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Sozialproteste in Irak An Euphrat und Tigris brennen Lunten

  • In einigen Städten in Südirak sind die politischen Demonstrationen der letzten Tagen eskaliert.
  • Mittlerweile sollen mehrere Menschen bei den Protesten ums Leben gekommen sein.
  • Die Kundgebungen richten sich insbesondere gegen die schlechte wirtschaftliche Situation im Land.

Hohe Arbeitslosigkeit, schlechte Stromversorgung, steigende Lebenshaltungskosten und Korruption gelten als Auslöser für zunehmend härtere Proteste, insbesondere im Süden des Irak.

Demonstranten erschossen

Bei verschiedenen Kundgebungen sollen bereits mehrere Menschen getötet worden sein. So sind in der Stadt Amara in der Nacht zum Samstag zwei Demonstranten erschossen worden, sagte der Sprecher der örtlichen Gesundheitsbehörde, Ahmed al-Kanani. Amara ist die Hauptstadt der an den Iran grenzenden Provinz Maysan im Süden des Landes. Wer die beiden Demonstranten getötet habe, sei unklar, sagte Al-Kanani.

Die Proteste waren am Sonntag vergangener Woche in der nahegelegenen Metropole Basra ausgebrochen, ein Teilnehmer wurde dort von Sicherheitskräften getötet. Von Basra breiteten sich die Proteste auf andere Orte aus, darunter auch die Hauptstadt Bagdad. Dabei wurden nach Angaben von Rettungskräften dutzende Menschen, darunter Sicherheitskräfte, verletzt. Auch am Samstag versammelten sich Menschen zu einem Protestzug in Basra.

Unsicherheit wegen Parlamentswahl

Überdies herrscht derzeit wegen der umstrittenen Parlamentswahl vom 12. Mai politische Unsicherheit. Iraks Oberstes Bundesgericht hatte im Juni angeordnet, dass die Stimmzettel per Hand neu ausgezählt werden müssen. Damit stellte sich das Gericht hinter einen Beschluss des Parlaments von Anfang Juni. Demnach sollen wegen Manipulationsverdachts sämtliche elf Millionen Stimmzettel neu ausgezählt werden, einschliesslich der Stimmzettel der Auslandswähler, der Vertriebenen und der Sicherheitskräfte.

Stärkste Kraft bei den Wahlen war vorläufigen Angaben zufolge überraschend das Bündnis Marsch für Reformen des schiitischen Predigers Muktada al-Sadr geworden. Zur Bildung einer Regierung wäre es auf Koalitionspartner angewiesen. Al-Sadr hat den Demonstranten seine Unterstützung ausgesprochen und forderte sie zu gewaltfreien Protesten auf.

Attacken auf Provinzregierung und Flughafen

Zuvor hatten Demonstranten unter anderem ein Gebäude der Provinzregierung in der Stadt Kerbala gestürmt. Bei Zusammenstössen mit der Polizei wurden Sicherheitskreisen zufolge mehrere Menschen verletzt.

Am Freitag war der Flughafen der Stadt Nadschaf das Ziel der Protestbewegung - das Gebäude wurde gestürmt, der Luftverkehr zum Stillstand gebracht. Wegen Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften wurden in einigen Städten Ausgangssperren verhängt.

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