Polizisten wurden gemäss Angaben der Behörden verletzt. Zehn Personen seien festgenommen worden. Zur Zahl der verletzten Demonstranten sagten die Behörden zunächst nichts. Italienische Medien berichten von 25 bis 30 verletzten Personen, die ins Spital gebracht worden seien.
Derweil kursiert ein Video, auf dem zu sehen ist, wie Vermummte einen am Boden liegenden Polizisten treten und schlagen.
Generalkommandant der Carabinieri Salvatore Luongo schreibt auf der Plattform X von einem «Angriff auf den Staat». Er drückt seine Solidarität und die aller Carabinieri mit dem Polizeibeamten aus, der während der Krawalle in Turin «auf abscheuliche Weise angegriffen wurde».
Proteste nach Schliessung von Kulturzentrum
Die Proteste ausgelöst hat die Räumung eines linken Kulturzentrums kurz vor Weihnachten. Das Gebäude war fast 20 Jahre lang besetzt und ein Treffpunkt der linken Szene Turins.
Die Veranstalter der Kundgebung am Samstag sprachen von etwa 50'000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Der Demonstrationszug bewegte sich durch die Innenstadt.