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Legende: Audio Nato-Staaten verlängern Vertrag mit Stoltenberg abspielen. Laufzeit 01:22 Minuten.
01:22 min, aus HeuteMorgen vom 29.03.2019.
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Stoltenberg bleibt Die Nato will nicht auf ihren Brückenbauer verzichten

Selten bleiben Nato-Generalsekretäre lange im Amt. Doch nun verlängerten die Mitgliedsländer die Amtszeit von Jens Stoltenberg bis Herbst 2022. Der Norweger ist für das Bündnis momentan unverzichtbar.

All jene, die sich bereits für die Nachfolge an der Spitze der Nato in Stellung gebracht haben, müssen sich gedulden. Anders als erwartet gibt es nämlich 2020 keinen Führungswechsel – und damit dieses Jahr keinen Wahlkampf.

Denn die 29 Nato-Mitgliedsländer haben das Mandat des Amtsinhabers, des norwegischen ehemaligen Premiers und Sozialdemokraten Jens Stoltenberg, überraschend noch einmal verlängert. Und zwar einstimmig, bis im Herbst 2022. Für Nato-Generalsekretäre üblich ist eine Amtszeit von vier bis sechs Jahren. Stoltenberg ist seit 2014 im Amt.

Doch ohne den 60-Jährigen scheint es im Moment nicht zu gehen. Stoltenberg gilt als geduldiger und geschickter Brückenbauer. Er verstand es, den Nato-kritischen US-Präsidenten Donald Trump einigermassen bei der Stange zu halten – und für diesen zumindest kein Feindbild abzugeben.

Keine zusätzliche Unruhe und Instabilität

Er vermittelt zwischen den Interessen der Osteuropäer, von denen einige einen harten Kurs gegenüber Russland fahren wollen, und jenen West- und Südeuropäern, die genau das ablehnen. Und er erreichte zudem, dass viele Nato-Staaten ihre Rüstungsetats wieder hochfahren, setzt sich aber gleichzeitig für die Fortsetzung des Dialogs mit Moskau ein.

Gerade weil der Haussegen in der mächtigsten Militärallianz der Welt zurzeit schief hängt, vor allem zwischen den Europäern und der Trump-Regierung, will man im Bündnis zurzeit nicht noch zusätzliche Unruhe und Instabilität – und daher ganz gewiss keine Auseinandersetzung über die Besetzung des Chefpostens. Stoltenberg muss also bleiben.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Sebastian Mallmann (mallmann)
    Die NATO kommt in diesen Berichten viel zu gut weg. Es ist ein skrupelloses Kriegsbündnis, das viele völkerrechtswidrige Angriffskriege geführt hat. Serbien wurde im Kosovo-Krieg mit Propagandalügen dämonisiert und danach ohne UNO-Mandat massiv angegriffen. Dabei hat die NATO tonnenweise Uranmunition eingesetzt, eine Massenvernichtungswaffe mit schlimmen Langzeitschäden. Musste jemals jemand dafür büssen? Oder für die weiteren Verbrechen in Libyen, Afghanistan, Irak?
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  • Kommentar von Haller Hans (H.Haller)
    Die Europäer müssen sich einfach klar werden, dass die NATO für Europa wichtiger ist als für die USA, will heissen die Europäer brauchen die NATO mehr als die USA. Und eine EU-Armee liegt wohl eher weit ausserhalb der realistischen Möglichkeiten der EU. Das kostet nämlich sehr viel Geld und da genau wird's klemmen. Nur das haben einige noch nicht ganz begriffen.
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    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Die Nato hat sich von einem Verteidigungs- in ein Angriffsbündnis gewandelt. Es werden in erster Linie die Interessen der USA wahrgenommen. Die Entscheidungsträger sind ausnahmslos US- Militärs. Der Generalsekretär ist nur ein europäischer Vorzeigebeamter, um die Europäer zu Zahlungen zu motivieren. Die Nato- Kriege der vergangenen Jahre sind völkerrechtswidrig, angefangen vom Kosovokrieg bis zum Bündnisfall nach 9/11 und zum "Krieg gegen den Terror" mit all den Kriegen in Nahost.
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  • Kommentar von Marc Bühler (Capten Demokratie)
    Chefposten? Das ist dich nicht der Chefposten. Der Mann ist Sekretär, sowas wie ein Pressesprecher. Der kann garnichts entscheiden. Die Sacrecoure sind immer Amerikaner.
    Er ist das Bild gegen Aussen sonst nichts.
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    1. Antwort von Max Wyss (Pdfguru)
      Natürlich ist Sekretär das männliche Äquivalent von Sekretärin… was sonst??? Tatsache ist, dass der Generalsekretär der NATO der ranghöchste Chefbeamte ist. Er ist auf der gleichen Höhe wie die militärischen Führer. Der Generalsekretär ist verantwortlich dafür, dass "der Laden läuft". Nix da mit "sowas wie ein Pressesprecher"…
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    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      "Er (Stoltenberg) ist auf der gleichen Höhe wie die militärischen Führer...." Ich empfehle Ihnen das Buch von Daniele Ganser zum Thema Nato: "Illegale Kriege": Wie die Nato Länder die Uno sabotieren. Darin wird auch die Rangordnung der Nato- Militärs beschrieben. Stoltenberg ist da jedenfalls nicht auf der gleichen Höhe...
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    3. Antwort von Stefan von Känel (Trottel der feinen Gesellschaft)
      Herr Bühler, es heissst SACEUR (Supreme Allied Commander Europe). Und Herr Wyss, diesen Posten hat immer der Oberbefehlshaber des USEUCOM inne, und ist somit ausnahmslos ein US General. Der Sekretär hat eine repräsentative Funktion und amtiert als das europäische "Gesicht" oder eben "Brückenbauer" der NATO. Entscheidungen trifft der Sekretär keine.
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