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Spannung zwischen Grossmächten US-Präsident Biden warnt vor Krieg wegen Cyberangriffen

  • Während seines Besuches bei den US-Geheimdiensten äussert US-Präsident Joe Biden seine Bedenken bezüglich Cyberattacken.
  • Biden sagt, Cyberangriffe könnten einen Krieg auslösen.
  • Nun will er den Schutz kritischer Infrastruktur voranbringen.
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Aus dem Archiv: Spannen USA und Russland in Sachen Cyberkriminalität zusammen?
04:54 min, aus Rendez-vous vom 14.07.2021.
abspielen. Laufzeit 04:54 Minuten.

«Wenn wir in einem Krieg mit einer Grossmacht enden, dann als Folge eines Cyberangriffs von grosser Tragweite», sagte Biden bei seinem ersten Besuch im Büro der Geheimdienstkoordination (ODNI). «Und die Fähigkeiten dafür nehmen exponentiell zu.»

Am Mittwoch stellte die US-Regierung Pläne vor, um die Cybersicherheit bei sogenannter kritischer Infrastruktur zu gewährleisten. Damit sollen lang überfällige Massnahmen gegen die Bedrohung durch Cyberangriffe umgesetzt werden.

Keine Kritik an den Geheimdiensten

Biden sprach vor etwa 120 ODNI-Mitarbeitern. Diese beaufsichtigen 17 US-Nachrichtendienste. Zugleich versprach der US-Präsident, die Arbeit des ODNI niemals zu «politisieren».

Sein republikanischer Vorgänger Donald Trump kritisierte die Geheimdienste teils scharf. Auch stellte er Erkenntnisse der amerikanischen Geheimdienste infrage zu Einmischungen Russlands in die US-Wahlen von 2016. Damit düpierte Trump seine eigenen Leute.

Viele Cyberangriffe stammen aus China und Russland

Die US-Regierung beschuldigten vergangene Woche das kommunistische China wegen «unverantwortlichen böswilligen Cyberaktivitäten». Dieselben Vorwürfe kamen von der Europäischen Union, Grossbritannien, der Nato und weiteren Verbündeten. Unter anderem stecke China hinter dem Angriff auf die E-Mail-Software Exchange Server vom US-Konzern Microsoft im März.

Nachdem Hacker anfangs Juli Russland angegriffen hatten, forderte Präsident Putin gegen die Täter vorzugehen. Es kam zum etwa einstündigen Telefonat mit Biden. Dabei habe Putin über «anhaltende Ransomware-Angriffe von Kriminellen mit Sitz in Russland» gesprochen, teilte das Weisse Haus mit.

Legende: US-Präsident Biden (links) und Russlands Präsident Putin trafen sich für ein erstes persönliches Gespräch in Genf am 16. Juni 2021. Keystone

Anlass war, dass Hacker Hunderte Unternehmen mit Erpressungs-Software angriffen. Dies gelang über eine Schwachstelle beim amerikanischen IT-Dienstleister Kaseya.

Die Gruppe aus russischen Experten Revil verlangte 70 Millionen US-Dollar (etwa 59 Millionen Euro) in der Digitalwährung Bitcoin für einen Generalschlüssel zu allen betroffenen Computern. Zudem seien laut den USA russische Geheimdienste für einen massiven Hackerangriff auf Ministerien, Behörden und Firmen in Amerika verantwortlich.

SRF 4 News, 28.7.21, 12:00 Uhr;

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Biden hat Recht. Lesen Sie die NZZ. Auf Satellitenfotos wurden in China über 100 neue gebaute Interkontinentalraketensilos entdeckt und es werden noch viele dazukommen. Das ist kein Cyber, sondern eine reale und gefährliche Machtdemonstration Chinas erster Güte. Währenddessen räumen ihre Sportler in Tokyo die Medaillen ab. Ähnlich wie zu Zeiten des kalten Krieges die Sowjetunion. Naivität bringt uns nicht weiter.
    1. Antwort von Manuel Kiener  (Jonny1)
      Die USA besitzen immer noch mit grossem Abstand die meisten Atomwaffen! Angesichts der dauernden Drohungen und Lügen der USA gegen China ist das Vorgehen der Chinesen sehr verständlich.
  • Kommentar von Charles Grossrieder  (View)
    Ich nehme an, dass wenn man Krieg will, man heut zutage nicht mehr in der Uniform eines Wunschfeindes auf die einen Leute schiessen muss, um dies zu bewirken?
    Bei Cyber Attacken aus anderen Ländern muss wohl auch nicht immer der Wunschfeind dahinter stecken,
    Denke mit IT sind alle Tricks moeglich wie in einem Computer-Game. Und wenn’ s um eine Vormachtstellung geht wohl auch nicht weg zu denken als Möglichkeit
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Charles Grossrieder: Wenn's denn beim Computergame bleiben würde, wär's ja nicht so dramatisch. Das gäbe weder Tote noch Verletzte. In der Realität ist Cyber aber erst der erste Schritt.
    2. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Und bei dem ersten Schritt muss es bleiben. Krieg unter den Grossmächten
      würden auch wir kaum überstehen. Deshalb sollte Herr Biden mit diesen
      Drohungen etwas vorsichtiger umgehen. Aber jetzt wissen wir auch, wie
      Er denkt.
    3. Antwort von Andres Mettler  (Medi)
      @Wüstner
      Natürlich wäre ein Krieg unter den Grossmächten verheerend. Das würde auch niemand leugnen. Aber so wie Sie ihn gerne darstellen möchten, als jemanden der nicht mit der Wimper zucken würde. Das finde ich schon ziemlich überspitzt. Bedenken Sie, dass es auch noch nie Attacken von so einem Ausmass gab und es absolut nachvollziehbar ist, wenn er als Verantwortlicher, die Leidtragenden von solchen Attacken ernst nimmt.
    4. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Herr Mettler, unbedachte Worte und sogar Drohungen können in einer
      überreizten Atmosphäre schwere Folgen haben, dies hat uns die
      Geschichte oft gezeigt.
    5. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      @Wüstner: Das war keine Drohung, sondern eine Befürchtung Bidens. Eine Befürchtung, welche von Vielen Informierten geteilt wird. Irgendwann treibt es Jemand zu weit und eine militärische Reaktion wird zwangsläufig folgen. Das gilt für allem, wenn man Gruppierungen unterstützt, welche sich nur schwer überwachen und im Zaun halten lassen. Die Worte sind also sehr wohl mit Bedacht gewählt und die Adressaten wissen das und denken selbst so.
  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    Und wer warnt vor einem Präsidenten dieser Grossmacht, der Kriegsworte so leichtfertig in den Mund nimmt. Solcherart Sprache brauchte 45 nicht, um Eindruck zu erhaschen, was 46 wohl nun zu tun scheint, zu muskelprotzender Prahlerei hat er sich schon mehrfach hinreissen lassen in der Vergangenheit. Der letzte mit solcher Sprache war 43, deren Folgen nun das Land schon fast 20 Jahre und Billiarden an Dollars gekostet hat.
    1. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Komisch, dass Ihresgleiches immer die Dinge zu verpassen scheinen, welche einem gerade nicht passen. Die Drohungen gegen Nord-Korea waren eindeutig oder nehmen wir die Kriegsrhetorik mit dem Iran. Scheinen Sie alles verpasst zu haben aber dafür haben Sie diesen Artikel gelesen, wobei nein... aufgrund des Kommentars offensichtlich auch nicht.