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Sperre aufgehoben «Fall Balogun»: «Das wird hohe Wellen schlagen»

Am Sonntag entscheidet der Weltfussballverband Fifa, die Sperre für den US-Spieler Balogun aufzuheben. US-Präsident Donald Trump bestätigt, er habe persönlich bei Fifa-Chef Gianni Infantino angerufen, um dies zu erwirken. Sportjournalist Ronny Blaschke beschäftigt sich seit Jahren mit dem Zusammenspiel zwischen Fussball und Politik.

Ronny Blaschke

Journalist und Buchautor

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Der freie Journalist und Buchautor Ronny Blaschke beschäftigt sich intensiv mit dem Verhältnis von Sport und Politik.

SRF News: Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie diese Meldung gehört haben?

Ronny Blaschke: Als sich die Meldung durchgesetzt hat, dass Donald Trump offenbar interveniert hat, habe ich gedacht: Jetzt ist Donald Trump aufgewacht, weil er die WM bislang noch nicht für sich genutzt hat. Und wir kennen das aus dem politischen Kontext, dass er einfach mal den Hörer in die Hand nimmt, anruft, Druck ausübt, vielleicht sogar stark mit seinem Einfluss spielt.

Wie problematisch ist eine Einflussnahme von Trump?

Dass ein Präsident einer demokratischen Nation bei der Fifa offenbar anruft, um eine solche Entscheidung zurückzunehmen, ist ein Präzedenzfall und zeigt aber auch, dass Gianni Infantino und Donald Trump eine gute Beziehung aufgebaut haben in den vergangenen Jahren.

Ein Schiedsrichter und zwei Fussballspieler auf dem Spielfeld.
Legende: Der US-Amerikaner Folarin Balogun (Mitte) wird von seinem Landsmann Christian Pulisic (10) getröstet, nachdem er letzte Woche im WM-Spiel zwischen den USA und Bosnien-Herzegowina vom Schiedsrichter Raphael Claus die Rote Karte erhalten hatte. Keystone / AP Photo / Martin Meissner

Man könnte daraus den Schluss ziehen, dass die Fifa die USA an dieser WM bevorteilen will?

Natürlich können wir uns alle vorstellen, dass Trump bei Gianni Infantino anruft. Infantino ist über die vergangenen Jahre in diese Situation geraten. Er hat durch Donald Trump eine ganz andere Macht gespürt. Er war bei seinem Amtsantritt, ist im sogenannten Friedensrat und ist regelmässig im Weissen Haus. Und jetzt zeigt sich vielleicht, dass diese Beziehung nicht mehr zu regelkonform neutralen Entscheidungen führen kann. Auf jeden Fall wird das hohe Wellen schlagen und die Integrität der Fifa, die ohnehin schon stark beschädigt ist, noch weiter schwächen.

Warum regen wir uns derart über diese aufgelöste Spielsperre auf und schauen dann trotzdem Fussball?

Ich weiss gar nicht, ob wir uns wirklich so sehr darüber aufregen. Also natürlich in Belgien, dort fühlt man sich benachteiligt. Und es ist auch nicht sehr viel Zeit, dagegen Protest auszuüben. Selbst wenn Belgien das Spiel vielleicht verlieren sollte, kann man im Nachhinein noch etwas bewirken. Man könnte auch den Internationalen Sportgerichtshof anrufen. Der könnte auch noch intervenieren.

Wenn der Ball letztendlich rollt und Belgien gewinnt, dann können sie das in ihre Erzählung einbetten.

Das Ganze könnte noch sehr unappetitlich und kompliziert werden. Und es könnte sich jetzt auch hochschaukeln. Aber wenn der Ball letztendlich rollt und Belgien gewinnt, dann können sie das in ihre Erzählung einbetten. Es stützt vielleicht auch ein bisschen das Narrativ der Grossen gegen die Kleinen, das «Wir gegen die» – David gegen Goliath. Der Sport lebt von solchen Geschichten, deswegen sind wir mal gespannt, ob die Gerechtigkeit dann auf dem Rasen wiederhergestellt wird.

Das Gespräch führte Vanessa Ledergerber vor dem Spiel USA gegen Belgien.

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SRF 4 News, 6.7.2026, 16:06 Uhr ; 

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