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Chinesen in Australien: «Patriotische Gehirnwäsche»
Aus Rendez-vous vom 25.11.2019.
abspielen. Laufzeit 04:11 Minuten.
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«Stille Invasion Australiens» Wie China Australien unterwandert

Spitäler, Krankenkassen, Parlament: Experten warnen vor der wachsenden Einflussnahme Chinas in Australien.

Es waren erstaunliche Szenen, die sich vor kurzem an der Universität im australischen Queensland abgespielt haben. Demonstranten solidarisierten sich mit den Protestierenden in Hongkong, als plötzlich chinesische Studenten angriffen und auf die Demokratiebefürworter losgehen.

Den China-Experten und Professor Clive Hamilton erstaunen solche Übergriffe nicht. Wie andere Warner glaubt er, die Schläger funktionierten als heimliche Agenten für China. «Von der Zeit im Kindergarten an unterliegen chinesische Kinder und Studenten in Australien einer ideologischen, patriotischen Gehirnwäsche.»

Leute am demonstrieren.
Legende: Die Demonstranten in Brisbane protestieren gegen den wachsenden Einfluss Chinas in Australien. Keystone

Studenten, die sich im Ausland fanatisch für ihr Heimatland einsetzten, seien nur ein Symptom dessen, was Hamilton die «stille Invasion Australiens» nennt. Die Invasion durch die kommunistische Partei Chinas über ihre vielen Ableger im Ausland greife bis in die Wurzeln der australischen Demokratie.

«Die politische Elite in Australien ist auf allen Stufen beeinflusst», sagt Hamilton. Was nach einer Verschwörungstheorie tönt, erhält immer mehr Substanz. Am Wochenende packte in Sydney ein abgesprungener chinesischer Ex-Spion aus.

China ist von marxistisch-leninistischer Ideologie getrieben.
Autor: Andrew HastieVorsitzender des australischen Geheimdienstausschusses

Peking unterwandere die Demokratie Australiens mit verdeckten Mitteln, so Hamilton. Stunden später bestätigte der australische Geheimdienst, chinesische Agenten hätten mit einer Millionenspende einen Doppelbürger für die Wahl ins nationale Parlament unterstützen wollen.

Doch auch politisch wenig relevante Aufsichtsgremien wie Museen oder Gemeindegruppen stünden im Fadenkreuz, sagt Hamilton. Und immer mehr australische Ex-Politiker, unter ihnen der frühere Handelsminister Andrew Robb, stünden als Lobbyisten im Solde Pekings. Reiche chinesische Geschäftsleute unterstützten die australischen Parteien und einzelne Parlamentarier mit Spenden.

Angriff auf Spitäler und Krankenkassen

Australische Geheimdienste warnen schon lange vor dem Einfluss Chinas: Spionage, direkt und indirekt, Diebstahl von intellektuellem Eigentum oder Hackerangriffe.

Neu hätten es chinesische Agenten auf Spitäler und Krankenkassen abgesehen, sagt Hamilton, auf kompromittierende Informationen. «Wenn sie entdecken, dass der Verteidigungsminister oder der Armeechef an Syphilis leiden, sind das Informationen, die sich zur Erpressung eignen.»

Spionieren – das machen auch andere Staaten. Selbst Australien.
Autor: Richard McGregorExperte für australisch-chinesische Wirtschaftsbeziehungen

Andrew Hastie, Vorsitzender des Geheimdienstausschusses, ist einer der lautesten Warner. «China ist von marxistisch-leninistischer Ideologie getrieben», so der Parlamentarier.

Die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Wachstumslandes habe den Westen geblendet. Ob Kohle, Eisenerz, Fleisch oder Versicherungen: 38 Prozent der Exporte Australiens gehen nach China. 130 Milliarden Franken pro Jahr bringen sie ein.

Zwei Leute geben sich die Hand.
Legende: Die Beziehung zwischen den beiden Ländern ist angespannt. Keystone/Archiv

Doch Hasties Meinung wird nicht überall geteilt. Richard McGregor ist Experte für australisch-chinesische Wirtschaftsbeziehungen. «Ich denke nicht, dass Australien von den wirtschaftlichen Möglichkeiten geblendet ist, die China bietet.» Das Land habe sie einfach genutzt. So wie viele andere Länder der Welt das auch täten. Und: «Spionieren – das machen auch andere Staaten. Selbst Australien.»

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo  (C. Szabo)
    Europäische Ethnien sind so besorgt um die Rechte chineschischer Bürger, neuerdings. Komischerweise war dies nicht der Fall, als Chinesen und viele andere Asiaten praktisch rechtlos für sie am Aufbau wichtiger Infrastruktur "mithelfen" durften. Man überlies diesen Mitbürgern gerne die gefährlichsten und anstrengsten Tätigkeiten, meist für einen Hungerlohn. Geschichtskenntnisse entlarven sehr schnell die "überlegene" Moral des freien Westens.
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  • Kommentar von Hans König  (Hans König)
    Die chinesische Unterwanderung findet nicht nur In Australien statt. Die Chinesen expantieren hauptsächlich in asiatischen Nachbarländern, in Afrika, im Pazifikraum, usw..
    Bauen Flugplätze, Eisenbahnlinien, Häfen, u.v.m., wenn sie einmal dort sind, kehren sie nicht mehr zurück.
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    1. Antwort von Pierre De Laval  (Petros74)
      Richtig Herr König - sie EXPANDIEREN ( bitte Rechtschreibung beachten;-) auch nach Amerika - wer reich genug ist schickt seine Sprösslinge an die Universitäten und wandert selber aus...
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  • Kommentar von Bruno Ebinger  (ebi)
    Hauptsache die Kasse stimmt, alles andere ist nicht wichtig.
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