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Legende: Audio Die Stadt der Zukunft abspielen. Laufzeit 05:20 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 16.08.2019.
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«Smart Cities» auf Vormarsch «Ich bewundere das ÖV-System der Schweiz»

Wie sieht die Stadt der Zukunft aus? Wie gestaltet man sie um, damit Menschen auch künftig gerne in den Städten wohnen und arbeiten? Die Rede ist von «Smart Cities», also schlauen Städten. Solche, die die heutigen Bedürfnisse der Bewohner berücksichtigen; sei es bei der Telekommunikation, beim Strassenverkehr oder ganz allgemein beim Zusammenleben. Kerry O’Connor sieht in diesem Bereich noch Handlungsbedarf, lobt aber die Schweiz.

Kerry O’Connor

Kerry O’Connor

Expertin für Innovation

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Kerry O'Connor ist Chief Innovation Officer der US-amerikanischen Stadt Austin in Texas und «Smart Cities»-Expertin.

SRF News: Was ist die Definition vom «Smart Cities»?

Kerry O'Connor: Ideal finde ich eine Definition der Internationalen Organisation für Normung in Genf. Demnach ist eine «Smart City» eine Stadt, die belastbarer und nachhaltiger wird, indem sie die Bevölkerung mit einbezieht, über verschiedene Behörden zusammenarbeitet sowie Daten und Technologie nützt, um die Lebensqualität aller zu verbessern.

Können Sie uns ein konkretes Beispiel nennen?

Nehmen Sie Austin, die elftgrösste Metropole der Vereinigten Staaten. Wir wachsen sehr schnell, jedoch wird es teuer, in der Stadt zu leben. Wir haben wegen des grossen Verkehrsaufkommens viele verstopfte Strassen, der Westteil der Stadt ist reich, der Osten hingegen arm.

Eine «Smart City» wäre nicht so aufgestellt. Wenn wir beispielsweise die Verkehrslage verbessern wollen, müssen wir die Stadt, die Gemeinde, den Staat und Private an einen Tisch bekommen, um Wege zu finden, wie wir den Verkehr besser managen oder fahrerlose Fahrzeuge integrieren.

Wolkenkratzer von Austin.
Legende: «In Austin ist der grösste Teil des Verkehrs auf das Auto ausgerichtet», so O'Connor. Hier brauche es Änderungen. wikipedia/Stuart Seeger

Aber das ist sowieso die Aufgabe einer Stadt. Ist «Smart Cities» eine neue Bezeichnung für eine alte Aufgabe?

Ja, es ist ein Label, mit dem wir eine Entwicklung oder einen Prozess zu beschreiben versuchen. Es ist vergleichbar mit der Zeit, als die Städte zum ersten Mal elektrischen Strom erhielten. Das war ein grosser Schritt und hatte ebenfalls Folgen, an die damals niemand gedacht hatte.

Illustration von «Smart City.»
Legende: «Smart Cities» sollen die Städte moderner und effizienter machen. Colourbox

Die Infrastruktur der Vereinigten Staaten steht regelmässig in der Kritik. Wie baut man in einem solchen Zustand eine schlaue Infrastruktur?

Wir müssen neue Finanzquellen erschliessen. Zum Thema Mobilität: ein grosser Teil der Infrastruktur wird heute durch eine Benzinsteuer finanziert. Das reicht vermutlich nicht, um damit auch noch die Infrastruktur von Morgen zu bauen. Da muss in Washington eine Lösung gefunden werden.

Das Geld ist nur eine der Herausforderungen.

Auf lokaler Ebene können wir aber viele Dinge auch schon jetzt tun. Wir haben Glasfasernetze, viele Daten über Verkehrsverläufe und wissen auch, wie der Verkehr umgeleitet werden kann, um Staus zu reduzieren. Wir arbeiten mit privaten Firmen wie Uber und Lyft zusammen um zu verstehen, wie die Leute von A nach B kommen.

Ist das Geld das grösste Problem? Oder gibt es weitere Schwierigkeiten?

Das Geld ist nur eine der Herausforderungen. Man muss sich überlegen, wie Private und der Staat bei den Projekten zusammenarbeiten und welche Firmen ausgewählt werden. Zudem muss der Datenschutz in den USA verbessert werden, der nicht mit jenem in Europa vergleichbar ist.

«Smart Cities» oder Ideen für «Smart Cities» gibt es auf der ganzen Welt, auch hier in der Schweiz. Wie gut sind wir da aufgestellt?

Die Schweiz ist gut unterwegs. In Austin ist der grösste Teil des Verkehrs auf das Auto ausgerichtet. Ich bewundere das ÖV-System der Schweiz und würde mir wünschen, dass wir auch so etwas hätten. Die Schweiz muss sich nicht verstecken. Estland ist ebenfalls ein Vorbild. Der baltische Staat ist bei den digitalen Dienstleistungen sehr weit fortgeschritten.

Das Gespräch führte Beat Soltermann.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Klein  (HansKlein)
    EIN zentrales Problem dieser "Smarten" Städte: Das meiste darin wird natürlich – egal ob zentral oder verteilt/vernetzt – über Computer gesteuert. Software und selbst Hardware veraltet aber sehr schnell. Und das kann man auch nicht einfach ignorieren – nach dem Motto: "Egal, es funktioniert ja weiterhin!" –, weil mit der Zeit IMMER Sicherheitslücken auftauchen, die irgendjemand böswillig nutzen wird. Aber diese Systeme regelmässig "up-zu-daten" wird aber wegen der Hardware kaum möglich sein…
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Wenn es nach Links-Grün geht, so sollen wir alle, von einer Partei zentralregiert, in maximal 3 Zimmern in verdichteten Siedlungen wohnen, mit dem Velo zur Arbeit fahren und mit dem Zug zentralorganisiert in die Zentralferienanlagen. Autos und Häuser mit Garten sind nur noch für die Parteimitglieder (=Staatsangestellte) da. Begründet wird das Ganze mit dem Klimawandel. Erinnert stark an Maos Kulturrevolution, wo 100Mio. Menschen verhungert sind. Wer das gut findet, wählt im Herbst Links-Grün.
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    1. Antwort von R. Berger  (RB.)
      Sie vermischen da sehr, sehr viele Dinge! Ja, wir müssen sorgsam mit dem Platz umgehen und insbesondere der MIV muss deutlich zurückgehen. Das ist nicht eine Witzidee, um Bürger zu schikanieren, sondern notwendig um die enorm teuren und gefährlichen Folgen der Klimakrise einzudämmen.

      Ein schädliches Privatauto ist vielmals auch nicht mehr nötig, wenn der ÖV gut ausgebaut ist.
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  • Kommentar von Bruno Hagen  (brunohagen)
    Das Attribut "smart" wurde wohl absichtlich gewählt, damit wir uns dumm fühlen sollen.
    Eine "Smart City" ist bei genauer Betrachtung ein "Smart Prison", in welchem alles (irgendwann wohl auch die Menschen) aus der ferne überwach- und steuerbar ist. Siehe China.
    Auch wenn ein paar Ansätze ganz i.O sind; Wie wäre es einfach wieder mit mehr gesundem Menschenverstand anstatt mehr Technik?
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