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Tschads langjähriger Präsident getötet
Aus Tagesschau vom 20.04.2021.
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Sohn soll übernehmen Tschads Präsident bei Gefechten getötet

  • Tschads Langzeitherrscher Idriss Déby Itno ist tot.
  • Der Staatschef sei bei schweren Zusammenstössen mit einer Rebellengruppe an der Front gestorben, sagte Militärsprecher Azem Bermandoa Agouna im Staatsfernsehen.
  • Die französische Regierung hat die Meldung bestätigt. Frankreich verliere einen mutigen Freund, heisst es aus dem Elysée-Palast.
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Aus dem Archiv: Tschad hofft auf neuen Präsidenten
aus Rendez-vous vom 09.04.2021.
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«Idriss Déby Itno hat gerade seinen letzten Atemzug auf dem Schlachtfeld während der Verteidigung der territorialen Integrität genommen. Mit tiefer Bitterkeit verkünden wir dem tschadischen Volk den Tod des Marschalls des Tschads», so Militärsprecher Agouna.

Nach dem überraschenden Tod von Staatschef Idriss Déby Itno (68) hat die Militärelite des zentralafrikanischen Tschads blitzschnell reagiert. Unmittelbar nach der Verkündung des Todes wurde Débys Sohn, Mahamat Idriss Déby Itno, zum Nachfolger ernannt. Der General soll für die nächsten 18 Monate eine militärische Übergangsregierung führen.

Korrespondent: «Es geht um Machterhalt»

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Kurzeinschätzung von Afrika-Korrespondent Samuel Burri:

«Der nahtlose Übergang der Macht vom getöteten Vater Idriss Déby auf Sohn Mahamat ignoriert Tschads Verfassung. Eigentlich hätte nach dem Tod des Präsidenten der Parlamentspräsident übernehmen müssen.

Dem Militär und der Familie Déby ging es heute in erster Linie um Machterhalt. Der illegitime Machtwechsel wird vor allem Frankreich Kopfzerbrechen bereiten. Für die Franzosen ist der Tschad ein wichtiger militärischer Partner im Kampf gegen den Terror in der Sahelzone.

Es gibt Befürchtungen, dass durch den Tod von Idriss Déby die ganze Region destabilisiert werden könnte. Auch im Tschad selbst dürften sich die Kämpfe zwischen Rebellen und Militär akzentuieren.»

Damit sichert sich das Militärregime, das während Débys 30-jähriger Amtszeit eine zentrale Rolle spielte, seine Position an der Macht. Auch für die Rolle Tschads in der G5-Sahel-Militärallianz, die den islamistischen Terrorismus in der Region bekämpft, signalisiert die Entscheidung Beständigkeit. Mahamat Idriss Déby Itno hat in den vergangenen sieben Jahren die Eliteeinheit der tschadischen Armee geführt und arbeitete mit seinem Vater Hand in Hand.

Schwere Kämpfe im Land

Die Armee des von Armut und Terrorismus gebeutelten zentralafrikanischen Landes bekämpft schwerbewaffnete Kämpfer der «Front für Wandel und Eintracht im Tschad» (Fact), die zur Präsidentenwahl am 11. April aus dem benachbarten Libyen in den Norden des Tschads eingefallen waren und in Richtung Hauptstadt N’Djamena vordrangen.

Die Fact ist eine 2016 gegründete politische und militärische Rebellenbewegung, die die Regierung von Déby destabilisieren will.

Strategisch wichtiger Ort für Europa

Déby, der seit 30 Jahren regierte, war am Montag mit 79.32 Prozent der abgegebenen Stimmen als Sieger aus der Präsidentenwahl am 11. April hervorgegangen. Er kam 1990 bei einem bewaffneten Aufstand an die Macht.

Der Tschad ist ein für Europa strategischer Staat. Aufgrund seiner Hilfe im Kampf gegen Islamisten in der Sahel genoss Déby in Frankreich, bei Staatschefs der Sahelzone, aber auch den USA und der EU hohes Ansehen. Déby, der in Frankreich als Pilot und in militärischer Taktik ausgebildet wurde, war auch ein wichtiger französischer Verbündeter bei der Eindämmung der Expansion des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi. Über Débys miserable Menschenrechtsbilanz wurde weitgehend hinweggesehen.

Paris hat den getöteten Präsidenten des Tschads, Idriss Déby Itno, als einen «mutigen Freund» Frankreichs gewürdigt. «Der Tschad verliert einen grossen Soldaten und einen Präsidenten, der ohne Unterlass über drei Jahrzehnte hinweg für die Sicherheit des Landes und die Stabilität der Region gearbeitet hat», teilte das Amt von Staatschef Emmanuel Macron in Paris mit.

Frankreich halte an der Stabilität und der territorialen Unversehrtheit des afrikanischen Landes fest, hiess es weiter. Der Übergang müsse unter friedlichen Bedingungen ablaufen.

SRF 4 News, 20.4.2021, 15:30 Uhr;

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