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International Sohn des Diktators Gaddafi droht Todesstrafe

Der Prozess gegen wichtige Exponenten des früheren libyschen Regimes beginnt heute in Tripolis. Auch Gaddafis Sohn sitzt auf der Anklagebank.

Legende: Video Gaddafis Sohn auf der Anklagebank abspielen. Laufzeit 0:22 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 19.09.2013.

Vor knapp zwei Jahren endete die Herrschaft von Libyens Machthaber Muammar Gaddafi. Nun sitzen wichtige Exponenten des früheren Regimes auf der Anklagebank.

Der prominenteste unter ihnen ist Saif al Islam – der Sohn des getöteten Diktators. Noch ist jedoch unklar, ob Saif al Islam Gaddafi überhaupt nach Tripolis ausgeliefert wird. Die Miliz hält ihn in der Stadt Sintam fest.

Macht und Einfluss

Dabei gehe es um Macht und Einfluss der regionalen Milizen, sagt die Journalistin Astrid Frefel im Gespräch mit SRF. «Sie wollen ihm selbst den Prozess machen.»

Die Milizen fürchten zudem um die Sicherheit des Angeklagten. Auch Frefel bezweifelt, ob die Behörden in der Lage sind, für die Sicherheit der Angeklagten und Zeugen zu sorgen.

Dazu kommt: Wie unabhängig funktioniert das Rechtssystem? Noch zu Gaddafi-Zeiten sei die Justiz berühmt und berüchtigt für ihre Schauprozesse gewesen. Bis heute haben keine Reformen stattgefunden. «Es muss sich zuerst zeigen, ob juristische Standards wie klare Beweisführung und Rechte für die Verteidigung eingehalten werden.»

Anstiftung zum Bürgerkrieg

Schliesslich geht es um viel. Saif al Islam Gaddafi werden Vorwürfe aus der Zeit vor und während des Bürgerkrieges 2011 angelastet. «Die Tatbestände lauten Mord, Anstiftung zum Bürgerkrieg oder die Bildung von bewaffneten Gruppen. Auf einzelne dieser Tatbestände würde die Todesstrafe stehen», sagt Frefel.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Nur gut, dass ihn Libyen nicht an Den Haag ausgeliefert hat. Das Schlimmste, was ihm dort passieren könnte, ist eine lebenslange Luxuszelle mit allem Schnickschnack. Das hat dieser ruchlose Mörder nicht verdient.
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    1. Antwort von Theodor Kugler, 8413 Neftenbach
      Ihnen als Richter möchte ich nicht begegnen. Ich gehe nicht davon aus, dass sie bei den Morden dabei waren. Wer mit so viel Voreingenommenheit an eine Sache rangeht und damit ein Gerichtsverfahren vorwegnimmt, ist eine Gefahr für die Demokratie.
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    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      Mit gut zureden und Handel betreiben hat der Westen Jahrzehntelang versucht, aus einem Saulus ( Muhammar al-Gaddafi) einen Paulus zu machen. Am Schluss ist auch noch der Merz auf diesen Despoten reingefallen. Das Gleiche nochmals in Syrien. Die Russen werden auch mit der Zeit merken, dass mit Kriminellen schlecht zu politisieren ist. Es wird nur eine Frage der Zeit sein.
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  • Kommentar von Theodor Kugler, 8413 Neftenbach
    In einem Land, in dem überall noch Mord und Totschlag herrschen, können keine Gerichte unabhängig und fair funktionieren. Im Einzelfall wird ein solches Gerichtsverfahren mit Lynchjustiz enden.
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