Zum Inhalt springen

International Symbolische Mauer in Berlin löst sich auf

Reden, Konzerte und eine neue Ausstellung zum Mauerfall: In Berlin und anderen Orten in Deutschland wurde an die Öffnung der innerdeutschen Grenze vor 25 Jahren erinnert. Symbolisch wurde die Grenze noch einmal aufgehoben, indem 7000 Ballone entlang der einstigen Mauer zum Himmel geschickt wurden.

Mit einer Ballonaktion haben die Feiern zum 25. Jahrestag des Mauerfalls am Sonntagabend ihren Höhepunkt erreicht. Am Brandenburger Tor schwebten die entlang der früheren Grenze aufgestellten leuchtenden Ballons in die Luft – die Grenze wurde damit symbolisch noch einmal aufgehoben.

Die 7000 mit Helium gefüllten Ballons waren bereits am Freitag in der Berliner Innenstadt entlang der früheren Mauer aufgestellt worden. Die «Lichtgrenze» der leuchtenden Ballons erstreckte sich auf einer Strecke von 15 Kilometern in der Berliner Innenstadt.

Feierlichkeiten bei Bernauer Strasse

Die Jubliläums-Feierlichkeiten zum Mauerfall fanden bereits den ganzen Tag statt. Es war ein Tag der Freude, aber auch ein Tag der Erinnerung an die Opfer. Am Nachmittag nahm Bundeskanzlerin Angela Merkel an der zentralen Veranstaltung an der Mauer-Gedenkstätte in der Bernauer Strasse teil. Merkel und andere Prominente steckten Rosen zwischen die Fugen der dort verbliebenen Mauersegmente.

Anwesend waren auch Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), Kulturstaatsministerin im Kanzleramt Monika Grütters (CDU), frühere DDR-Bürgerrechtler und Diplomaten.

Die Bernauer Strasse galt jahrzehntelang als Symbol der Teilung. Nach dem Mauerbau 1961 gehörten die Häuser auf einer Strassenseite zum Osten, das Trottoir zum Westen. Damals spielten sich dort dramatische Szenen ab; auch Tage nach dem Beginn des Mauerbaus versuchten die Menschen noch, aus den Fenstern ihrer Häuser in den Westen zu springen.

Gedenken an die Opfer

Kanzlerin Angela Merkel erinnerte an die Opfer der deutschen Teilung und die vielen gescheiterten Fluchtversuche. «Der Tag der Freiheit ist immer auch ein Tag des Gedenkens an die Opfer», sagte Merkel. Dies schliesse auch das Gedenken an die Verfolgten der Staatssicherheit ein. Die DDR sei ein «Unrechtsstaat gewesen», sagte Merkel, «ein ideologiebesessenes Regime».

Die Kanzlerin bezeichnete die Ereignisse vom 9. November 1989 als Vorbild für andere Freiheitsbewegungen. «Der Mauerfall hat uns gezeigt: Träume können wahr werden. Diese Erfahrung wollen wir mit unseren Partnern in der Welt teilen.» Merkel fügte hinzu: «Wir können die Dinge zum Guten wenden, das ist die Botschaft des Mauerfalls.» Dies gelte in diesen Tagen auch für andere Regionen wie in der Ukraine, in Syrien oder im Irak.

Bürgerfest und Konzerte

Vor dem Brandenburger Tor fand ein grosses Bürgerfest statt, auf dem bis zum Abend Stars wie Peter Gabriel, Daniel Barenboim und Udo Lindenberg auftraten. Rund um den Veranstaltungsort strömten mehrere zehntausend Besucher zusammen.

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst twitterte aus der internationalen Raumstation ISS ein beeindruckendes Foto von Berlin aus dem Weltall. Nach 165 Tagen auf der ISS kehrt Gerst am Montag zur Erde zurück.

Mit dem Fall der Mauer hat Berlin vor 25 Jahren Weltgeschichte geschrieben – auch für die Schweiz. Zum Jahrestag ging SRF auf Spurensuche. Lesen Sie hier mehr.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

20 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marcel Chauvet, Neustadt
    @Wäden, Helfer & Co: Was kümmert es die deutsche Eiche, wenn sich ein Borstenvieh ("Wildschwein" fällt durch die Netiquette) an ihr wetzt ?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Roger Meyer, Wilderswil
    Ich habe in den Kommentaren nichts über Freude gelesen sondern nur schuldzuweisungen .Es war vor 25 Jahren für Ost und West eine grosse Freude das die Teilung vorbei war. An all die Schreiber die meinen Sie würden sich in der Geschichte des 1 und 2 Weltkrieges auskenen kann ich nur sagen da fehlt einieges Wiesen darüber, damit muss man sich Jahre beschäftiegen und nicht nur aus Schuhlbüchern und Kriegsfilmen. Es war für die Deutschen eine grosse Aufgabe nach dem Mauerfall soweit zu briengen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von W. Helfer, Zürich
      R.M. Gerade weil die Freude im Volk so gross war und gerade weil es eine grosse Aufgabe war, ist es um so mehr unverständlich, dass man es erneut in Europa zulässt. Ich kenne übrigens Ostdeutschland nicht aus den Geschichtsbüchern od. Filmen, sondern durch meine Familie.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von W. Helfer, Zürich
    Deutschland feiert den Mauerfall und gleichzeitig müssen die deutschen Steuerzahler x-Mio. für den Neubau einer Mauer in der Ostukraine bezahlen. Zynischer geht's wohl nicht mehr.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Genau! Die Ballon-Lichter gesehen dachte ich: Deutschland sollte das auch in der Ost-Ukraine tun! Statt dort eine neue "Mauer" aufzubauen, wäre DAS ein Lichtsignal für den Frieden in Europa gewesen. Und Kanzlerin Merkel hat in ihrer salbungsvollen Rede wohl vergessen, dass sich auch die Menschen in der Ost-Ukraine Freiheit, Friede & Selbstbestimmung wünschen, es aber mit dieser Regierung in Kiew nicht möglich ist. Sie wollen nicht in die EU & das sollte die EU endlich kapieren & akzeptieren.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen