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Software-Probleme Rund 6000 Airbus-Flugzeuge benötigen neue Software

Wegen eines Software-Problems dürfen Tausende Airbus-Passagierflugzeuge vom Typ A320 vorläufig nicht mehr starten.

Der europäische Flugzeughersteller Airbus muss bei Tausenden Flugzeugen der Baureihe A320 umgehend neue Software aufspielen. Airbus teilte mit, ein Zwischenfall bei einem A320 habe gezeigt, dass intensive Sonneneinstrahlung Daten beschädigen könne, die für die Steuerung wichtig seien. 

Auswirkungen auf Airlines weltweit

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Während die Air France wegen der Überprüfung von A320-Maschinen am Freitag 35 Flüge streichen musste, gibt es bei Easyjet Entwarnung. Der Billigflieger teilte mit, man habe das Update bei vielen Maschinen bereits aufgespielt und plane einen weitgehend normalen Betrieb.

Die Lufthansa hingegen muss Flugzeuge für die Reparatur kurzzeitig aus dem Verkehr ziehen und rechnet für das Wochenende mit einer «kleinen Anzahl» von Flugausfällen. Inwieweit dies den Flugplan der Tochtergesellschaft Swiss stören wird, ist nicht bekannt.

Folgen hat das Software-Problem auch in Ozeanien. In Australien und Neuseeland mussten Airlines wie Jetstar und Air New Zealand erste Flüge streichen.

Bei der All Nippon Airways in Japan fielen am Samstag 65 Flüge aus.

Die kolumbianische Airline Avianca muss fast 70 Prozent ihrer Flotte am Boden lassen und hat den Ticketverkauf vorerst eingestellt.

American Airlines meldet nur kurze Unterbrüche.

Das Software-Update müsse noch vor dem nächsten Start vorgenommen werden, erklärte Airbus im französischen Toulouse. In Zusammenarbeit mit den Luftfahrtbehörden habe man die Fluggesellschaften aufgefordert, vorsorgliche Schutzmassnahmen zu ergreifen, die Software und teilweise Hardware umfassten, hiess es weiter. 

Neue Software oder gar Austausch von Hardware

Branchenkreisen zufolge sind rund 6000 Flugzeuge betroffen. Zwei Drittel der betroffenen Flugzeuge würden demnach nur kurz stillstehen, weil die Fluggesellschaften auf eine frühere Softwareversion zurückgreifen könnten. Bei mehreren hundert Flugzeugen müssten aber möglicherweise Teile der Hardware ausgetauscht werden, was zu wochenlangen Ausfallzeiten führen könne.

Ein fabrikneuer Airbus A320-214SL vor dem Airbus-Werk in Blagnac bei Toulouse in Frankreich.
Legende: Rund 11’300 Flugzeuge der A320-Reihe stehen weltweit im Einsatz und benötigen ein Software-Update. REUTERS / Benoit Tessier

Insgesamt werde die Operation kurz vor dem verkehrsreichsten Reisewochenende des Jahres in den USA erhebliche Störungen verursachen. 

Unkontrollierter Höhenverlust

Der Vorfall mit einem A320, der die Reaktion von Airbus auslöste, ereignete sich offenbar Ende Oktober auf einem Flug von Cancun in Mexiko nach Newark im US-Bundesstaat New Jersey. Das Flugzeug habe nach einem Problem mit der Flugsteuerung und einem plötzlichen unkontrollierten Höhenverlust in Tampa, Florida, notlanden müssen.

Laut Airbus sind gegenwärtig weltweit rund 11’300 Flugzeuge der A320-Reihe im Einsatz, darunter 6440 des Kernmodells A320. Die Modellreihe gilt inzwischen als das meistverkaufte Verkehrsflugzeug der Welt – knapp vor dem Modell 737 des US-Herstellers Boeing.

SRF 4 News, 28.11.2025, 21:00 Uhr ; 

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