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International Schweiz soll Banker an die USA ausliefern

Die beiden Vorsitzenden des US-Senatsausschusses, vor dem erst kürzlich die Chefs der CS antraben mussten, verlangen die Auslieferung von Schweizer Bankern. Wer in den USA wegen Steuerdelikten angeklagt sei, soll vor einem US-Gericht erscheinen müssen. Wie ernst ist diese neue Forderung zu nehmen?

McCain und Levin
Legende: Die Senatoren McCain und Levin haben bereits den CS-Topmanagern auf den Zahn gefühlt – jetzt fordern sie weitere Köpfe. Reuters

Die USA haben gegen 35 Schweizer Banker und 25 Finanzberater ein Verfahren aufgenommen. Nur sechs sind bis heute vor ein US-Gericht getreten.

Das sind zu wenige, finden die Senatoren Carl Levin und John McCain. In einem Brief an den stellvertretenden Justizminister fordern sie, die USA müssten endlich Auslieferungsgesuche an die Schweiz stellen. Bis jetzt ist das nicht geschehen.

Steueranwalt Scott Michel von der Kanzlei Caplin & Drysdale ist sich nicht sicher, ob die Schweiz in solchen Fällen eigene Staatsbürger ausliefern würde. Für ihn steht deshalb vor allem eines fest: «Mit dem Schreiben soll Druck auf die US-Behörden ausgeübt werden, damit diese im Steuerstreit härter durchgreifen.»

Die Senatoren hingegen sind überzeugt, dass Auslieferungsbegehren in einigen Fällen Erfolg haben würden. «Probiert es wenigstens», heisst es im Brief weiter.

Carl Levins Forderung über Twitter

Ob das Justizdepartement seine Strategie ändert, ist nicht klar. Am Dienstag wollte auf Anfrage niemand Stellung nehmen. Auch Kathryn Keneally, die Chefbeamtin für Steuerfragen, liess sich nicht in die Karten blicken. «Wir kommentieren einzelne Verfahren und Aktivitäten nicht», sagte sie an einer Veranstaltung. Immerhin hielt sie fest, es sei reiner Zufall, dass sich jüngst gleich mehrere Banker freiwillig der US-Justiz gestellt hätten.

Öffentlicher Druck verhindert Fristenverlängerung

Keneally äusserte sich an der Veranstaltung auch zum laufenden Programm mit den Schweizer Banken. Alle Fristen müssten eingehalten werden, sagte sie. Sie seien bewusst gesetzt worden, damit das Bankenprogramm effizient ablaufen könne.

Drei Männer stehen mit erhobener rechter Hand hinter ihren Stühlen.
Legende: Die Chefs der CS sagten im Februar vor dem US-Senatsausschuss aus. Reuters

Konkret heisst das: Die 106 Banken, die sich Ende Jahr in die sogenannte Gruppe 2 eingereiht haben, müssen ihre Informationen bis spätestens Ende Juni – Ende April plus eine mögliche Verlängerung um 60 Tage – in die USA liefern. Sonst könnten die Vereinigten Staaten ihr Programm beenden. Der öffentliche politische Druck in den USA hat in jüngster Zeit zugenommen. Er verunmöglicht hier ganz offensichtlich jegliche Fristerstreckung.

16 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Liebermann, Zürich
    Es gibt Länder, in denen Homosexualität unter Strafe steht. Was wäre, wenn diese Länder ebenfalls ein entsprechendes Auslieferungsgesucht stellen würden? USA töten ohne Kenntnis / Genehmigung der Regierungungen in deren Ländern. Obama hat das genehmigt. Also, liefert erst einmal Obama aus.
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  • Kommentar von H. Frühling, Bern / Zürich
    Hoppla, da sind ja einige bereits wieder "hochgegangen": 1. 2 Senatoren haben gehustet, sonst nichts. 2. Nicht die CH ist gemeint, sondern Einzelpersonen. 3. Die Nationalität dieser Einzelpersonen ist unbekannt (über eine Auslieferung von der CH an die USA lässt sich daher nichts sagen). 4. Wenn jemand gegen ein Gesetz verstossen hat, steht im die gerechte Strafe zu (was immer das auch bedeutet). Kein Einbrecher wird mit dem Argument freigelassen, man finde nie alle..... (zum Nachdenken)
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Es scheint mir der Verdacht aufzukommen, dass es Obamaland nur auf die Schweiz und ihre Kohle abgesehen hat. Man vernimmt nichts von einer Jagd auf "Sündenbänkern" anderer Steueroasen und Banken. Sollte die Schweiz tatsächlich ihre eigenen Staatsbürger ausliefern, beginge sie einen Verrat an Land und Volk. Aber eben, die CH hat sich schon zu sehr an die USA verkauft, und die Gier nach noch mehr wächst und wächst. STOPP USA!
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