- Ein starkes Erdbeben hat sich in Indonesien ereignet.
- Der US-Erdbebendienst (USGS) meldet eine Stärke von 7.4.
- Die indonesischen Behörden lösten für die Inseln rund um die Molukkensee vorübergehend eine Tsunamiwarnung aus – betroffen waren Küsten Indonesiens, der Philippinen und Malaysias.
Das US-Tsunamiwarnsystem prognostizierte schliesslich für Teile der Küsten Wellen von 30 Zentimetern bis zu einem Meter über dem normalen Pegel. Die Gefahr wurde jedoch als gering eingestuft. Der indonesische Fernsehsender MetroTV zeigte erste Bilder von beschädigten Gebäuden.
Auf das Erdbeben folgten mehrere Nachbeben, darunter eines der Stärke 6.2.
Infolge des Erdbebens ist eine 70 Jahre alte Frau ums Leben gekommen. Sie wurde von herabstürzenden Trümmern getroffen, wie Medien unter Berufung auf das örtliche Rettungsteam in Manado im Norden der Insel Sulawesi berichteten. Ein weiterer Mensch habe sich bei einem Sprung aus einem Gebäude das Bein gebrochen. Mindestens drei Verletzte seien auf der Insel Ternate ins Spital gebracht worden.
Die indonesische Behörde für Meteorologie, Klimatologie und Geophysik hob ihre Tsunami-Warnung wenige Stunden nach dem Beben wieder auf. Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie teilte mit, dass für die Philippinen, welche sich nördlich des Epizentrums befinden, keine zerstörerische Gefahr bestehe.
Indonesien liegt auf dem pazifischen Feuerring
Das Beben ereignete sich über 120 Kilometer östlich der Insel Sulawesi in einer Tiefe von 35 Kilometern. Demnach lag das Epizentrum zwischen dem Norden Sulawesis und den Nord-Molukken.
Nach Angaben des US-Tsunamiwarnsystems bestand zunächst die Möglichkeit von Flutwellen im Umkreis von bis zu 1000 Kilometern. Für Teile der indonesischen Küste wurden Wellen von 30 Zentimetern bis zu einem Meter über dem normalen Pegel prognostiziert. Auch Küsten in den Philippinen und Malaysia könnten betroffen sein, hiess es. Die Gefahren wurden jedoch als gering eingestuft. Auch USGS zufolge sind wahrscheinlich keine Todesopfer zu erwarten.
Die indonesischen Behörden gaben die Stärke des Bebens zunächst mit 7.6 an. Erste Messungen zu Stärke und Tiefe eines Bebens weichen oft leicht voneinander ab und können später manuell korrigiert werden.
Der weltgrösste Inselstaat Indonesien liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, einer geologisch besonders aktiven Zone mit zahlreichen Vulkanen und tektonischen Platten. Erdbeben und Vulkanausbrüche sind dort daher sehr häufig.