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Seilbahnunglück von Stresa: Bremsen schon länger manipuliert
Aus 10 vor 10 vom 01.06.2021.
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Seilbahn-Absturz in Italien Verunfallte Gondel seit Jahren manipuliert?

  • Die Notbremse der in Norditalien verunfallten Gondel war möglicherweise seit Jahren manipuliert worden. Dies berichtet das ZDF.
  • Das ZDF stützt sich dabei auf Aufnahmen aus den Jahren 2014 und 2018, Link öffnet in einem neuen Fenster. Darauf sind Metallgabeln zu sehen, mit denen die Notbremse blockiert wird.
  • Bei dem Unglück am vorletzten Wochenende hatten 14 Menschen ihr Leben verloren. Einzig ein fünfjähriger Knabe überlebte das Unglück.

Das Bildmaterial stammt von einem Schweizer Hobbyfilmer, der selbst lange Jahre in der Seilbahnbranche arbeitete. Nach dem Unglück sichtete er sein Material erneut - und stellte fest, wie er gegenüber dem ZDF sagt: «Mir ist dann aufgefallen, dass auf diesen Fotos diese Forchettone (die Metallgabeln, Anm. d. Red.) schon zu sehen sind. Schon im Jahr 2014 wurden diese Forchettone mit Personen in der Kabine eingesetzt.»

Aufnahme vom 09.06.2018, die die Metallgabeln an der Gondel zeigt.
Legende: Diese Aufnahme der Mottarone-Seilbahn vom 09.06.2018 zeigt gemäss ZDF die eingesetzten Metallgabeln, welche die Notbremse blockieren. Youtube/Stahlseil , Link öffnet in einem neuen Fenster

Der Seilbahnspezialist Gabor Oplatka, ehemaliger Leiter des Bereiches Seilbahntechnik des Instituts für Leichtbau und Seilbahntechnik an der ETH Zürich, bestätigt dies gegenüber dem ZDF: «Offensichtlich hat man das praktiziert. Und bis jetzt Glück gehabt, weil ein Zugsachschaden ja relativ selten vorkommt.»

Die Staatsanwaltschaft von Verbania habe die besagten Bilder vom ZDF erhalten, bestätigt Staatsanwältin Olimpia Bossi. Sie stellte aber klar, dass sie im Moment «jede Bewertung» der Bilder vermeiden möchte.

Verdacht der fahrlässigen Tötung

Nach dem Unglück waren drei Personen verhaftet worden. Zwei sind mittlerweile aus der Untersuchungshaft entlassen worden, eine dritte wurde unter Hausarrest gestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung.

Laut den Ermittlungen war an der Gondel mit Hilfe einer Metallgabel die Notbremse bewusst deaktiviert worden, weil es vorher immer wieder zu Störungen im Betrieb der Seilbahn gekommen war. Diese darf eigentlich nur zu Wartungszwecken, aber niemals im Normalbetrieb deaktiviert werden.

SRF 4 News, 30. Mai 2021, 07:00;

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39 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Moderne Steuer und Sicherheits-Elektronik hat ihre Tücken: Ich konnte meinen Wagen nicht mehr starten. Bei mir im Auto leuchtete auf dem Display eine Warnung zum Bremssystem auf. Dann warnung zum Reifendruck. Dann funktionierte das Schliesssystem nicht mehr korrekt. Wirklicher Grund war jedoch einzig eine stark entladene Batterie. Booster dran, Wagen lief, alle Fehleranzeigen erlöschten. Was soll ich von solchen "Warnanlagen" halten?
    War bei dieser Gondel ja vielleicht auch so etwas ähnliches?
  • Kommentar von Marco Müller  (MarcoMueller)
    Im Sommer 2019 war ich dieser Gondel. Als wir eingestiegen sind und den desolaten Zustand sahen, waren wir schockiert. Die Wände der beiden Stationen sind mit Rissen durchzogen und man sieht sogar Armierungseisen. Es war wirklich beängstigend. Vor nur 4 Wochen habe ich einem Kollegen erzählt, dass mit diesem Zustand eine Tragödie vorprogrammiert sei. Leider war diese traurige Vermutung nicht unbegründet. Wie bei der Brücke in Genua: Verantwortliche kassieren Geld und warten einfach mal ab...
  • Kommentar von Karin Wappmann  (Karin Wappmann)
    Es bleibt zu Hoffen, dass in den Tagen, die auf das Unglück folgten, bei vielen anderen Seilbahnen solche Metallgabeln oder ähnliches (heimlich) wieder entfernt wurden...

    Profitgier!