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Simbabwe nach der Wahl Noch fühlt es sich nicht nach Wandel an

Legende: Audio Der wirkliche Wandel steht noch aus abspielen. Laufzeit 01:54 Minuten.
01:54 min, aus HeuteMorgen vom 03.08.2018.

Die Hoffnungen der Simbabwerinnen und Simbabwern waren gross. Endlich – nach fast vier Jahrzehnten autoritärem Regime – sollte es einen Wandel geben: Change. Beide Kandidaten versprachen das. Oppositionskandidat Nelson Chamisa und der Kandidat der Regierungspartei, Emmerson Mnangagwa.

Und anfänglich sah es auch tatsächlich so aus, wie wenn sich in Simbabwe seit dem Sturz von Langzeitherrscher Robert Mugabe etwas geändert hätte. Zwar wurden Wählerinnen und Wähler im Vorfeld auf subtile Weise eingeschüchtert. Die Staatsmedien unterstützten klar die Regierungspartei und die Wahlkommission zeigte sich intransparent.

Verhaltene Aufbruchstimmung

Aber: Alle Parteien konnten ihre Wahlveranstaltungen abhalten und der Wahltag verlief friedlich. Eine leise Aufbruchstimmung war zu spüren am Montag in Simbabwe. Ein bisschen aufgekratzt, die Spannung vor dem was kommen könnte. In Scharen strömten Wählerinnen und Wähler an die Urnen. Doch bereits zwei Tage später kippte die Stimmung – in Wut Enttäuschung und Angst.

Das Wahlresultat für das Parlament zeigte eine überwältigende Mehrheit für die Regierungspartei Zanu-PF. Die Opposition, die MDC Alliance, erklärte sich ihrerseits vorzeitig zur Wahlsiegerin der Präsidentschaftswahl. MDC-Anhänger gingen auf die Strasse und riefen Wahlbetrug.

Altbekannte Reflexe

Das schien für die Regierung aber bereits zu viel der politischen Freiheiten. Sie schickte das Militär los, um bei den Demonstrierenden für Ordnung zu sorgen. Mindestens sechs Personen verloren dabei ihr Leben. In Folge patrouillierten Soldaten in der Hauptstadt Harare. Das Hauptquartier der Opposition wurde durchsucht, MDC-Mitglieder festgenommen.

Nach Wandel fühlte sich das für Simbabwer nicht an. Gewalt durch das Militär ist ihnen aus den Jahrzehnten der Diktatur Mugabes nur allzu bekannt. Es wird darum für Emmerson Mnangagwa als Präsident die grosse Herausforderung sein, seine Mitbürger und die internationale Gemeinschaft davon zu überzeugen, dass er dennoch den versprochenen Wandel bringen kann.

Anna Lemmenmeier

Anna Lemmenmeier

Afrika-Korrespondentin

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Anna Lemmenmeier ist Afrika-Korrespondentin, Link öffnet in einem neuen Fenster von Radio SRF. Sie wohnt in Nairobi/Kenia.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Das wird dauern... es heisst ja so schoen: Wie die Alten sungen so zwitschern die Jungen... aber Hoffnung besteht. Sie sollten jetzt nur aufhoehren, sich gegenseitig zu diffamieren und aufhoehren weiter zu Zerstoeren. Jetzt braucht es ein Miteinander um aus diesem ausgemergelten Patienten Namens Zimbabwe wieder einen Gesunden zu machen
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Die Hoffnung stirbt zuletzt.
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    2. Antwort von Charles Grossrieder (View)
      Wer’s glaubt wird seelig; aber man soll die Hoffnung nie begraben, da haben sie recht. Aber ich bin sehr skeptisch, leider; sieht mir nicht nach dem Fortschritt aus den die junge Generation erwartete. Ganz im Gegenteil, eher nach zwei Schritte vor drei zurueck. Ich kann mir nicht vorstellen, wo RM’s ex rechte Hand das Know-how hernehmen soll sich 180 Grad zu aendern. Wenn, haette er es laengst getan, respektive tun sollen. Vermute aber, dass war nie der Plan. Ich hoffe ich irre mich.
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