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Showdown in Kalifornien Partei-Promis der Demokraten stemmen sich gegen Gouverneursabwahl

  • Die Demokraten geben derzeit alles, um eine Abwahl des Gouverneurs von Kalifornien zu verhindern. Gavin Newsom muss sich am Dienstag einem «Recall» stellen, also einem Misstrauensvotum.
  • Vizepräsidentin Kamala Harris, mehrere Senatoren und Senatorinnen und Ex-Präsident Barack Obama unterstützten Newsom im Wahlkampf. Am Montag reiste auch Präsident Joe Biden nach Kalifornien.
  • Auf Newsoms Nachfolge spekulieren Dutzende Gegenkandidaten. Unter ihnen der rechtsgerichtete Talk-Show-Moderator Larry Elder.

Der Demokrat Gavin Newsom ist heiser, als er in San Leandro bei San Francisco vors Mikrofon tritt. Die Demokratie selber sei infrage gestellt, sagt der hochgewachsene 53-jährige Kalifornier. «Es geht um die Rechte der Wählerinnen und Wähler, um das Recht der Frauen, über ihren Körper zu bestimmen.»

Vizepräsidentin Kamala Harris schlägt ebenso dringliche Töne an. «Bei dieser Wahl geht es um Kalifornien, aber um noch viel mehr. Es ist ein Test der Republikaner, wie weit sie auch anderswo gehen könnten.»

Ex-Präsident Obama: «Sagt Nein zum Recall»

Newsom regiert Kalifornien seit Anfang 2019 – und kämpft mit diversen Krisen: Waldbränden und Dürre, einer grassierenden Obdachlosigkeit und der Covid-Pandemie. Seine harten Lockdown-Massnahmen brachten ihm viel Kritik ein – auch wegen Missmanagements. Seine Regierung verteilte Milliarden Dollar an Arbeitslosengeld an Betrüger.

Und dann, auf der Höhe der Pandemie, wurde Newsom erwischt, wie er in einem teuren Restaurant mit Lobbyisten dinierte, ohne Schutzmaske, trotz strikter Maskenpflicht. Plötzlich musste der Demokrat im linken Staat um sein politisches Überleben kämpfen.

Legende: Sollte Newsom tatsächlich seinen Posten verlieren und von einem Republikaner ersetzt werden – was jüngsten Umfragen zufolge als unwahrscheinlich gilt – wäre das eine Sensation. Kalifornien ist eine Hochburg der Demokraten. Keystone

Ganze 46 Gegenkandidaten und -Kandidatinnen stellen sich zu Wahl – doch nur einer kann Newsom gefährlich werden: Larry Elder, ein 69-jähriger Radio-Show-Moderator, der sich den «weisen Mann aus South Central Los Angeles» nennt.

Herausforderer mit Hang zur Polemik

In seiner rechtsgerichteten Talkshow polemisiert der afroamerikanische Republikaner gegen die Immigrationspolitik der Demokraten, Steuern und Sozialausgaben, Black Lives Matter, Abtreibungen und die Frauenrechtsbewegung. Ex-Präsident Donald Trump nannte er ein Geschenk Gottes. Nun folgt sein Debüt auf dem politischen Parkett. In Interviews rattert Elder reihenweise Verbalattacken gegenüber Newsom herunter.

Legende: Mehrere Dutzend Gegenkandidaten treten an, um Newsom zu ersetzen. Darunter auch Larry Elder. Keystone

Die Umfragewerte von Gouverneur Gavin Newsom sind wieder gestiegen, seit Elder als Favorit unter seinen Gegnern gilt. Newsom ist politisch angeschlagen, aber die Alternative Larry Elder scheint die Wähler und Wählerinnen abzuschrecken – im Bundesstaat, wo Donald Trump mit dreissig Prozentpunkten Abstand gegen Joe Biden verlor.

Echo der Zeit, 13.09.2021, 18 Uhr

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Widmer  (Unabhängiger)
    Möchte noch anfügen, dass die Wahl von Larry Elder historisch wäre. Er könnte der erste schwarze Gouverneur im linken Staat Kalifornien werden!! Dies würde ganz sicher in der Überschrift oder den wichtigsten Facts erwähnt, wenn denn Elder die "richtige" politische Gesinnung hätte!
    So aber wird er von den (linken) Medien als der Böse dargestellt, obwohl er schwarz ist! Schon ziemlich heuchlerisch liebe Mainstream-Medien...
    1. Antwort von Sonja Möckli  (SonnyM)
      Ich denke nicht, dass das heuchlerisch von den Medien ist. Es ist eher Elder, der sehr unglaubwürdig herüberkommt, als Schwarzer gegen alle schwarzen Anliegen zu sein, das verwirrt alle, die für die Black Lives Matter Bewegung sind, Weisse wie Farbige. Da muss man sich schon am Kopf kratzen..... Ihm geht es nur um Macht, und das sehen die Wähler ganz bestimmt.
  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Die Auswahl an Kandidaten ist an sich bedenklich. Für den Amtsinhaber spricht offensichtlich so gut wie nichts. Die Alternative dazu ist allerdings auch nicht überzeugend. Für die Demokratische Partei ist ein solches Setting eigentlich eine Bankrotterklärung!
    1. Antwort von Thomas F. Koch  (dopp.ex)
      Auf der Liste stehen 46 Namen. 9 Dem, 24 Rep, 2 Grüne, 1 Libertärer + 10 Parteilose. Sieht man sich die angegebenen Berufe an, ist es von der Erfahrung her bedenklich wer sich bewirbt. Darunter ist ein College Student, ein Gemeinde Freiwilliger usw. Gavin Newsom steht nicht auf der Liste, da er Frage 1 ist.

      Die Rettung für den Amtsinhaber liegt in der Abstimmungs- und Wahlfrage
      1. Frage: will man den amtierenden Gouverneur des Amtes entheben.
      2. Frage: wenn ja, wer soll Gouverneur werden
    2. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      Die Berufe sollte man nicht überbewerten. In gewissen westlichen Staaten werden z.T. Konzertpianisten*innen (oder Heizungsmonteure) portiert.
      (Wobei: Die waren/sind natürlich bei der "richtigen" Partei.)
    3. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      PS Nichts gegen Konzertpianisten und Heizungsmonteure. Das sind beides vollkommen ehr- und achtbare Berufe.
    4. Antwort von Tinu Sado  (Tinu2)
      ähm, mit Trump hat man eine totale Nullnummer gewählt, keinerlei politische Erfahrung, kaum Intelligenz, Unflätig, Frauen und Rassenhasser, da wäre wohl jeder ein Arbeitsloser noch besser gewesen. Die Republikaner werfen unfassbare Geldsummen in den Wahlkampf, schlussendlich kriegt aber jedes Volk die Regierung welche es verdient. Wenn eine Nation nach 4 Jahren Trump nicht begreift, wie schädlich solche unfähigen "Politiker" sind, dann will es das offensichtlich so haben!
  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Für Anhänger rechtskonservativer Politik ist aktuell schwierig Zustimmung zu erhalten. Das sieht man bei fast allen Wahlen.
    1. Antwort von Reto Blatter  (against mainstream)
      Und was hat das damit zu tun, dass viele Kalifornier mit ihrem linken Gouverneur unzufrieden sind?
    2. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      Der kalif. (Dems-) Gouverneur ist sicher nicht liks. Uns wird doch immerzu erzählt, die Dems seien "eigentlich" nur "eine Art FDP".
      Das sagen alle.
      Komischerweise nur die FDP selber nicht.