Das weiss man über den Verdächtigen: Beim Verdächtigen soll es sich um einen 31-jährigen Mann aus Südkalifornien handeln, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichteten. Er soll als Lehrer und Entwickler für Videospiele gearbeitet haben, heisst es unter Berufung auf das mutmassliche LinkedIn-Profil des Mannes. Er hat einen Masterabschluss an der California State University. Die Berichte passen zu den Informationen eines Strafverfolgungsbeamten, der den Verdächtigen namentlich identifiziert hat. Laut den Ermittlern kooperiert er nicht. Die Behörden gehen davon aus, dass er alleine gehandelt hat und es keine weiteren Verdächtigen gibt.
Das war sein Ziel: Der Verdächtige hat laut Polizeikreisen kurz vor seiner Tat ein Manifest an seine Familie übermittelt. Darin habe er die Sicherheitsvorkehrungen verhöhnt und hochrangige Regierungsmitglieder als Ziele aufgelistet. Der Mann bezeichnete sich demnach selbst als «freundlicher Bundes-Attentäter» und gab an, mit mehreren Waffen unbemerkt in das Hotel gelangt zu sein. Präsident Donald Trump sagte dem Sender Fox News, der Verdächtige trage viel Hass in seinem Herzen und hasse Christen.
So ereignete sich die Attacke: Der Vorfall ereignete sich gegen 20:35 Uhr Ortszeit, als gerade den wichtigsten Politikerinnen und Journalisten von Washington D.C. Burrata mit jungen Erbsen gebracht wurde. Videoaufnahmen zeigen Trump und seine Frau, wie sie an einem Banketttisch auf der Bühne sitzen und sich unterhalten, als im hinteren Teil des Ballsaals Tumult ausbrach – ausgelöst durch Schüsse.
Die Menschen begannen zu schreien: «Runter, runter!» Viele der 2600 Gäste in Smoking und Ballkleidern suchten Schutz unter Tischen, während Sicherheitskräfte ihre Waffen zogen. Einige drückten Kabinettsmitglieder zu Boden und bedeckten sie mit ihren Körpern. Sicherheitskräfte in Kampfuniformen stürmten herein, während Trump, seine Frau und Vizepräsident JD Vance evakuiert wurden.
Wie kam der Mann bewaffnet in das Hotel? Die chaotischen Ereignisse haben in den USA neue Fragen zur Sicherheit hochrangiger Beamter aufgeworfen. Viele von ihnen hatten sich während des Vorfalls im weitläufigen Ballsaal des Hotels versammelt. Der Secret Service, der für den Schutz von Regierungsmitgliedern zuständig ist, steht massiv in der Kritik. Ein Schwerpunkt der Ermittlungen dürfte sein, wie es dem Schützen gelang, die Schrotflinte in das Hotel zu schmuggeln, in dem das jährliche Dinner der White House Correspondents’ Association stattfindet. Wie die «Washington Post» unter Berufung auf ungenannte Quellen berichtete, stufte die Regierung das Event nicht mit der Sicherheitsstufe ein, die für ähnliche Versammlungen hochrangiger Amtsträger üblich ist. Damit seien nicht die vollen Ressourcen abgerufen worden.
So geht es weiter: US-Justizminister Todd Blanche teilte mit, dass sich der Verdächtige bereits am Montag vor einem Bundesgericht verantworten muss. Anklagepunkte seien Angriff auf einen Bundesbeamten, Abfeuern einer Schusswaffe und versuchter Mord an einem Bundesbeamten. Der Angreifer wurde bereits verhört. Der Justizminister verteidigte das Sicherheitskonzept gegenüber dem Sender NBC. Das Konzept habe so funktioniert wie vorgesehen.