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Legende: Video Indien hebt den Sonderstatus für Kaschmir auf abspielen. Laufzeit 01:57 Minuten.
Aus Tagesschau vom 05.08.2019.
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Spannungen mit Pakistan Indien hebt Sonderstatus für Kaschmir auf

  • Inmitten neuer Spannungen im indischen Teil von Kaschmir hat Indien den Sonderstatus für die Region in der Verfassung aufgehoben.
  • Die Entscheidung könnte in der mehrheitlich muslimischen Region, die auch von Pakistan beansprucht wird, für neue Spannungen sorgen.

Die Aufhebung des Sonderstatus für den indischen Teil der Region Kaschmir befeuert die jüngsten Spannungen in der Konfliktregion. Indiens Innenminister Amit Shah erklärte im Parlament, mit einem Eildekret des Präsidenten werde Artikel 370 der indischen Verfassung sofort gestrichen.

Artikel 370 hatte dem Bundesstaat Jammu und Kaschmir Autonomierechte garantiert. Pakistan, das ebenfalls Anspruch auf die Region erhebt, verurteilte den Schritt als «illegal».

Pakistan warnt

Das pakistanische Aussenministerium warnte Indien vor «einseitigen Schritten», um den international strittigen Status Kaschmirs zu verändern. «Als Partei in diesem internationalen Konflikt wird Pakistan sämtliche möglichen Optionen anwenden, um diesen illegalen Schritten entgegenzutreten», teilte das Ministerium in Islamabad mit.

Premierminister Narendra Modi hatte am Montag eine Sitzung seines Sicherheitskabinetts einberufen. Wenige Stunden zuvor hatten die indischen Behörden Ausgangssperren in Kaschmirs Hauptstadt Srinagar und in umliegenden Gebieten verhängt.

Darum geht es im Kaschmir-Konflikt

Karte des Kaschmir-Gebietes
Legende:SRF

Seitdem das frühere Britisch-Indien im Jahr 1947 unabhängig und in Indien und Pakistan geteilt wurde, streiten die beiden Länder um die Herrschaft über das Himalaya-Gebiet Kaschmir. Beide beherrschen jeweils einen Teil; ein weiterer Teil Kaschmirs gehört zu China.

Immer wieder kommt es im indischen Teil zu Gewalt zwischen Sicherheitskräften und Separatisten, die eine Abspaltung des überwiegend muslimischen Kaschmirs vom mehrheitlich hinduistischen Indien wollen. Indien wirft Pakistan vor, islamistische Kämpfer im indischen Teil zu unterstützen. Islamabad bestreitet dies.

Kein Handynetz, kein Festnetz, kein Internet

Internetdienste wurden blockiert, das Handynetz und das Festnetz abgeschaltet. Zudem wurden mehrere Regionalpolitiker unter Hausarrest gestellt. Zehntausende Soldaten wurden in die Region geschickt.

Die Regierung in Neu Delhi erklärte die weitreichenden Ausgangssperren mit der «aktuellen Sicherheitslage». Am Samstag hatte Indien Touristen in Kaschmir aufgefordert, die Region angesichts von «Terrorgefahren» durch von Pakistan unterstützte Gruppen «umgehend» zu verlassen.

Dies hatte zu fluchtartigen Szenen an Flughäfen und Bahnhöfen geführt. Deutschland und Grossbritannien haben Reisewarnungen für Jammu und Kaschmir herausgegeben.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller  (panasawan)
    Diese Region oder besser Regionen unter den Anreinern müsst man sagen in diesem 3 Länder-Ecke ist sehr viel Konflikt trächtiger als es wahrscheinlich viele heute noch wissen. Kaum jemand erinnert sich an die zahlreichen Kriege und Grenzkonflikte da. Heute hat sowohl Pakistan, Indien und China Atomwaffen und jeweils auch ein recht grosses Heer mit Luftwaffe. Wenn's da zum Big-Päng kommt, wird's hässlich, sogar auch sehr hässlich.
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Unglaublich! Alle haben den Grössenwahn. Indien ist ja, sowas von gross. Die Situation ist brandgefährlich, weil die Pakistani Atomwaffen besitzen. Ausser Australien und Nordamerika besteht auf allen Kontinenten und Regionen Kriegsgefahr. Aus CH-Sicht: Hoffentlich haben wir unsere Armee nicht zu fest abgespeckt, so dass diese im Ernstfall die Menschen in unserem Land vor Leid schützen könnte. - Bedenkliches Wesen, wir, die Zweibeiner mit DENKAPPARAT! - wofür????
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    1. Antwort von Nicolas Dudle  (Nicolas Dudle)
      Die Diskussion um die CH-Armee gehört nicht hierhin. - Sie schreiben ja selber von den Atomwaffen. Welchen Speck wollen Sie einer Armee in einem x-beliebigen Land angedeihen lassen, um sich gegen diese Bedrohung wehren zu können?
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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Es ist schon traurig wie wenig die Menschen gelernt haben. Würde man die Frauen ans Ruder lassen, würden sie sich für das Wohl ihrer Kinder einsetzen und einen Dialog suchen um eine gerechte Lösung zu finden. Das männliche Geschöpf muss natürlich mit Waffen auftrumpfen und somit alles zerstören was mühsam aufgebaut wurde. Überall herrscht Krieg und das wegen Sturköpfen und Machtmenschen. Unsere schöne Welt ist am Abgrund.
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    1. Antwort von Peter V.  (Schaffhausen)
      Nun ja, als in Indien eine Frau am Ruder (Indira Gandhi) war, wurden Konflikte auch blutig ausgetragen. Die Operation Blue Star 1984 hatte nicht mal einen der heiligsten Orte verschont. Das war nicht nur für Indien ein absolutes Sakrileg.
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    2. Antwort von Cyrill Pürro  (Cyrill.P.Kerry)
      Es macht keinen Unterschied, ob ein Mann oder eine Frau an der Macht ist. Bei korrupten Staaten, in denen die Regierung so oder so zu viel Macht hat, tendieren beide Geschlechter zu Machtgier und Korruption. Man siehe in Brasilien, als Dilma Rousseff an der Macht war, nun ist es gar noch schlimmer.
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