- Der Konflikt zwischen Pakistan und Afghanistan hat sich in der Nacht auf Freitag weiter zugespitzt.
- Der pakistanische Verteidigungsminister spricht von einem offenen Krieg.
- Beide Seiten melden schwere Verluste.
Die pakistanische Luftwaffe hatte zuvor weitere Angriffe in Afghanistan durchgeführt, auch in der Hauptstadt Kabul. Es seien militärische Einrichtungen beschossen worden, heisst es aus Islamabad. Die pakistanische Regierung spricht von Dutzenden getöteten Taliban-Kämpfern.
Pakistan hatte bereits am Wochenende Angriffe auf Stellungen in Afghanistan geflogen. Am Donnerstagabend schlugen die Taliban schliesslich zurück. Dabei seien 55 pakistanische Soldaten getötet worden, teilte das afghanische Verteidigungsministerium in einer Stellungnahme auf X mit.
Pakistans Präsident Asif Ali Zardari schrieb derweil auf X, die Reaktion der pakistanischen Streitkräfte sei umfassend und entschlossen. Sein Land werde keine Zugeständnisse in Bezug auf Frieden und territoriale Integrität machen. Die Angaben beider Seiten liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
UNO-Generalsekretär António Guterres forderte Afghanistan und Pakistan angesichts der jüngsten gegenseitigen Angriffe zur Deeskalation auf. Die Parteien sollten versuchen, alle Differenzen auf diplomatischem Weg beizulegen, sagte Guterres nach Angaben seines Sprechers Stéphane Dujarric.
Konflikt flammt wieder auf
Erst am vergangenen Wochenende hatte Pakistan Stellungen in Afghanistan angegriffen. Die UNO-Hilfsmission für Afghanistan teilte im Nachgang mit, 13 Zivilisten seien bei den Luftschlägen ums Leben gekommen, sieben weitere verletzt worden. Ein Taliban-Sprecher hatte die folgenden Angriffe auf Pakistan als Gegenoffensive bezeichnet.
Die Beziehung zwischen den Nachbarländern hat sich in letzter Zeit stetig verschlechtert. Pakistan wirft Afghanistan vor, Terroristen zu verstecken.