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Sozialstandards für LKW-Fahrer «Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort»

Legende: Audio Lastwagenfahrer in der EU sollen bessere Arbeitsbedingungen erhalten abspielen. Laufzeit 00:59 Minuten.
00:59 min, aus HeuteMorgen vom 04.12.2018.

Die EU-Verkehrsminister haben sich auf gemeinschaftliche Sozialstandards für Lastwagenfahrer geeinigt. Nach jahrelangen Verhandlungen fanden die Mitgliedstaaten nun einen Kompromiss, der dem weit verbreiteten Lohndumping im Transportsektor ein Ende setzen soll. Noch muss aber das EU-Parlament der Vorlage zustimmen.

Das sei der wohl erfolgreichste Tag der österreichischen EU-Präsidentschaft, erklärte Verkehrsminister Norbert Hofer. Für zwei Millionen Lastwagenfahrer und eine Million Transportunternehmen würden nun gleiche Arbeitsbedingungen gelten.

Der österreichische Verkehrsminister Norbert Hofer
Legende: Sprach vom wohl erfolgreichsten Tag der österreichischen EU-Präsidentschaft: Verkehrsminister Norbert Hofer. Keystone

«Das bedeutet gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort ab dem ersten Tag», sagte Hofer. Transportiert also ein polnischer Fahrer seine Fracht von Paris nach Bordeaux, erhält er den französischen Mindestlohn.

Freitage, High-Tech-Tachometer und bezahlte Unterkunft

Weiter sollen Lastwagenfahrer Anrecht auf eine bezahlte Unterkunft erhalten – und nicht mehr auf Abstellplätzen entlang der Autobahn in der Fahrerkabine übernachten müssen. Spätestens nach einem Monat auf Achse stehen ihnen Freitage zu Hause in ihrer Heimat zu. Mit High-Tech-Tachometern soll der Grenzübertritt vereinfacht werden. Diese sollen auch wirkungsvoller illegale Zusatztransporte entlang einer Transitroute bekämpfen.

Es waren die westeuropäischen Länder – vor allem Frankreich, Belgien und Deutschland – die eine Verschärfung der geltenden Bestimmungen forderten. Vor knapp zwei Jahren scheiterte ein erster Anlauf, gemeinsame Standards für Arbeitnehmer zu definieren. Polen, Bulgarien und Rumänien bekämpften die Verschärfung der Vorschriften – letztlich erfolglos.

Das EU-Parlament muss in einem nächsten Schritt nun diesem Kompromisspaket zustimmen.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Moser (AM)
    "Transportiert also ein polnischer Fahrer seine Fracht von Paris nach Bordeaux, erhält er den französischen Mindestlohn." - Schön und gut, doch welchen Lohn erhält der Rumäne, wenn er Waren von Griechenland nach Schweden bringt? Den tiefe Griechischen? Oder den hohen Schwedischen? Oder in jedem Land, durch das er fährt einen anderen? Ich befürchte, dass es am Ende darauf hinauslaufen wird, die Waren unnötig weit zu transportieren, um Lohnkosten zu sparen!
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  • Kommentar von Alex Moser (AM)
    Bis das umgesetzt wird - sollte es denn tatsächlich mal umgesetzt werden - fahren die Lastwagen längst autonom und das "Problem" erledigt sich von selber! :-)
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  • Kommentar von b. glaset (glaset)
    Schöne Worte aus der EU, Träumereien sind das. Solange die Kunden also z.B. Chemie, Food und sonstige inklusive kleinere Firmen für den Transport nichts zahlen wollen, solange wird der Lohn für LKW Fahrer und die Bedingungen nicht besser. Geiz ist geil ist die Ursache, dass heute niemand für eine Leistung mehr einen fairen Lohn bekommen kann. Die Transportbranche ist nur eine von vielen Branchen. Erst muss das Bewusstsein der Kunden ändern.
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